Gemeinde lieben (lernen)
Gemeinde soll der Ort sein, an dem Nächstenliebe sichtbar wird – in Vergebung, in Unterstützung, in ehrlichem Interesse, in praktischer Hilfe. Leben wir das?
Ich gebe euch jetzt ein neues Gebot: Liebt einander! Genauso wie ich euch geliebt habe, sollt ihr einander lieben! An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.
- Johannes 13,34-35
An der Liebe untereinander sollen die Menschen um uns herum erkennen, dass wir zu Jesus gehören.
Gemeinde soll der Ort sein, an dem Nächstenliebe sichtbar wird – in Vergebung, in Unterstützung, in ehrlichem Interesse, in praktischer Hilfe.
Die Liebe zueinander soll das Erkennungszeichen sein. Nicht Programme, Strukturen oder Veranstaltungen machen den Kern einer Gemeinde aus, sondern die Liebe untereinander.
Nächstenliebe ist daher kein Vorschlag oder eine Option, worüber man ja mal nachdenken kann. Es ist ein Auftrag den Jesus uns gibt.
Gottes Wunsch von Gemeinde
Auffällig ist: Die Bibel liefert keine Bauanleitung dafür, wie Gemeinde auszusehen hat. Gott scheinen weniger feste Formen wichtig zu sein als Prinzipien. Gemeinde bleibt dadurch beweglich, kulturfähig, lebendig. Gemeinde meint im neuen Testament oft die Gesamtheit aller Gläubigen, aus aller Welt, aus allen Ländern, die Gesamtgemeinde – Ekklesia (vgl. Epheser 1,22).
Woanders sind die Christen an einem Ort an die Paulus zum Beispiel seine Briefe schreibt, das sind dann die Ortsgemeinden. Diese entstehen dort, wo Christen aus einer Gegend zusammenkommen, um Gott zu loben, Gemeinschaft zu haben und Gemeinde zu leben. Diese zeichnen sich durch Einheit und Vielfalt aus. Da kommen alt und jung zusammen, Menschen unabhängig von der sozialen Stellung, Einkommen oder Job. (vgl. Epheser 6,5-9). Alle haben unterschiedliche Gaben von Gott bekommen und sollen einander damit dienen (vgl. 1 Petrus 4,10).
Das Erkennungszeichen dieser Gemeinschaft soll die Liebe zu Gott und zu den Menschen drum herum sein.
Doch wie könnte das in einer Gemeinde aussehen? Was ist Gottes Wunsch für Gemeinde?
Die folgenden Punkte möchten eine Orientierung geben und einige Aspekte beschreiben, die eine Gemeinde prägen können. (Die Punkte stammen aus einem älteren Artikel von Daniel Platte)
Gemeinschaft
Gott möchte dich durch die Liebe anderer Christen beschenken.
Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe!
- 1. Petrus 4,8
So seid ihr nicht länger Fremde und Heimatlose; ihr gehört jetzt … sogar zu seiner Familie.
- Epheser 2,19
Gemeinde soll ein Ort sein, an dem Menschen eine liebevolle Gemeinschaft erleben. Eines der häufigsten Bilder für Gemeinde im Neuen Testament ist die Familie. Als Gemeinde für alle Generationen dürfen wir lernen, aufeinander zu achten, die Last des anderen zu tragen und echte Freundschaften zu leben.
Nachfolge
Gott möchte, dass du in der Gemeinde geistlich wachsen kannst.
Macht alle Nationen zu Jüngern … und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe!
- Matthäus 28,19
Lasst uns aber die Wahrheit bekennen in Liebe und in allem hinwachsen zu ihm, der das Haupt ist, Christus.
- Epheser 4,15
Gemeinde ist ein Raum, in dem persönlicher Glaube wachsen darf. Wir können uns gegenseitig ermutigen Jesus konsequent nachzufolgen. Gesunde biblische Lehre, gute Vorbilder und tragfähige Beziehungen schaffen ein Umfeld, in dem geistliches Wachstum möglich wird.
Anbetung
Gott lädt uns ein, ihn zu lieben, zu seiner Ehre zu leben und uns an ihm zu freuen.
Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken.
- Matthäus 22,37
Unser Wunsch ist es, Gott mit Worten und Taten groß zu machen. Mit unserem ganzen Leben möchten wir ihn ehren. Deshalb bildet für viele Gemeinden die gemeinsame Anbetung einen wichtigen Mittelpunkt – ein bewusster Moment, um den Blick neu auf Gott auszurichten.
Dienst
Gott möchte, dass wir ihm dienen und für andere da sind.
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
- Matthäus 22,39
Wie ihr euch … zu Gott bekehrt habt, um dem lebendigen Gott zu dienen.
- 1. Thessalonicher 1,9
So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel verherrlichen.
- Matthäus 5,16
Gemeinde ist auch ein Ort, an dem Menschen ermutigt werden, ihre Kraft, Zeit und Gaben einzubringen. Dienende Menschen prägen das Leben einer Gemeinde und spiegeln Gottes Herz wider. Es gibt viele Möglichkeiten, sich einzusetzen. Jeder von uns hat Gaben bekommen und wir dürfen diese auch einsetzen, um gemeinsam Gemeinde zu bauen.
Evangelisation
Gott möchte, dass Menschen ihn kennenlernen.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker …
- Matthäus 28,19
Eine Gemeinde lebt nicht nur nach innen, sie trägt Hoffnung nach außen. Wir können uns gegenseitig ermutigen im eigenen Umfeld von Jesus zu erzählen. Gleichzeitig entstehen immer wieder kreative Wege, Gottes Einladung sichtbar zu machen. Das können Veranstaltungen sein, aber vor allem der persönliche Kontakt zu Menschen.
Ich glaube, wir können uns auch die Frage stellen:
Lieben wir unsere nicht-christlichen Freunde und Nachbarn wirklich? Wollen wir Zeit mit ihnen verbringen oder sehen wir in ihnen „nur“ ein Evangelisationsprojekt? Sind wir bereit, in Freundschaften und Beziehungen zu investieren?
Ich glaube die perfekte Gemeinde gibt es nicht und egal wo man sein wird, man wird immer wieder Dinge finden, die man anders sieht, oder anders machen würde. Ein Satz von Bonhoeffer hat mich in dieser Hinsicht sehr geprägt:
Wer seinen Traum von einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, der wird zum Zerstörer jeder christlichen Gemeinschaft, und ob er es persönlich noch so ehrlich, noch so ernsthaft und hingebend meinte.
Am Ende müssen wir uns immer die Frage stellen, was hinter unserem Antrieb steckt.
Austausch in Gruppen
Folgende Fragen können dabei als Einstieg dienen:
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Wie ist mein Bild von Gemeinde? Wo lass ich mich auch Hinterfragen…
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Was fällt dir schwer am Gemeindeleben?
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Was wünschst du dir von deiner Gemeinde?