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Liebe

Die Liebe zählt

Es ist wichtig seine Gaben zu entdecken, doch am wichtigsten ist die Motivation dahinter

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12. August 2013
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4 min

Ganz schön krass, was Paulus da behauptet am Anfang von 1. Korinther 13! Wenn er der tollste Redner der Welt wäre, wenn er alle Geheimnisse wüsste, ja selbst wenn er sein Leben hingeben würde, aber keine Liebe hätte, dann würde das alles nichts nützen.

Paulus gibt uns jede Menge Informationen über Gaben im 12. und 14. Kapitel des 1. Korintherbriefs. Bei flüchtigem Lesen des 13. Kapitels könnte man meinen, das passt gar nicht hierher. Wenn man genauer hinschaut, merkt man, wie genau das in diesen Zusammenhang passt.

1.Korinther 12,31 leitet dieses Kapitel ein und stellt so die Verbindung her.

„Und einen Weg noch weit darüber hinaus zeige ich euch.“

Und wenn die Liebe fehlt?

Die Korinther-Christen waren von Gott sehr begabt worden. In 1. Korinther 1,7 dankt der Apostel Paulus Gott dafür: „Daher habt ihr an keiner Gnadengabe Mangel, …“  Trotzdem lief es in der Gemeinde in Korinth nicht rund. Das hatte damit zu tun, dass die Korinther ihre Gaben nicht mit der entsprechenden Motivation ausübten. Ihnen fehlte die Liebe. So muss Paulus sie ermahnen:

„Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut.“ (1. Korinther 8,1b)

Konsequenzen spüren

Wenn die Liebe fehlt, dann entsteht Neid auf die Gabe des Anderen. Das ist eine böse Falle, denn Neid missfällt Gott.

Bei den Geschwistern in Korinth können wir Konkurrenzdenken und sogar Stolz beobachten. Dazu kann Paulus nicht schweigen.

„Keiner von euch darf den einen von uns (Anmerkung: es geht hier um Paulus oder Apollos) auf Kosten des Anderen hervorheben und sich damit auch noch wichtig machen. Was bringt dich überhaupt dazu, so überheblich zu sein? Ist nicht alles, was du hast, ein Geschenk Gottes? Wenn es dir aber geschenkt ist, warum prahlst du dann damit, als hättest du es dir selbst zu verdanken?“ (1. Korinther 4,6b-7)

Ist die richtige Motivation nicht da, entstehen auch Parteiungen und Streitigkeiten in der Gemeinde (vgl. 1. Korinther 1,10-17).Noch ein letzter Gedanke in dieser Negativliste: Wenn wir unsere Gaben ohne die Liebe praktizieren, dann werden wir schnell ausbrennen.

Einander in Liebe dienen!

„Dient einander durch die Liebe!“ (Galater 5,13)
„Die Liebe Christi drängt uns, …“ (2. Korinther 5,14)

Diese Liebe ist kein schwammiger Begriff und keine Gefühlsduselei. Henry Drummond, ein Theologe des 19. Jahrhunderts, kommentierte treffend:

„Liebe ist keine Angelegenheit des starken Gefühls. Sie ist ein reicher, starker, Kraft spendender Ausdruck der Prägung eines Lebens durch Christus, die Christusähnlichkeit in ihrer vollen Entfaltung. Und das wird nur durch ständige Übung erreicht.“

In 1. Korinther 13,4-7 zeigt Paulus uns das ganze Spektrum der Liebe: 

Die Liebe ist langmütig und gütig, die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf; sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu; sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.

Wenn wir einander in Liebe dienen, dann haben wir Geduld miteinander und Geduld haben wir bitter nötig in unserem Dienst.

Wir brauchen Freundlichkeit und Großzügigkeit im Umgang miteinander. Wie gut und angenehm ist es, wenn begabte Geschwister demütig sind! Denn Demut ist „versteckte Liebe.“

Die Liebe benimmt sich nicht unverschämt und sucht nicht den eigenen Vorteil. Gott gab die Gaben zum Nutzen der ganzen Gemeinde. Wenn wir einander in Liebe dienen, dann leuchtet die Bestimmung Gottes hell und strahlend in unseren Gemeinden auf.

Oft machen uns begabte Geschwister Mühe, weil sie ihren Dienst mit viel Bitterkeit verrichten. Hätten sie die Liebe dabei, dann würde ihre Bitterkeit verschwinden. Sie wären weder nachtragend, noch schnell gereizt.

Weil die echte, biblische Liebe immer paarweise mit der Wahrheit kommt, freut sich die Liebe auch mit der Wahrheit. Keine unlauteren Motive dürfen uns antreiben, keine versteckten Intrigen dürfen unsere Absicht sein.

Gottes Liebe lässt uns auch weitermachen, wo wir keine Anerkennung bekommen und wo uns vielleicht falsche Motive unterstellt werden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie sehr das schmerzen kann. Wenn uns Gottes Liebe drängt und motiviert, dann können wir manches ertragen und aushalten. Andernfalls sind wir bald erschöpft und brennen aus.

„Alles bei euch geschehe in Liebe“, motiviert Paulus (1.Korinther 16,14)

Wenn wir in der richtigen Art und Weise unsere Gaben betätigen, nämlich in Liebe, dann hat das folgende Konsequenzen:

  • Dann kommt Freude auf in der Gemeinde und jeder bringt sich engagiert mit seinen Gaben ein.
  • Dann ist jeder gerne ein Glied des Leibes und dieser Leib wird funktionieren als eine Einheit.
  • Dann repräsentieren wir die Einheit, von der unser Herr Jesus in Johannes 17 spricht.
  • Dann erleben wir in der Gemeinde einen kleinen Vorgeschmack auf den Himmel.
  • Dann werden Nichtchristen von unserer Gemeinschaft wie mit unsichtbaren Seilen angezogen werden, weil wir an unserer Liebe erkannt werden (vgl. Johannes 13,35).
  • Dann bekommt Gott die Ehre, die ihm zusteht (vgl. 1. Petrus 4,10-11). Und genau darum geht es, dass, „in allem Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus.“(1. Petrus 4,11b)

Wolfgang Seit