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Proof of your Love

Liebe macht einen Unterschied

Jemanden zu lieben heißt, ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Diese Andacht will uns dazu ermutigen Nächstenliebe bewusst im Alltag zu leben und unser Gegenüber zu sehen.

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10. Februar
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4 min
Proofofyourlove3

Einleitung

Idee:

Während der Einleitung eine Bildschirmaufnahme von Instagram oder TikTok im Hintergrund laufen lassen. Während die Inhalte ununterbrochen weiterlaufen, wird den Zuhörern bewusst, wie sehr unsere Aufmerksamkeit im Alltag gebunden – und oft auch zerstreut – ist.

Was oder wem schenkst du in deinem Leben Aufmerksamkeit?

Lehrern, Klassenkameraden, dem Handy, Personen auf TikTok & Instagram?
Pro Sekunde treffen rund 10.000.000 Einzelinformationen auf uns, die unser Unterbewusstsein automatisch filtert. Wir entscheiden meist unbewusst, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken.

Dabei merken wir: Unsere Aufmerksamkeit ist nicht unendlich. Und wir leben in einer Zeit, in der man von einer Kannibalisierung der Aufmerksamkeit sprechen kann – wir „essen“ unsere Aufmerksamkeit mit unserem Nutzungsverhalten selbst auf. Die Aufmerksamkeit wird nicht zunehmend weniger, aber sie ist härter umkämpft.

Wem oder was schenken wir Aufmerksamkeit? Und was hat Aufmerksamkeit mit Nächstenliebe zu tun? 

Hauptteil

In Johannes 9 wird von einem Mann erzählt, der von Geburt an blind ist. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er durch Betteln. Um zu überleben, ist er auf die Aufmerksamkeit der Menschen angewiesen. Doch vermutlich gehört er längst zum gewohnten Straßenbild. Man sieht an ihm vorbei. Er ist nicht nur blind – er ist unsichtbar für die Menschen.

Im Vorbeigehen sah Jesus einen Mann, der von Geburt an blind war.
‚Rabbi‘, fragten ihn seine Jünger, ‚wie kommt es, dass er blind geboren wurde? Hat er selbst gesündigt oder seine Eltern?‘
‚Es ist weder seine Schuld noch die seiner Eltern‘, erwiderte Jesus. ‚Er ist blind, damit Gottes Macht an ihm sichtbar wird.‘

- Johannes 9,1-3

Man könnte viel über diesen Text sagen, über die verschiedenen Reaktionen auf Jesus und den Mann.

Hier geht es nur um den ersten Satz: „Im Vorbeigehen sah Jesus …“ Jesus ging vorbei und sah den Mann. Er nahm ihn wahr – so sehr, dass es seinen Jüngern auffiel.

Wie oft gehen wir an Menschen vorbei, ohne sie zu sehen?

Bettler, aber auch Menschen in unserem Umfeld, bei denen wir merken, dass es ihnen nicht gut geht. Fragen wir nach? Schenken wir ihnen Aufmerksamkeit?

In vielen Geschichten zeigt sich, wie Jesus Menschen sieht: Zöllner, die verachtet werden, Prostituierte, die am Rand der Gesellschaft stehen, Witwen, die niemand wahrnimmt. Zusammengefasst:

Kein Mensch sah die Menschen so wie Jesus. Er schenkte ihnen Aufmerksamkeit.

Der Gott der Bibel sieht uns Menschen und kümmert sich um uns. Jesus nimmt dafür einmal die Spatzen als Beispiel(Mt.10,29). Die waren damals die billigsten Tiere. Er sagt einmal, seid sicher, wenn Gott die Flugkurve der Spatzen sieht, dann sieht er auch dich. Ihr könnt euch sicher sein, dass ihr mehr wert seid als Spatzen.

Gott sieht uns und schenkt uns Aufmerksamkeit. In der Geschichte finden wir drei Aspekte, die uns dabei helfen können, Nächstenliebe im Alltag zu leben.

Gott schenkt uns Aufmerksamkeit – er liebt uns 

Erstmal müssen wir bei uns selbst anfangen und verstehen, wie sehr uns Jesus liebt und was das für unser Leben bedeutet. Wenn wir das nicht verinnerlicht haben und bei anderen Dingen ansetzen, werden wir daran kaputt gehen (Römer 5,8). Passend dazu findest du bei uns im Shop den „Amazing Grace“ Kleingruppenkurs.

Gott Aufmerksamkeit schenken

Der blinde Mann hörte Jesus zu, vertraute ihm und ging zum See.

Haben wir Zeiten der Ruhe in unserem Leben, in denen Gott zu uns sprechen kann? Oder sind wir so abgelenkt, dass wir Gott gar keinen Raum in unserem Leben geben?

Unser Leben ist oft wie ein aufgewühlter See. Wenn dort ein Stein hineingeworfen wird, sieht man keine Veränderung, weil die Wellen alles verschlucken. In der Ruhe jedoch breiten sich die Wellen langsam auf dem See aus. Wenn wir uns danach sehnen, Gott besser kennenzulernen, liegt es auch an uns, Räume in unserem Leben zu schaffen, in denen wir diese Ruhe finden und Gott zu uns sprechen kann. Das kann zu Hause am Schreibtisch, im Sessel, auf dem Sofa oder bei einem Spaziergang oder Lauf in der Natur … sein.

Menschen Aufmerksamkeit schenken

Gott schenkt uns seine Liebe und Aufmerksamkeit. Was ist deine Antwort darauf? 

Jesus antwortet, im übertragenen Sinn, als er nach dem wichtigsten Gebot gefragt wird, folgend: Gott Aufmerksamkeit schenken, aber das zweite ist genauso wichtig, Menschen Aufmerksamkeit schenken.

Die Wichtigste Form der Liebe ist die Aufmerksamkeit. Wenn wir einen anderen Menschen lieben, schenken wir ihm unsere Aufmerksamkeit: damit tragen wir zum Wachstum dieses Menschen bei.

– Scott Peck

Häufig denken wir bei Nächstenliebe zuerst an karitative Arbeit. Doch im Kern geht es immer um dasselbe: Aufmerksamkeit.

Hilfe beginnt damit, die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen.

Das erfordert, den Blick von uns selbst abzuwenden und ihn auf den Nächsten zu richten.

Wem gilt unsere Aufmerksamkeit im Alltag? Oft reicht es schon, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.

Schluss

Jesus sieht den Mann im Vorübergehen – er hatte ursprünglich ein anderes Ziel. Was für eine Ermutigung. Es braucht nicht den Saal mit 5.000 Menschen oder den großen TikTok-Kanal mit Reichweite.

Wem oder was schenken wir in unserem Alltag unsere Aufmerksamkeit?

Vielleicht ist es nur die ehrliche Frage an einen Freund, wie es ihm gerade wirklich geht, oder eine kleine Aufmerksamkeit, die jemandem Freude macht.

Das Wirken Gottes spielt sich meist im Vorübergehen ab. Es geschieht in den unspektakulären Alltagssituationen deines Lebens – im Vorübergehen.

– John Ortberg