Gehe zur STEPS Leaders Startseite
Proof of your Love

Sexualität - ein Bild von Gottes Liebe

Unsere Sexualität soll ein Bild für Gottes Liebe zu uns sein - sie soll verdeutlichen, wie Jesus mit seiner Gemeinde umgeht.

calendar_today
10. März
schedule
10 min
Sexualität

Ziel

Die große Geschichte hinter dem Thema Beziehung und Sexualität entdecken.

Während sich schon Erwachsene manchmal in den Detailfragen rund um das Thema Sexualität verlieren, ist bei Jugendlichen oft ein noch stärkerer Fokus auf:

Was darf ich und was nicht?

Dabei ist Sexualität ein Thema, bei dem Gott ganz besonders seine Liebe zeigen möchte.

Hinweis:

Leute fühlen sich unterschiedlich wohl, das Thema Sexualität in einer Gruppe zu besprechen. Daher kann diese Bibelarbeit rein frontal gehalten werden. Für geeignete Gruppenkonstellationen gibt es zusätzliche Fragen, die die Anwendung konkreter machen können.

Einstieg

Wenn es ein Thema gibt, für das man sehr schnell die volle Aufmerksamkeit bekommt, dann ist es wahrscheinlich das Thema Sexualität. Die Gesellschaft spricht darüber, die Christen sprechen darüber.. Es gibt viele Themen im Bereich Sexualität, die zu teils hitzigen Diskussionen führen.

Bei interaktiver Gestaltung kann hier auch gesammelt werden: Was sind gerade die viel diskutierten Themen? In Schule/Arbeit, in der Gemeinde? Welche Fragen stellst du dir?

Gleichzeitig ist Sexualität ein sehr persönliches Thema, und viele werden schon beim Hören des Titels der Andacht die eine oder andere Emotion verspüren:

  • Vielleicht bist du hier und hast bis jetzt noch nicht so viel über den christlichen Glauben gehört, und findest das alles irgendwie interessant. Aber du weißt auch, dass die Christen beim Thema Sexualität ein Weltbild haben, das so anders ist als du es kennst, und du fragst dich, ob das nicht alles ein bisschen extrem ist.

 

  • Du bist christlich aufgewachsen, hast die großen Erzählungen immer geglaubt. Und plötzlich hast du ein homosexuelles Pärchen in deinem Umfeld, das eine richtig schöne Beziehung führt. Oder du merkst bei dir selber, dass deine homosexuellen Empfindungen nicht nur eine Phase in der Pubertät waren. Und das lässt dich plötzlich total daran zweifeln, ob wir das wirklich alles richtig verstehen.

 

  • Du bist frustriert, denn du hast das Gefühl, dass du schon sehr viel über Sexualität und Christsein gehört hast. Und du stimmst den Werten eigentlich zu. Aber was dir beigebracht worden ist, ist so etwas wie "Lust Management". Wenn du eine attraktive Person siehst, schau weg, und nach 22 Uhr kein Handy mehr. Du hast dir einen Rechenschaftspartner gesucht, aber das gleiche Gespräch schon 5,6,7 mal oder öfter geführt. Und fragst dich langsam, ob christliche Sexualethik in der Realität eigentlich lebbar ist, oder ob du die einzige Person bist, die es einfach nicht gebacken bekommt.

 

  • Und vielleicht hast du auch schon die dunkelsten Seiten von Sexualität erlebt. Unfreiwilliger Kontakt mit Sexualität. Dass Dinge nicht einvernehmlich passiert sind.
    • Sexualität ist sehr nah an unserem Herzen. Gerade weil sie ein besonderes, heiliges Geschenk von Gott an uns ist, kann man uns in diesem Bereich auch die größten Verletzungen zufügen.
    • Wenn du hier Verletzungen trägst, soll ganz besonders dir gesagt sein:

                      Gott sieht dich. Er sieht deine Leiden.

      • Hagar war die Frau im alten Testament, die als Sklavin dafür hinhalten musste, dass Sara keine Kinder bekommen konnte. Sie musste mit Abraham schlafen und das Kind austragen, und wurde dann aus Eifersucht in die Wüste vertrieben. Und genau diese Frau ist es, die zu Gott gesagt hat: Du bist ein Gott, der mich sieht. Gott sieht dich und er will nicht, dass du da alleine durch musst. Wenn du dich noch niemandem anvertraut hast, dann such dir wen, dem du vertraust.

Überleitung

Sexualität ist etwas unfassbar intimes, und nahezu jeder hat seine eigene Geschichte und seine eigene Beziehung zur Sexualität. Sie ist etwas unfassbar schönes, sie treibt uns um, viele Wünsche und Sehnsüchte drehen sich um sie - und gleichzeitig entstehen unsere größten Verletzungen, unsere größte Scham in diesem Bereich.

Sexualität ist sehr nah an unserem Herzen platziert.

Es ist deswegen unmöglich, in einer Bibelarbeit alle Fragen zu beantworten und daher auch gar nicht der Anspruch. Aber das Thema Sexualität passt sehr gut in die Themenreihe "Proof of your love", denn Gott hat sie uns gegeben, damit wir verstehen, wie groß seine Liebe zu uns ist.

Erarbeitung und Anwendung

Die große Geschichte

Um Gottes Idee für Sexualität zu verstehen, müssen wir einmal weg von uns, hin zu den ganz großen Bögen der Weltgeschichte schauen. Auf den letzten Seiten der Bibel lesen wir:

Dann hörte ich einen Jubelgesang, der von einem vielstimmigen Chor zu kommen schien. Er klang wie das Tosen einer starken Brandung und gleichzeitig wie lautes Donnerrollen: 

Halleluja, gepriesen sei Gott, denn es herrscht unser Herr, der allmächtige Gott! Wir wollen uns freuen und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn jetzt ist die Hochzeit des Lammes gekommen und seine Braut hat sich dafür schön gemacht. Strahlend weißes Leinen hatte Gott ihr dazu geschenkt" Denn die feine Leinwand steht für die gerechten Taten der Heiligen. Dann befahl mir der Engel: Schreibe: Glücklich sind alle, die zum Hochzeitsmahl des Lammes eingeladen sind!" Und er fügte hinzu: "Das sind Gottes zuverlässige Worte''.

- Offenbarung 19,6-9

Das sind Worte aus der Offenbarung, hier geht es darum, was sein wird, wenn die Zeit dieser Welt hier vorbei ist. Johannes schreibt hier von einer gewaltigen Hochzeit. Die ganze Weltgeschichte bewegt sich auf diese Hochzeit zu. 

Jede Hochzeit hat eine einmalige Vorgeschichte, wie es dazu gekommen ist, dass zwei Menschen heiraten. 

Und genau so hat auch diese  hier beschriebene Hochzeit eine lange, bewegende Vorgeschichte:

  • Der Bräutigam kommt aus einem wohlhabenden Haus. Aus einem sehr, sehr edlen Haus. Er kommt aus einem Königshaus, er ist es gewohnt zu herrschen. "Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen", steht in Kolosser. Er ist mächtig, er ist ewig, er ist unfassbar rein und schön. Er ist gerecht und liebevoll, er hat alle Weisheit der Welt, und trotzdem ist sein Herz sanftmütig und demütig. Er ist der vollkommene Bräutigam und besser als jeder Traumprinz, den man sich vorstellen kann.

 

  • Und dieser Bräutigam macht sich auf die Suche nach einer Braut. Er macht sich dazu auf eine unfassbar lange, anstrengende Reise. Er kommt auf den Planeten Erde, lebt dort in einem Umfeld, das ganz und gar nicht seiner edlen Herkunft entspricht. Er hat Gold, Elfenbein, Diamanten und die schönsten Hölzer selbst erfunden. Doch jetzt lebt er jahrelang als einfacher Zimmermann und hat nicht mal einen Stein, den er als Kissen beim Schlafen verwenden kann.

 

  • "Er kam in das Seine und die Seinen nahmen ihn nicht auf". Er ist der König, der sich unter sein Volk mischt, und dort nicht erkannt wird.

 

  • Seine Mission ist, seine zukünftige Braut zu finden. Und er findet sie, doch sie passt noch nicht zu ihm, sie ist nicht eines Königs würdig. Sie ist so unattraktiv wie eine Obdachlose, die seit einem halben Jahr nicht mehr geduscht hat und drogenanhängig ist. Doch der Bräutigam nimmt sich dieser Frau an, er säubert sie, er gibt ihr frische Kleider, gibt ihr Schmuck. Einfach, weil er diese Frau liebt und heiraten möchte. Das ganze kostet ihn nicht nur Kraft und Geduld, sondern sein Leben.

 

  • Aber er tut das "um der vor ihm liegenden Freude Willen", er nimmt den schwierigen Weg in Kauf, weil er unbedingt diese Frau heiraten will.

 

  • Diese ganzen Vorbereitungen dauert lange - der Bräutigam wartet tausende Jahre, bis seine Braut endlich für ihn bereit ist. Der Bräutigam nimmt sie mit in seinen Palast, und es wird die größte, längste, und vor allem schönste Hochzeitsparty der Weltgeschichte geschmissen. Sie ist das Ziel einer Jahrtausende langen Reise von einem Bräutigam, der alles gegeben hat für diese eine Braut, die er heiraten will.

 

  • Das ist Jesus, der alles aufgegeben hat, um für immer mit der Gemeinde, also den erlösten Christen, zusammen sein zu können.

Das ist die große Geschichte, die sich durch die ganze Bibel durchzieht.

Jesus und die Gemeinde ist die wahrste Liebesgeschichte

Gott hat nicht die Welt nach dem besten Bild durchsucht, wie sehr Jesus die Gemeinde liebt, und ist dann bei der Ehe rausgekommen. Sondern er hat die Ehe von Anfang an so designed, dass diese Liebe dargestellt wird.

Die Autorin Rebecca McLoughlin schreibt dazu:

Aus christlicher Perspektive drehen sich Mann und Frau, Romantik, Sexualität und Ehe im Kern nicht um uns. Im Kern geht es um Jesus. Menschliche Ehe ist wie ein kleines Miniaturmodell von Jesus' Liebe für seine Gemeinde.

Manchmal sehen wir aber stattdessen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Oder anders gesagt, wir sehen die große, die realste Liebesgeschichte vor lauter Themen im Bereich Sexualität nicht mehr. So wichtig die Auseinandersetzung mit Themen wie Pornografie, Sex vor der Ehe oder Homosexualität ist, darf uns das nicht den Blick darauf versperren, dass unsere Sexualität und unser Umgang "Proof of his love" sein dürfen.

Im Wesentlichen bedeutet das für uns zwei Dinge:

1. Unser Umgang mit Sexualität soll ein Bild für Jesus Liebe zur Gemeinde sein

Im Epheserbrief schreibt Paulus zum Umgang von Ehemännern und -Frauen miteinander:

Und wie sich die Gemeinde Christus unterstellt, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterstellen. Ihr Männer, liebt eure Frauen, und zwar so, wie Christus, der Messias, die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat.

- Epheser 5,24-25

  • Wir sehen eine Anweisung an die Frauen, dass sie sich gegenüber den Männern so verhalten sollen, wie die Gemeinde gegenüber Jesus.
  • Und wir sehen eine Anweisung an die Männer, dass sie sich gegenüber ihren Frauen so verhalten sollen, wie sich Jesus gegenüber der Gemeinde verhält

In den vergangenen Bibelarbeiten dieser Reihe haben wir uns schon angesehen, wie groß die Liebe von Jesus zu uns ist.

Was Paulus hier beschreibt, ist mehr als eine einfache Anweisung. Wir finden hier ein grundsätzliches Prinzip für unsere romantischen Beziehungen und damit auch für unsere Sexualität:

Wie wir mit unserer Sexualität umgehen, soll ein Anschauungsbeispiel dafür sein, wie Jesus mit der Gemeinde umgeht.

Stell dir vor, du sitzt in einem schönen alten klassischen Theater. Dort wird Romeo und Julia aufgeführt. Die Schauspieler lernen monatelang Texte, proben, schauen welches Kostüm am besten den Inhalt der Love Story rüberbringt. Sie geben alles, um diese weltberühmte Geschichte zu erzählen. Alles dient dazu, dass der Zuschauer am Ende Romeo und Julia versteht, ihre Emotionen, Gedanken und Motive. Der Zuschauer soll sich richtig in Romeo und Julia reinversetzen können. Die wenigsten Zuschauer werden am Ende die Namen der Schauspieler kennen, denn im Kern geht es nicht um sie, sondern um die Charaktere Romeo und Julia.

Und so geht es auch bei einer christlichen Ehe im Kern nicht mehr um die beiden Partner. Sondern es geht am Ende darum, dass die Ehe eine größere Geschichte erzählt - die von Jesus, wie er seine Gemeinde liebt.

Vielleicht wunderst du dich, dass es hier um den Umgang von Ehepartnern allgemein miteinander geht, aber wir können hier Sexualität nicht isoliert betrachten. Nach christlichen Maßstäben findet Sex immer innerhalb einer Ehe statt. Wenn wir also Sexualität betrachten, werden wir immer auch über Ehe sprechen. Ich möchte vor allem Mut machen, wenn wir über die Ehe als Miniaturmodell für Jesus Liebe nachdenken, auch über Sexualität nachzudenken, denn Gott hat Sex eben genau mitten in dieses Bild gelegt.

Das bedeutet, seine Prinzipien für Ehe gelten auch, wenn nicht sogar ganz besonders für Sexualität.

Wenn wir das verstehen, führt das zu einem Perspektivwechsel:

Denn die christlichen Vorstellungen davon, wie wir mit unserer Sexualität umgehen, sind anspruchsvoll. Es entspringt weder unserer Natur, ein Leben lang einem Partner treu zu bleiben, noch zuvor auf diesen einen Partner zu warten.

Diese Gebote Gottes können wir einfach als einschränkend bewerten. Oder wir können stattdessen beginnen, Gottes Gebote für Beziehung und Sexualität als Regieanweisungen zu verstehen. Gott gibt Gebote, damit wir besser ausdrücken können, was diese große Erzählung - Jesus liebt die Gemeinde - beinhaltet.

Bei interaktiver Gestaltung: Nehmt euch ein vorher genanntes Thema heraus (z.B. ein Partner fürs ganze Leben) und besprecht, wie darin Gottes Liebe zur Gemeinde wiedergespiegelt wird.

2. Wenn unsere Sexualität ein Bild für die Liebe von Jesus ist, können wir etwas von diesem Bild lernen

Doch wozu braucht man ein Theater, wenn es keine Zuschauer gibt? Wenn Gott sich wünscht, dass wir mit unserem Umgang mit Sexualität eine größere Wirklichkeit darstellen, dann können wir uns auch mal ins Publikum setzen und beobachten:

Welche Geschichte wird hier erzählt? Wie kann ich hier Gottes Liebe mehr verstehen?

  • Denke mal an die schönsten Beziehungsmomente in deinem Umfeld: Die frisch Verliebten in deiner Gemeinde, die 5 Stunden Auto fahren, um sich 2 Stunden zu sehen sind ein Bild davon, wie endlos Jesus die Christen liebt, und das vertraute Schweigen bei Opa und Oma zeigt dir, wie Jesus dich auch ohne Worte durch und durch kennt. Gottes Liebe ist nicht kalt und abgeklärt, sondern die beste Beziehung, die du kennst, ist gerade mal ein schwacher Abklatsch davon.
    Frag doch mal einen verheirateten Jugendleiter, was er durch seine Beziehung über Gottes Liebe gelernt hat.

 

  • Aber auch Singles passen in dieses große Bild, wie die andere Seite der gleichen Medaille: Wenn ein Single ohne Beziehung und ausgelebte Sexualität ein wirklich erfülltes Leben hat, dann zeigt er allen: Sex ist nicht das Ziel, Beziehung ist nicht das Ziel. Jesus Liebe ist das Ziel. Seine Liebe ist die wahre Liebe. Ein Single, der sich einen Partner wünscht, dabei aber von Herzen weiß, dass die größte Hochzeit nach seinem Tod wartet, ist ein großes Zeugnis!

 

  • Und wenn es das verlobte Paar kaum aushält, endlich zu heiraten, und ja - endlich miteinander zu schlafen - können wir auch dort etwas verstehen: Jesus sehnt sich wirklich danach, uns endlich zu sich nach Hause zu holen!

Das „Theaterstück“ Liebe und Sexualität zu beobachten und daraus über Gottes Liebe zu lernen, ist ein großer Schatz.

Schluss

Auch, wenn wir diesen Blickwinkel einnehmen, wird der Umgang mit unserer Sexualität eine Herausforderung bleiben. Und wir sollten uns mit unseren eigenen, konkreten Herausforderungen und Fragen beschäftigen. Aber der Blick aufs große Ganze zeigt, wie viel Schönheit in Gottes Regieanweisungen steckt, und sie lässt uns ein Stück weit erkennen, wie groß seine Liebe zu uns sein muss.

Und wir erkennen auch, wie hier das Evangelium verwoben ist: Es ist Jesus, der der Braut ein weißes Kleid angezogen hat, und deswegen können wir uns auch bei Versagen sicher sein: Er hat uns schon vergeben.