Worauf baust du wirklich?
Diese Bibelarbeit führt dich in zentralen Inhalte des Abschnitts 2,12-17 ein. Johannes thematisiert die Frage, woran unser Herz hängt – an Christus oder der Welt?
Diese Bibelarbeit basiert auf der Predigt von Flo Bernhardt zu 1.Johannes 2,12-17 im SAT Dillenburg: Woran hängt dein Herz?
Titel der Bibelarbeit:
Worauf baust du wirklich?
Überblick:
Diese Bibelarbeit führt dich in zentralen Inhalte des Abschnitts 2,12-17 ein. Johannes thematisiert die Frage, woran unser Herz hängt – an Christus oder der Welt?
Ziel:
Die Jugendlichen sollen verstehen, was die zentralen Aussagen dieser Perikope sind und woran sie ihr Herz hängen können.
Einstieg:
Verschiedene Trends der Jahrzehnte aufzeigen und „Coolness-Faktor“ abfragen durch Karten (grün/rot), die die Teens/Jugendlichen hochhalten können.
Beispielsweise:
- 90er:
- Game-Boy
- MTV-Trends
- 2000er:
- erstes iPhone
- Low-Rise-Jeans
- 2010er:
- Skinny Jeans
- Instagram (First Use)
- 2020er:
- TikTok
- Oversize
Erarbeitung und Anwendung:
Schritt 1: Bibeltext lesen (jeder allein/ in der Gruppe laut/ reihum)
Schritt 2: Auslegung
Es gibt Dinge in unserem Leben, die wir gestern cool fanden und die heute schon wieder out sind. In eine solche Situation schreibt auch Johannes. Er schreibt an Menschen in einer Welt, die ständig verspricht, etwas anderes haben zu müssen.
V.12-14
Bevor Johannes in sein Hauptanliegen einsteigt, will er seinen Zuhörern versichern, dass siewirklich erlöst sind. Er beschreibt dafür geistliche Reifephasen, meint also kein spezifisches Lebensalter. Er adressiert drei Gruppen:
- Kinder: Damit sind Menschen gemeint, die am Anfang ihres Glaubens stehen. Sie wissen das Wichtigste: Sie sind geliebt und ihnen ist vergeben. Vielmehr müssen sie nicht wissen, außer, zu wem sie gehören.
- Jugendliche: Eine geistliche Phase, in der sich der Glaube wie ein Kampf gegen Versuchung, Zweifel und Entmutigung anfühlt. Johannes ermutigt diese Menschen und erinnert sie daran, dass Jesus ihre Stärke ist.
- Väter: Dies sind Menschen, die schon länger mit Jesus unterwegs sind. Sie haben erfahren, dass Jesus treu ist und dass er trägt. Sie kennen Jesus als den Beständigen, als Freund und Herr.
Wichtig: Johannes sagt nicht, dass sie das werden müssen. Er sagt: Ihr seid das schon! Diese entscheidende Weichenstellung – zwischen Zuspruch Gottes und Anspruch (Indikativ & Imperativ) - ist wichtig für die nächsten Verse.
V.15-16
Johannes spricht ein Grundproblem des Menschen an: Woran hängst du dein Herz? Dieses Thema ist so wichtig, weil: Was du liebst, lenkt, wie du lebst. Es bestimmt deine Entscheidungen, deine Beziehungen, deinen inneren Frieden. Das menschliche Herz sehnt sich zu lieben und geliebt zu werden. Johannes lädt uns ein, darüber nachzudenken, an wen wir unsere Liebe und Zuneigung geben. Er möchte, dass wir nicht die Welt lieben - diese Liebe verdrängt die Liebe zum Vater. Es gibt keine neutrale Zone: entweder Gott oder die Welt. Doch was meint Johannes mit der Welt? Er spricht von einem System, von einer Kultur und deren Werten, die gegen Gott gerichtet sind. Er erläutert dieses System in drei Punkten (V.16):
Körperlicher Genuss
Hier wird ein übermäßiges Verlangen, eine Begierde angesprochen. Es meint sexuelle Dinge, aber auch jedes andere übermäßige Verlangen. Es umschreibt alle Dinge, die wir tun, um uns gut zu fühlen oder wie wir uns belohnen wollen. Aber das, was uns kurzfristig erfüllt, lässt uns langfristig leer.
Gierige Augen
Gier, Neid und Unzufriedenheit - der Vergleich mit anderen macht uns unglücklich. Wir sehen etwas und wollen es haben. Das, was wir haben, fühlt sich klein und zu wenig an. Wir wollen ständig mehr, jagen weiter und weiter und merken dabei nicht, dass wir leerer werden.
Unverschämter Geltungsdrang
Damit ist Hochmut und Stolz gemeint: „Ich brauche Gott nicht - ich schaffe es alleine“. Wir wollen unser Leben kontrollieren. Es ist eine Haltung, die Gottes Maßstäbe links liegen lässt. Auch in der Gemeinde kann das passieren.
Diese Punkte bedeuten kein absolutes Verbot. Johannes lädt uns nicht zu Weltflucht ein. Du darfst lachen, feiern und reisen. Gott ist kein Spaßverderber, sondern ein Schöpfer, der Schönheit liebt. Das Problem beginnt nicht beim Genießen, sondern wenn wir im Genuss Erfüllung suchen und nicht mehr in Gott. Gutes wird schlecht, wenn es zu etwas Göttlichem wird. Johannes lädt abschließend ein, an Gott festzuhalten, weil die Welt verschwinden wird (V.17). Die Beziehung zu Jesus, in ihm zu bleiben, das gibt uns heute schon Zukunft - weil unser Herz sich an das Richtige hängt.
Halte dich nicht an das, was schwindet, sondern an den, der bleibt
Ergebnissicherung:
Persönliche Reflexion:
- Woran hängt mein Herz - wirklich?
- Auf welche Dinge verlasse ich mich? Was ist die eine Sache, der ich mehr vertraue als Gott? Was suche ich darin?
- Wenn Gott mich bitten würde, diese Sache aufzugeben, würde ich es ohne zu zögern tun?
- In welchem Bereich darf ich mich neu von der Liebe des Vaters füllen lassen?
- Wie kann ich mich an Gott halten? Wie hilft mir das Evangelium dabei? Welcher Zuspruch gilt heute für mich?
Kleingruppe
- Woran hängst du dein Herz? Was dürft ihr voreinander bekennen und ans Licht bringen?
- Vergleicht ihr euch untereinander? Wo stecken die Gefahren von Neid und Gier?
- Ist Stolz ein Problem unserer Gemeinden? Wo entdeckt ihr Hochmut? Wie kann man damit gut umgehen und sein Herz davor bewahren?
- Wo suchst du körperlichen Genuss? Wie könnt ihr euch gegenseitig challengen, das nicht mehr zu tun?
- In welchen geistlichen Reifephasen seid ihr? Wie könnt ihr euren Nächsten in ihrer Phase unterstützen und begleiten?
Next Steps
- Was wäre, wenn du alles erreichst, was du dir erträumst, aber es reicht nicht? Diese Frage hat Flo uns in der Predigt gestellt. Nimm dir bewusst Zeit, über diese Frage einmal länger nachzudenken. Schreib dir Dinge auf, die dir einfallen und bringe sie vor Gott.
- Du willst dich und andere challengen? Such dir eine oder mehrere Person und spiegelt euch über einen längeren Zeitraum die Dinge, die euch auffallen, wo das Herz der anderen Person an Dingen dieser Welt hängt. Sprecht ehrlich und wertschätzend darüber. Bringt diese Dinge vor Gott und gebt sie ihm ab.