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Lobpreis

Was ist meine Motivation, Lobpreis zu machen?

Dieser Artikel hinterfragt deine Motivation und Herzenshaltung, wenn du Lobpreis machst oder leitest und gibt dir Tipps, wie du damit umgehen kannst.

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15. April
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4 min
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Direkt zu Beginn habe ich eine steile These für dich:

Niemals war die Versuchung so groß, ein falscher Lobpreisleiter, Musiker oder Sänger zu sein, wie heute! Persönlicher Stolz und Ruhm, Instagram-Follower oder vielleicht auch Geld – all diese irdischen Dinge können dich beeinflussen, wenn du im Lobpreisbereich dienst. Viele von uns kennen die Formel für Worship, die besten und angesagtesten Songs auf Spotify, besser als Gottes Gegenwart. Viele folgen den Charts blind und schreiben Songs, die darauf ausgelegt sind, in der christlichen Welt einen Bestseller-Song zu landen.

Findest du dich in diesen Worten wieder? 

Ich glaube, dass es eine große Gefahr sein kann, wenn man seinen eigenen Dienst und seine eigene Motivation nicht reflektiert. Sind wir doch mal ehrlich: auf einer Bühne zu stehen, macht etwas mit uns. Wenn Menschen uns nach unserem Dienst ansprechen und uns loben – das macht etwas mit unserem Herzen. Stolz und Ruhm suchen sich den Weg in unseren Herzen, sie versuchen uns von der Mitte der Anbetung wegzuleiten. Auch Einfluss kann uns vom eigentlichen Herz der Anbetung wegführen, ebenso Angriffe oder politische Spiele in Gemeinden oder Kirchen. 

Was können wir dagegen tun?

Entertainment und Performance vermeiden

Es geht im Lobpreis nicht darum, eine bestimmte Performance abzuliefern oder die Gemeinde, die du leitest, zu unterhalten. „We love to entertaine you“ ist das Motto des Fernsehsenders Pro7, aber nicht des Lobpreisteams. Wir dürfen uns auf unsere Aufgaben zurückbesinnen: Wir sind königliche Priester (1.Petr. 2,9). Wir verbinden die Menschen, die wir anleiten, mit Gott. Mit dem Allerhöchsten. Dafür braucht es keine Performance und auch keine Unterhaltung. Es geht in erster Linie darum, dass wir Gott lieben (Lukas 10,27) und ihn ehren. In dieses Lob wollen wir andere in authentischer Art und Weise mit hineinnehmen und sie darin unterstützen, Gott zu ehren. 

Praktischer Step:

  • Überlege nicht, wie du die Gemeinde von deinen Songs und deiner Liedauswahl begeistern kannst, sondern überlege, wie du die Gemeinde am besten anleiten kannst, Gott zu ehren. Frage danach, welche Songs die Gemeinde aus vollem Herzen mitsingen kann und nicht, welche du am liebsten zu Hause hörst.
  • Versuche nicht Elevation oder die Outbreakband zu kopieren. Nimm deine begrenzten Möglichkeiten in deiner Gemeinde wahr und gib dein Bestes, mit deinen Möglichkeiten und Potenzialen, Gott zu ehren. 

Eine „Celebrity-Kultur“ vermeiden

Viele Menschen in unseren Gemeinden und auch viele Lobpreisleitende schauen auf zu großen und bekannten Sängern, Sängerinnen und Lobpreisleitenden. Dabei geht es im Lobpreis doch nicht darum, den Lobpreisleiter anzuhimmeln und mit ihm eine gute Zeit zu verbringen, sondern dem zuzusingen, der allein würdig ist, allen Lobpreis zu empfangen: Jesus Christus. Nur weil jemand Lobpreis leitet, ist er nicht besser als andere Mitarbeitende der Gemeinde oder Glieder am Leib Christi (1.Kor. 12,12-31). Auch wenn wir dieses Denken oft abstreiten würden, ist es doch die Realität. Menschen auf der Bühne bekommen mehr Ansehen als andere. In manchen Gemeinden und Kirchen gibt es Backstage-Räume für die „Bühnenmenschen“. Was kommunizieren wir damit nach Außen? Um wen geht es wirklich?

Praktischer Step:

  • Überlege, wie du einen „Celebrity-Hype“ vermeiden kannst. Welche Situationen und Geschehnisse fördern diese Kultur? Wie kann man sie vermeiden?
  • Wie kannst du alle Glieder des Leibes gleichermaßen sehen, loben und ermutigen?

Unsere selbstsüchtigen Wünsche verbannen

Viele starten mit einer reinen Herzensmotivation in ihren Lobpreisdienst. Viele Menschen wollen Gott wirklich aus vollem Herzen ehren und ihn anbeten. Doch auch wenn es in Reinheit startet, gibt es keine Garantie, dass sich das durchzieht. Unsere selbstsüchtigen Wünsche wollen doch auch noch was zu sagen haben. Es soll doch um Lobpreis und in der Anbetung doch auch ein bisschen um uns gehen. Oder!?

Wir müssen verstehen: Reiner Lobpreis übersteigt alle anderen Formen. Man kann zu einer Person, die Gott anbetet, alles andere hinzufügen (mehr Instrumente, mehr Synthesizer, mehr Menschen, eine Bühne, fettes Licht und Nebel), doch es wird nur lauter, nicht kraftvoller!

Warum? Weil das Herz der Anbetung niemals etwas mit diesen Sachen an sich zu tun hatte oder von dort kam. Die Kraft der Anbetung kam schon immer von Jesus und seiner Gegenwart. Deshalb ist der Lobpreis einer Person, die Jesus allein mit einer Gitarre verehrt, nicht weniger wertvoll als mit der gesamten Gemeinde und der größten Lobpreisband, die man sich vorstellen kann. Wenn du also die Reinheit einer Sache, die ursprüngliche Kraft, bewahren willst, musst du das Herz der Sache bewahren. 

Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben. (Sprüche 4.23)

Ein gut geführtes Herz ist der Schlüssel zum Leben. Das gleiche Prinzip gilt auch für die Anbetung und den Lobpreis. Der Schlüssel für die Reinheit unseres Herzens: Unser Lobpreis darf niemals anders werden als Jesus-zentriert. Der Blick auf Jesus, sein Wesen und sein Tun, bewahrt uns davor, dass wir auf uns selbst schauen. Dass wir immer mehr unsere eigenen Wünsche verwirklichen wollen. 

C.S. Lewis: Die schlimmste Sache, die unmögliche Sache, ist dein ganzes Sein – deine ganzen Wünsche und Vorsorge – Jesus zu geben.

Weil dies so schwer ist, brauchen wir immer wieder neu die Reflektion und die Hingabe. Das merke ich in meinem persönlichen Dienst immer wieder. Ich muss mich immer wieder neu hinterfragen und meine Motivation grade rücken. Warum? Weil wir beides sind – Heilige und Sünder zugleich. Ich wünsche mir, dass mein ganzes Leben immer mehr zu Anbetung für den Höchsten wird und dass meine selbstsüchtigen Wünsche verschwinden – doch da ich dafür keine Garantie habe, muss ich mich immer wieder selbst überprüfen.

Praktischer Step:

  • Frage dich das nächste Mal, bevor du auf die Bühne gehst / wenn du von der Bühne herunterkommst, welche Gefühle/ Gedanken in dir sind.
  • Ich spreche gerne ein kurzes Gebet, bevor ich auf die Bühne gehe: „Herr, zu deiner Ehre und für dein Reich.“ oder „Nicht zu meiner, sondern zu deiner Ehre, Herr!“ Welches Gebet kann dir helfen, deine Motivation reinzuhalten?