Der Wendepunkt

Warum musste Jesus sterben? Es war persönlich, juristisch und kosmisch notwendig. Was bedeutet das für mich und was macht das mit mir?
Der Wendepunkt

Text: Markus 8,27-9,1

Überblick

Kennst du das, du kommst von der Schule oder der Uni nach Hause – deine Mama steht schon an der Haustür und sagt dir, was du heute alles noch zu tun hast. Du bist total geschlaucht und hast eigentlich gar keine Lust, weißt aber, dass, wenn du es nicht tust, der Haussegen schief hängt…. Wusstest du dass auch Jesus etwas tun musste, wozu er überhaupt keine Lust hatte?!

Ziele

➔   „Unser Kernproblem besteht darin, dass niemand von uns wirklich ganz zu wahrer Liebe fähig ist. Wir sehnen uns nach dieser Liebe, aber wir können sie nicht geben.“ Diese bekommen wir nur durch Jesus.

➔   „Auf Rache zu verzichten und zu vergeben kann die reinste Qual sein. Warum? Anstatt es dem anderen heimzuzahlen, zahlen Sie selber den vollen Preis.“

➔   Die korrupte Welt, brauchte einen Retter, den sie verurteilten um sich selbst zu verurteilen, sodass er sie retten kann.

➔   „Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, um zu gewinnen, was er nicht verlieren kann.“  Jim Elliot

Einstiegsmöglichkeiten

·         Tauscht euch darüber aus, welche „Pflichten“ euch im Leben begegnen

·         Welche erledigst du gerne? Welche eher weniger?

·         Was motiviert dich eine Aufgabe zu erledigen, zu welcher du keine Lust hast?

Erarbeitung und Anwendung

Die persönliche Notwendigkeit

Liebe ist ein großes Wort. Aber in unserer deutschen Sprache absolut undifferenziert. Der hingegebene Motorradfahrer liebt sein Motorrad, die fürsorgliche Katzenmutti liebt ihre Katze und ein ambitionierter Sportler liebt das Fitnessstudio. Im Sommer liebe ich aber auch den erfrischenden Pool und das anschließend gegrillte Steak. Gleichzeitig spricht aber auch ein Mann davon, dass er seine Frau liebt.

Anand dieser Beispiele wird deutlich, dass wir das Wort „Liebe“ recht individuell nutzen. In der griechischen Sprache gibt es daher für das Wort Liebe mindestens drei verschiedene Wörter: Agape, Eros und Philia. Das Wort Eros kommt dir vielleicht etwas bekannt vor, genau es geht hierbei um eine sexuelle/erotische Beziehung. Philia ist die Liebe, die zwischen Freunden besteht. Doch um diese beiden Arten von Liebe soll es nicht gehen. In beiden Arten wird vorausgesetzt, dass mein Gegenüber etwas an sich hat oder leistet, dass ihn liebenswert macht. Die Agape- Liebe hingegen ist bedingungslos. Unabhängig vom Aussehen oder der Leistung des Gegenübers, er/sie wird gelebt. Da wir Manchen leider allzu oft versagen und trotzdem geliebt werden möchten, wünschen wir uns eben diese Liebe.

Unser Kernproblem besteht darin, dass niemand von uns wirklich ganz zu wahrer Liebe fähig ist. Wir sehnen uns nach dieser Liebe, aber wir können sie nicht geben.
- Tim Keller

Jesus spricht in Markus 8,31-32 davon dass er sterben muss. Jesus ist Gott und deshalb der Schöpfer des Universums. Warum also musste er sterben? In der vorausgegangenen Beschreibung unseres „Kernproblems“ finden wir die erste Antwort: Wir Menschen sehnen uns nach Liebe – nach bedingungsloser Liebe. Wir versuchen allzu oft diese bei unserem Partner oder auch in der Familie zu finden. Doch wir werden immer wieder enttäuscht. Jesus wusste das und er wusste, dass wir diese brauchen und uns danach sehnen, wie nach der Luft zum Atmen. Um uns diese Liebe zu geben und diese zu zeigen, musste er für uns sterben!

Erst dann, wenn wir diese Liebe erleben und erfahren durften, können wir ein Stück von dem, was wir geschenkt bekommen, an unsere Mitmenschen weitergeben und ein Zeugnis sein.

Wie zeigst du deinen Mitmenschen deine Nächstenliebe? (Die Bibel spricht davon, das man uns Christen anhand unsere Liebe untereinander erkenne können soll.)

Erkennt man anhand deines Lebens, dass du ein Kind Gottes bist?

In welchen Beziehungen suchst du potentiell diese Liebe und merkst eigentlich, dass du immer wieder enttäuscht wirst?

Next Step

Überlege, wem du in der kommenden Woche deine Liebe zeigen kannst. Auch wenn er oder sie diese vielleicht gar nicht verdient hat.

Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen. Wenn er durstig ist, gib ihm zu trinken. So wirst du glühende Kohlen auf sein Haupt sammeln, und der Herr wird dich belohnen.
- Sprüche 25, 21 f. NL

Eine juristische Notwendigkeit

Der Begriff „juristisch“ erscheint vielen von uns weit entfernt. Wir bringen diesen in Verbindung mit Gerichten und Rechtsstreitigkeiten. Wenn du schon einen Führerschein besitzt, kennst du vielleicht den Moment - du fährst abends nach Hause und bist mit den Gedanken noch bei dem Erlebten von Tag. Auf einmal leuchtet es hell auf und dir wird bewusst, dass du geblitzt wurdest. Ein paar Wochen später kommt eine Rechnung. Diese musst du bezahlen. Du hast eine Strafe begangen und musst die Konsequenzen tragen. Dir bleibt keine andere Möglichkeit als die geforderte Strafe zu bezahlen. Oder doch? Du vielleicht nicht, aber wie würdest du dich fühlen, wenn deine Eltern zu dir kommen und diese Strafe bezahlen? Die Konsequenz bliebt die gleiche - die Strafe muss bezahlt werden. Nur in diesem Fall zahlt sie ein anderer. Schuld muss dementsprechend immer beglichen werden. Entweder du zahlst sie selber und ein anderer begleicht sie für dich. Auch mit unserer Schuld vor Gott ist es das gleiche. Sie muss bezahlt werden. Entweder musst du sie selbst begleichen und dafür leiden oder Gott selbst tut es. Gott hat sich dafür entscheiden deine Schuld zu beglichen und zu bezahlen.

Fällt es dir leicht, wenn andere deine Rechnung begleichen wollen?

Fällt es dir leicht anderen zu vergeben, zu leiden weil du es ihm oder ihr nicht heimzahlen kannst und selber die Schuld zu „zahlen“?

Next Step

Überlege wem du vergeben kannst ohne deine Wut oder deinen Frust an dieser Person auszulassen.

Nimm das Geschenk der Vergebung von Jesus an, er hat schon für deine Schuld gelitten, du musst es nicht nochmal!

Eine kosmische Notwendigkeit:

Die Menschheit in ihrem Kern ist korrupt. Schon die Bibel selbst sagt deutlich, dass es niemandem gibt, der ohne Schuld ist (vgl. Römer 3,10 ff.). In Hebräer 9,2 steht, dass keine Vergebung ohne Blutvergießen stattfinden kann. Das ist erstmal eine sehr deutliche Aussage, doch steht das Blut letztendlich dafür, dass ein unschuldiges Leben auf grausame Weise beendet werden musste.

Das volle Ausmaß der Korruption des Menschen wird umso deutlicher, wenn man betrachtet, dass Jesus nicht von irgendwelchen Kriminellen umgebracht wurde oder von der römischen Besatzungsmacht, welche als sehr grausam bekannt ist. Nein, all das war nicht der Fall. Jesus wurde von der größten religiösen Instanz überhaupt verurteilt, dem jüdischen Sanhedrin. Solche die ihre Gottesfurcht und Religiosität so nach außen getragen haben, verurteilen Jesus zum Tod und verstehen nicht, dass dieser der schon lange angekündigte Messias ist.

Die Menschheit selbst verurteilt sich und spricht ihr eigenes Urteil. Schuldig! Korrupt!

Am Kreuz zeigt sich, wie korrupt die Systeme dieser Welt sind; anstatt der Gerechtigkeit und Wahrheit dienen sie der Macht und Unterdrückung. Indem sie Jesus verurteilte, verurteilte die Welt sich selber.
- Tim Keller

Der Tod ist bis dato das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann. Aber Jesus hat genau diesen am Kreuz besiegt. Wenn ich das verstanden habe, ist der Tod nicht mehr das Schlimmste. Keller beschließt das Thema indem er schreibt:

... weil Jesus am Kreuz für mich gestorben ist, lebe ich ein Leben der Liebe und nicht mehr der Angst.

Was bestimmt dein Leben? Die Liebe oder die Angst?

Gestehst du dir ein, dass du Gottes Vergebung brauchst?

Next Step:

Triff eine Entscheidung für Jesus jeden Tag neu. Und entscheide dich deine Mitmenschen zu lieben, so wie Jesus selbst am Kreuz für seine Feinde gebetet hat.

Ein neuer König

In den vorausgehenden Abschnitten wird sehr deutlich, dass der Gott der Bibel ganz andere Maßstäbe anlegt, als wir sie vielleicht aus anderen Religionen kennen. Jesus ist ein ganz anderer König.

Ein König der nicht machthungrig ist, sondern Liebe empfindet und sein Leben für seine Geschöpfe gibt.

Wir Menschen suchen unser Leben lang nach einer Identität. In der Pädagogik und Psychologie spielt dies eine große Rolle. Es wird behauptet, dass die Identitätsbildung ein Leben lang andauert. Vieles kann ein Versuch sein, seine eigene Identität zu manifestieren. Manch einer identifiziert sich durch seinen beruflichen Erfolg, ein anderer vielleicht durch seine Beziehungen, oder wiederum andere durch Erfolge, die im Leben erreicht wurden. Diese Dinge sind jedoch alle nicht haltbar. Wenn ein geliebter Mensch stirbt, durch welchen ich mir eine Identität aufgebraucht habe, bricht dieses weg.

Deshalb bietet Jesus den Menschen etwas ganz anderes - etwas Neues an!

Gib deine Identität auf und lass dir eine neue von ihm schenken, die unabhängig von deinen Leistungen ist. Jesus will uns die Identität eines Gottes Kindes schenken. Aufgeben muss ich dafür mein „Ich“, meinen Stolz, meine eigenen Lebenspläne und meine Wünsche. Der neue König wünscht sich Gehorsam nicht aus Machthunger, sondern aus Liebe. Er weiß was für dich und mich das Beste ist. Jesus selbst hat dies vorgelebt, er ist Mensch geworden und ist gestorben für Schuld, die er nicht begangen hat.

Jesus geht soweit und sagt, dass wer ihm nachfolgen will, sein Kreuz auf sich nehmen soll. Das ist eine große Herausforderung, aber eine lohnenswerte. Dadurch verliert der Druck, Wert und Identität bekommen zu wollen, seine Schwere. Jesus hat alles dafür getan dass du eine Identität bekommen kannst, die du nicht verlieren kannst.

Durch was oder wen versuchst du dir einen Wert oder eine Identität zu geben?

Bist bereit das aufzugeben und dir einen Wert/ eine Identität schenken zu lassen?

Next Step

Gib es auf um Wert und Anerkennung zu kämpfen. Alles was du erreichst, kann im nächsten Moment verschwinden. Lass es dir schenken! Und vertraue darauf, dass Gott dir Ratschläge mit auf dem Weg gibt, weil er es gut mit dir meint.

Abschluss / Vertiefung

Jim Elliot war ein Missionar, welcher von einem Indianerstamm umgebracht wurde. Er erkannte den tiefen Sinn des Glaubens und formulierte diesen wie folgt:

Der ist kein Narr, der hingibt, was er nicht behalten kann, um zu gewinnen, was er nicht verlieren kann.
- Jim Elliot

Jesus wusste, dass es keine andere Möglichkeit gibt, als für dich und mich zu sterben. Im Garten Gethsemane sehen wir, er hatte große Angst und hat seinen Vater gebeten, das Problem der Sünde anders zu lösen, wenn es nur geht. Doch es gab keine andere Möglichkeit! Jesus hat alles gegeben um dir eine neue Identität, einen neuen Wert und eine Beziehung anbieten zu können.

Willst du diesem neuen König vertrauen? Dem gekreuzigten König!

Das was er dir anbietet, kannst du nicht verlieren. Aber das was dir auf der Erde wichtig ist, ist so vergänglich und kann dir schneller verloren gehen, als die zweite Socke in einer Waschmaschine.

Du bist kein Narr, wenn du das was du eh nicht behalten kannst, Gott hinlegst und dafür so viel mehr geschenkt bekommst, das du nicht verlieren kannst und das einen Wert für die Ewigkeit hat.