Biblische Ausdrucksformen von Lobpreis
Dieser Artikel gibt dir eine Zusammenfassung über die verschiedenen biblischen Ausdrucksformen von Lobpreis und zeigt die Bedeutung und Relevanz dieser.
Oft stellen wir uns diese Bibelgeschichte äußerst schön und romantisch vor. Diese Frau, berührt von der Liebe Jesu, kommt zu ihm und gibt ihr Kostbarstes, eine Flasche Salböl, für Jesus. Sie wäscht mit ihren Tränen die Füße Jesu und trocknet sie mit ihrem Haar. Wie schön! War das wirklich so?
Wenn wir darauf schauen, wie diese Geschichte weiterverläuft (V.39-50), sehen wir, wie groß das Entsetzen war. Was -diese Frau kommt einfach zu Jesus! Sie hat doch gar keine Berechtigung dazu. Sie hat hier nichts zu suchen – weg mit ihr!! Die Aufruhr und die Ablehnung dieser Frau muss groß gewesen sein. Doch Jesus lässt sie zu sich. Er nimmt ihre Liebe an:
Jesus sagt, dass diese Frau ihm Liebe erwiesen hat. Was könnte ich mir mehr wünschen für mein Leben? Für meine Anbetung und meinen Lobpreis? Ich wünsche mir, dass Jesus das am Ende meines Lebens auch über mich sagen wird.
Doch was hat das nun mit Ausdrucksformen zu tun?
Per Definition ist eine Ausdrucksform, „der Prozess, etwas bekannt zu machen, zu vermitteln oder die eigenen Gedanken, Gefühle, Empfindungen oder Meinungen in Worte zu fassen.“ Es geht darum, etwas zu zeigen. Nach außen.
Anbetung fängt in unserem Herzen an
So wie Jesus dieser Prostituierten aus der Geschichte begegnet sein muss, ist Jesus auch jedem von uns begegnet. Wir können uns entscheiden: Wie reagieren wir auf Jesu Liebe? Für diejenigen, die sich für ein Leben mit Jesus entscheiden, ist die Reaktion, Jesus zu lieben und zu ehren. Diese Entscheidung treffen wir in unserem Herzen. So wie auch die Frau aus der Geschichte entschieden hatte, Jesus zu lieben.
Anbetung endet nicht in unserem Herzen
Wenn wir uns entschieden haben, Jesus zu lieben, bleibt die Entscheidung nicht einfach nur in unserem Herzen zurück. Sie dringt nach außen. Der ganze Körper will diese Entscheidung unterstützen. Zach Neese sagt:
„Alle Liebe, die es wert ist, empfangen zu werden, ist auch Liebe, die es wert ist, gezeigt zu werden.“
Die Liebe muss von außen erkennbar sein. Ja, Gott schaut auch in unser Herz und kennt unsere Motivation. Aber wir sind eben Wesen aus Körper, Seele und Geist. Unsere Gesamtheit darf diese Liebe zu Jesus ausdrücken. Auch wenn wissenschaftlich kein genauer Konsens über die Zahlen besteht, so ist man sich doch sicher, dass ca. 2/3 unser Kommunikation über Körpersprache (Gestik und Mimik) geschieht. Wieso sollten wir das nicht nutzen, um unseren Gott zu preisen?
Doch was für Ausdrucksformen gibt es eigentlich? Welche finden wir in der Bibel? Und was kommunizieren sie?
Beugen / Knien
Sich vor Gott hinzuknien, sich vor ihm zu beugen, steckt in der Grundbedeutung von Anbetung drin. Gott zu anbeten, bedeutet, sich vor ihm zu beugen. Sich vor ihm hinzuknien. Es kommuniziert Hingabe und Unterordnung.
Singen
Der große Reformator Martin Luther hat gesagt: „So sie’s nicht singen, so glauben sie’s nicht.“ Gesang gehört fest zum Volk Israel im Alten Testament und besonders der Protestantismus ist durch Luther von Beginn an stark vom gemeinsamen Singen geprägt gewesen. Wichtig: Wir singen nicht, weil wir so gute Sänger und Sängerinnen sind, sondern wir singen Gott zu, weil er ein guter Gott ist. Daher geht es beim Singen auch nicht um die musikalische Performance, sondern es geht darum, Gott das Beste zu geben. Es geht darum, ihm sein Lob auszudrücken und nicht dem Nachbarn oder dem Lobpreisteam zu gefallen.
Lobpreis mit Musikinstrumenten
Schon im Alten Testament begegnet uns eine Vielfalt von Musikinstrumenten, die für das Gotteslob verwenden werden. Diese Instrumente sind dabei keine heiligen Instrumente, die allein für den Lobpreis verwendet werden durften. Viele der gebrauchten Instrumente sind auch in der altvorderorientalischen Umwelt gebräuchlich. Vielmehr lädt das Alte Testament uns ein, dass wir die Vielfalt der Instrumente für den Lobpreis gebrauchen.
Jubeln
Im Fußballstadion können wir Deutschen am lautesten Jubeln für unser Team. Im Alten Testament ist Jubeln eine häufig verwendete Ausdrucksform. Es kommuniziert den Sieg Gottes. Wie können wir das heute wieder besser ausdrücken?
Klatschen
Auch unser Körper kann als Instrument für Gott gebraucht werden. Durch das Klatschen können wir Freude und Lob über Gott ausdrücken.
Hände erheben
Oft wird Hände erheben heute direkt mit Lobpreis assoziiert. Doch warum macht man das eigentlich? Es ist hilfreich zu wissen, was diese Ausdrucksform kommuniziert. Denn nur weil man Hände hebt, ist man nicht gleich heiliger oder ein besserer Christ.
Für mich kann das Hände erheben 4 Dinge kommunizieren:
- Wir heben die Hände, weil wir uns freuen. Wie wir im Fußballstadion eine La-Ola-Welle machen, erheben wir auch die Hände für unser Gott.
- „Hände hoch – oder ich schieße!“ So wie die Polizei einen Verbrecher zur Kapitulation auffordert, kommuniziert das Hände heben eine Hingabe in Gottes Arme.
- Kleine Kinder strecken sich nach der Hilfe und der Nähe ihrer Mutter oder ihres Vaters aus. Auch das kann Hände heben kommunizieren.
- Gehobene Hände stehen auch für Segen, den man empfängt und Segen, den man weitergibt an andere.
Tanzen
Tanzen ist in unserer heutigen Kultur und Gesellschaft zu Spaß und Vergnügen geworden. Im Alten Testament kommuniziert es das Lob und die Freude Gottes. Dabei muss es nicht großartig Aufsehenerregend gewesen sein. Tanzen im Lobpreis bedeutet auch nicht, einen Moshpit zu machen. Die Frage dahinter ist: Wie können wir unseren Körper dazu gebrauchen, Gott zu ehren?
Abschließendes
Dieses letzte Wort aus Prediger fasst es für mich gut zusammen: Zeit um verschiedene Ausdrucksformen zu gebrauchen. Es geht nicht um die Ausdrucksformen an sich. Es geht nicht darum, sie alle zu verwenden. Es geht darum, Gott zu ehren. Die Bibel und vor allem das Alte Testament laden uns dazu ein, unseren Körper dazu zu gebrauchen. Die Frage ist: Tust du es? Und wie kannst du es tun? Ich will dich einladen, dich auch auf ungewohnte Ausdrucksformen mal einzulassen und neues zu wagen, und auch darin Gott zu ehren.