Die etwas andere Mahlzeit

Diese Bibelarbeit zu Markus 14 bringt dir das Abendmahl und damit Jesus im Alltag näher.
Die etwas andere Mahlzeit

Überblick

Im  Alltag den Fokus auf Jesus zu behalten? Das ist gar nicht so einfach. Und manchmal ist es so abstrakt und losgelöst von unserer heutigen Lebenswelt, was da vor 2000 Jahren passiert ist. Jesus selbst war sich bewusst, dass wir uns schwertun, immer wieder an ihn zu denken. Und deshalb hat er das Abendmahl als Erinnerung eingesetzt. Diese Bibelarbeit zu Markus 14 bringt dir das Abendmahl und damit Jesus im Alltag näher.

Ziel

Die Jugendlichen werden ermutigt, tiefergehend über das Abendmahl nachzudenken und es als Chance zu begreifen, Jesus im Alltag im Blick zu behalten.

Einleitung

Mit der Einleitung sollen sich die Jugendlichen den Kontext des Abendmahls, nämlich das Passahfest vor Augen führen.

  1. Variante:

Für Gruppen mit Vorwissen zum Passahfest: Video-Nachruf.

Wenn ein Prominenter, z.B. ein bekannter Fußballspieler stirbt, dann findet man oft wenige Stunden später auf Youtube einen Nachruf.

Vor ca. 3500 Jahren gab es noch kein Youtube. Gott setzte damals das Passahfest ein, damit die Juden sich an sein Handeln erinnern.

Aufgabe: Arbeitet zu dritt oder viert zusammen. Stellt euch vor, damals hätte es Youtube gegeben. Entwerft 4-5 Szenen, welche die Botschaft des Passah (z.B. Sklaverei, Gottes Gericht über Ägypten - nicht das Passahfest selbst!) wiedergeben. Die Szenen können anschließend in der großen Gruppe vorgestellt werden.

  1. Variante

Der Jugendleiter baut die einzelnen Bestandteile des Passah auf einem Tisch auf. Das Jugendleiterteam erklärt oder spielt vor, wie das Passahfest gefeiert wurde bzw. wird. Für die Hintergrundinformationen dazu siehe hier. Der Jugendleiter kann auch einzelne Teile rausgreifen wie z.B. den Meerrettich, der beim Essen die Augen tränen lässt und an das Leid der Sklaverei erinnert.

Falls es durch die Einführung nicht ganz deutlich wurde, sollte der Jugendleiter noch einmal auf folgende Elemente aufmerksam machen:

  • Sklaverei: Israel in Knechtschaft und großem Leid.

  • Gottes Gericht: Ohne Ausnahme trifft Gottes Gericht jede Familie im Lande. In jedem Haus muss Blut fließen.

  • Passahlamm: Anstatt dass der erstgeborene Sohn stirbt, kann die Familie ein Lamm stattdessen schlachten und essen und dessen Blut an die Tür streichen.

  • Befreiung: Durch Gottes Gericht ist die Macht des Feindes gebrochen. Israel zieht als freies Volk aus.

  • Zukunft: Israel begibt sich auf die Reise ins verheißene Land.

Erarbeitung

Über Hunderte von Jahren feierten die Juden das Passah in immer der gleichen Weise. Und so auch zur Zeit Jesu.

  • Lest Mk 14,12-25

So, wie Jesus das Fest mit seinen Jüngern feiert, entspricht es in Vielem der Jahrhunderte alten Tradition. Doch manches ändert Jesus einfach ab.

Wenn festgelegte Rituale geändert werden, dann schreckt man auf. Wenn die deutsche Nationalmannschaft statt der Nationalhymne auf einmal „O du Fröhliche“ singen würde, dann wäre jeder mit einem Schlag unsicher und irritiert. Und jeder würde anschließend genau darauf achten, was nun als nächstes passiert. Aber der Reihe nach.

Eine neue Familie

Das Passah war ein Fest, was man normalerweise in der Familie feiert (2Mo 12,21-21.46). Jesus nun nimmt seine Jünger aus ihren Familien und er feiert gemeinsam mit ihnen.

Was sagt er damit aus?

Jesus möchte ein ganz enges Band der Gemeinschaft mit seinen Jüngern aufbauen. In der damaligen Kultur hatte eine gemeinsame Mahlzeit noch viel mehr den Ausdruck enger Gemeinschaft. Hier war Jesus mit seinen Nachfolgern als seiner geistlichen Familie zusammen.

Neue Worte

Beim traditionellen Passah wies der Familienvater auf das Brot und sagte „Dies ist das Brot unseres Elends, das unsere Väter in der Wüste aßen“. Jesus nimmt das gleiche Brot.

Doch was sagt er?

„Das ist mein Leib.“ Es ist als ob Jesus sagt: „Das ist das Brot meines Elends, meines Leidens, denn ich werde bald den endgültigen Exodus anführen und euch die endgültige Erlösung aus der Knechtschaft bringen“. Diese Botschaft müssen wir uns im wahrsten Sinne des Wortes „einverleiben“!

Weiterhin gab es 4 Kelche beim Passah. Der dritte Kelch, der nach dem Mahl genommen wurde, erinnert an die Erlösung durch Gottes Macht. Diesen nimmt Jesus und setzt ihn ein.

Zur Erinnerung an was?

Zur Erinnerung an den neuen Bund. Gott erlöst sein Volk. Und weiterhin ist es auch eine Vorausschau auf das große Festmahl im Himmel, wo Jesus mit uns feiern wird.

Ein neuer „Hauptgang“

In den Evangeliumsberichten wird von keinem Passahlamm gesprochen. Der Hauptgang fehlt! Das Lamm stand nicht auf dem Tisch, sondern es saß mit ihnen am Tisch. Jesus selbst ist das Opfer.

In Johannes 1,29b blickt Johannes der Täufer auf Jesus und bemerkt: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“

Zusammenfassung

Im Passahmahl damals kam schon zum Ausdruck, dass Gott etwas an seinem Volk liegt und dass er es erlöst und in das gelobte Land und in die besondere Gemeinschaft mit ihrem Gott führen will. So wie Jesus dem Fest zum Abendmahl „umwidmet“, kommt dieser Gedanke noch viel schöner hervor! Gott möchte Gemeinschaft haben – mit dir!

Ergebnisse sichern

„Geschmackssache“: Als Teil des Passah nehmen die Juden einen kleinen Löffel scharfen Meerrettich ein. Als Resultat fangen die Augen an zu tränen. Das erinnert an den Schmerz und die Trauer der Sklaverei. Jeder Jugendliche nimmt eine Löffelspitze Meerrettich. Anschließend tauscht ihr euch darüber aus, ob oder wo ihr in eurem Leben gemerkt habt, dass ihr Erlösung nötig habt.

Jeder, der gläubig ist, gehört zur Familie von Jesus und hat somit sehr viele Geschwister.

Für den Rest des Abends müsst ihr euch deshalb mit „Schwester“ bzw. „Bruder“ anreden. Z.B. „Schwester Esther“. Wer es vergisst, muss die anderen mit Getränken bedienen, um die geschwisterliche Nächstenliebe nochmal zu üben ;-)