Einer für alle, alle für einen

Beides - die Schöpfung und die Erlösung sind das Werk des dreieinen Gottes. Jeder setzt sich für den anderen ein, jeder dient dem anderen. Das ist unser Gott: #Dreieinerfüralle
Einer für alle, alle für einen

Text: Markus 1,1-19

Ziel

Die Jugendlichen sollen von dem ureigenen Wesen Gottes als den dreieinigen Gott, wo sich jeder um den anderen dreht, statt um sich selbst, begeistert werden und sich diese Liebe sehnlichst wünschen.

Einstieg

Diskutiert in der Gruppe welches Lebensmotto effektiver ist?

  1. Einer für alle – Alle für einen
  2. Wenn jeder an sich denkt, ist an jeden gedacht

Das zweite Lebensmotto ist uns menschlich angeboren und wir alle müssen uns im gesunden Maße um uns selbst kümmern (Eph. 5,29), aber sobald man verletzt, emotional schwach, überfordert oder benachteiligt ist, würde sich jeder wünschen nach dem ersten Motto zu leben, weil sich hier jeder um den anderen kümmert und jeder sich für alle einsetzt.

Erarbeitung

Warum dieses Motto so wichtig für Gott ist, lernen wir in dieser Bibelarbeit. Dazu gehen wir nicht jeden Vers durch, sondern konzentrieren uns auf die Person von Jesus, wie in der gesamten Bibelarbeitsreihe.

Gottkönig

1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi,des Sohnes Gottes; 2 wie in dem Propheten Jesaja geschrieben steht: »Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg bereiten wird.« 3 »Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn, macht seine Pfade gerade!« 4 Johannes trat auf und taufte in der Wüste und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Markus 1,1-4

Markus fällt direkt mit der Tür ins Haus und stellt die Hauptperson seines Berichtes vor.

Wie wird Jesus in den Versen 1-4 bezeichnet?

    1. Messias: Er ist der von Gott versprochene Retter, den jeder Jude sehnlichst erwartete. Er ist der gesalbte König, der kommen sollte, um die Israeliten von ihren Bedrückern und Nöten zu erretten.
    2. Sohn Gottes: Dass der Messias auch der Sohn Gottes sein sollte, gehörte nicht zur Vorstellung der Juden. Markus macht deutlich, dass Jesus göttlich ist. Von Gott abstammt.
    3. Herr: Das Zitat aus Jesaja macht dann endgültig klar, dass Jesus sogar der Herr ist, also Gott gleichgesetzt.

Damit deutet Markus direkt am Anfang an, dass Jesus, der erwartete König und Gott selbst ist.

Gott der Herr, der sehnlichst erwartete Gottkönig, der sein Volk erlösen wird, und Jesus – sie sind irgendwie ein und dieselbe Person. Tim Keller

Warum das so wichtig ist, erfahren wir danach.

Taubentaufe

9 Und es geschah in jenen Tagen: Jesus kam von Nazareth in Galiläa und wurde von Johannes im Jordan getauft. 10 Und sobald er aus dem Wasser heraufstieg, sah er die Himmel sich teilen und den Geist wie eine Taube auf ihn herabkommen. Markus 1, 9-10

1. Habt ihr euch auch schon mal gefragt, warum Jesus sich selbst taufen ließ?

Dies war sozusagen der Moment, wo Jesus als der kommende König eingesetzt wurde. Im Alten Testament wurde ein König durch die Salbung eingesetzt. Der Messias bedeutet übersetzt „Gesalbter“. Mit der Salbung in ein Propheten- oder Königsamt war die Begabung mit dem Heiligen Geist verbunden (Lk. 4,18). So auch hier. Jesus wird hier offiziell – mit Ankündigung von Johannes (dem letzten Prophet des Alten Bundes) – zum König, Priester und Propheten gesalbt (vgl. Apg. 10,38)

Der Geist des Herrn, Herrn, ist auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Jesaja 61,1

Damit wusste jeder Jude, der den Bibelvers aus Jesaja kannte, dass Gott nun wirklich Jesus als den König gesalbt hat.

2. Hast du schon einmal überlegt, warum der Heilige Geist als Taufe auf ihn schwebte? Kennst du eine Bibelstelle, wo der Heilige Geist ebenfalls schwebte?

Der Heilige Geist kommt im Alten Testament nie als Taube vor. In der Heilige Schrift, die den Juden zu Jesu Zeiten in Aramäisch vorlag, gibt es nur eine einzige Stelle, in der der Heilige Geist schwebte und das ist ganz am Anfang der Schöpfung.

Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. 2 Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. 1. Mose 1,1-2

Das hebräische Wort bedeutet hier soviel wie „flattern“; der Geist flatterte über den Wassern. In der Targume (so nennt man die aramäischen Übersetzungen) übersetzen die Rabbis diesen Stelle mit „und der Geist Gottes flatterte über die Oberfläche der Wasser wie eine Taube“

Bei der Erschaffung der Welt gibt es drei aktive Beteiligte: Gott, Gottes Geist und Gottes Wort, durch das er erschafft. Die gleichen drei Personen sind bei der Taufe von Jesus zugegen: der Vater, der die Stimme ist, der Sohn, der das Wort ist, und der Heilige Geist, der wie eine Taube flattert. Tim Keller

Dreieinerfüralle

Und eine Stimme kam aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. Markus 1,11

Beides – die Schöpfung und die Erlösung sind das Werk des dreieinen Gottes. Die Trinität (Dreieinheit) Gottes ist ein Geheimnis, das wir nie ganz verstehen werden. Es gibt nur einen Gott, der aber gleichzeitig in drei Personen existiert.

1. Was ist das besondere an Gottes Wesen, wenn wir darüber nachdenken, dass er schon immer in drei Personen existiert hat (auch bevor wir geschaffen wurden)?

    • Er liebte schon immer Gemeinschaft
    • Sie halten immer zusammen
    • Sie machen (erschaffen) alles gemeinsam

Nicht nur, dass die drei Personen eine perfekte Einheit bilden, zeigt uns Gottes tiefstes Wesen, sondern besonders auch diese Aktion hier bei der Salbung des Sohnes:

  • als Jesus aus dem Wasser steigt, umgibt und bedeckt der Vater ihn mit Worten der Liebe „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen“
  • und der Geist umgibt ihn mit Macht.

Beide Personen der Gottheit lenken die Aufmerksamkeit auf Jesus. Sie drehen sich um Jesus. Sie stellen ihn in den Mittelpunkt. Sie feiern ihn. Genauso ist es aber auch andersherum. Später macht Jesus immer deutlich, dass sein größter Wunsch ist, den Vater zu verherrlichen (vgl. Johannes 14,13). Gleichzeitig stellt Jesus immer wieder die Macht und Wichtigkeit des Heiligen Geistes in den Mittelpunkt (Johannes 16,5f). Aber dem Heiligen Geist geht es wiederum nicht darum, sich in den Mittelpunkt zu stellen, sondern eben immer vom Sohn und vom Vater zu zeugen.

Die Personen innerhalb Gottes erhöhen einander, haben Gemeinschaft miteiander und beugen sich einander (…). Jede der göttlichen Personen hat die beiden anderen im Zentrum ihres Seins. In einer beständigen Bewegung des Sichöffnens und Annehmens umgibt und umkreist jede die anderen (…). Gottes Inneres fließt (daher) über von Wertschätzung für andere. Cornelius Plantinga

Jeder setzt sich für den anderen ein, jeder dient dem anderen. Das ist unser Gott: #Dreieinerfüralle

2. Was kann uns diese Liebe von den drei Personen unseres Gottes über uns zeigen?

  • Manche Menschen meinen, sie sind voller Liebe, aber eigentlich sind das nur Gefühle, wo man vom Partner die Befriedigung seiner eigenen Bedürfnisse erwartet. Bei dieser Liebe geht es eigentlich um mich selbst, statt um den anderen.
  • Die göttliche Liebe stellt die Verehrung des Anderen in den Mittelpunkt. Seine oder ihre Bedürfnisse und Wünsche sind mir wichtiger als meine. Ich manipuliere den anderen nicht, sondern wünsche mir ernsthaft die Entfaltung und Verehrung des anderen.
  • Diese Liebe macht zutiefst glücklich, weil ich den Anderen immer glücklich machen möchte und er mich. Weil ich für den Anderen da bin, und er für mich. Jeder dient dem Anderen. Jeder setzt sich für den Anderen ein.
Andere Menschen zu verehren, „verherrlichen“ meint, sich ihnen bedingungslos hinzugeben, nicht, weil wir damit irgendeinen Zweck erreichen, sondern nur aus Liebe und Wertschätzung Tim Keller
  • Nur, wenn ich diese Liebe vom Dreieinen Gott empfange, habe ich die Kraft, auch andere Menschen zu lieben. Unsere alte sündige Natur (Fleisch) sehnt sich nur danach, seine Bedürfnisse zu erfüllen und sich damit selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Göttliche Liebe hat die Kraft, mein Gegenüber, zum Beispiel meinen Partner, bedingungslos zu lieben.
Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat. 1. Johannes 4,19

Anwendung

  1. In den Liedern „so will I“ oder „Relentless“ wird von dieser wunderbaren Hingabe und Liebe Gottes gesungen. Singt es gemeinsam oder hört euch die Lieder an und lasst den Text auf euch wirken. Spürt ihr diese Sehnsucht, genauso zu lieben, wie es Gott tut? Dann bittet ihn um diese Liebe jeden Tag.
  2. Jeder für sich schreibt in einer Tabelle auf, in welchen Situationen er eher mit egoistischer Liebe und in welcher er mit göttlicher Liebe liebt.
    • Übrigens kann an dieser Stelle evtl. wichtig sein zu erklären, dass extreme Selbstaufopferung für andere ohne Grenzen setzen oder „Nein“ sagen zu können, nicht diese Liebe meint. Wer aus göttlicher Liebe dient und den anderen verherrlicht, macht es aus Freude und Fröhlichkeit, nicht aus Verdruss, Angst oder Feigheit.
  3. Als missionarisch apologetischer Impuls für Nichtchristen: Gott hat uns nicht geschaffen, weil er einsam war und Liebe brauchte. Er benutzt uns nicht, um glücklich zu sein. Er ist in sich glücklich durch Liebe, Wertschätzung und Dienst. Vielmehr möchte er uns durch sein Wesen zeigen, wie wir mit seiner Schöpfung (also mit Menschen und Natur) umgehen sollen. Immer wieder sagt er, wenn ihr eurer bedürfnisgetriebenen Natur hinterherlauft, macht ihr euch und andere kaputt. Aber mit meiner Liebe, kann Frieden und Erholung für Mensch und Schöpfung einkehren, weil man sich umeinander kümmert und der Schöpfung dient. Wünschst du dir auch diese Liebe vom dreieinen Gott? Dann bete in deinem Herzen zu ihm, und sprich nachher einen Christen an, wie du diese Liebe bekommen kannst.