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Werke

Wie Gott mir, so ich dir!

Gutes tun ist ein Privileg. Wer so viel Gutes von Gott empfangen hat, kann gar nicht anders als andern davon etwas weiter zu geben.

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16. Dezember 2013
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9 min
Adrianna Geo Z5 Zdk Wj Mtcy Unsplash
Wir haben so viel Gutes von Gott empfangen,
dass wir gar nicht anders können, als Gutes zu geben…

Worum geht’s?

Dass ich mir selbst der Nächste bin, braucht mir niemand beizubringen. Das funktioniert von selbst, von Kindesbeinen an. Jedoch den anderen in den Blick zu bekommen – das fällt uns schwer. Ja, wir wissen, eigentlich sollte man dies oder jenes tun, um dem anderen zu helfen – aber den netten Worten fehlt oft die liebevolle Tat. Paulus betont in Galater 6,10: „Nur sollten wir der Armen gedenken, was zu tun ich mich auch befleißigt habe.“ Das heißt, wer von Gottes Liebe weitererzählt (Evangeliumsverkündigung), der kann eigentlich gar nicht anders, als den Menschen auch Gutes zu tun.

Hinzu kommt, dass Gutestun keine Pflicht ist, sondern ein göttliches Privileg. Wer so viel Gutes von Gott empfangen hat, kann gar nicht anders, der möchte davon auch anderen etwas weitergeben. Deshalb heißt das Thema dieser Bibelarbeit: Wie Gott mir, so ich dir!

Mit wem haben wir’s zu tun?

Einerseits haben wir es mit jungen Christen zu tun, die im christlichen Kontext aufgewachsen sind. In der Mehrzahl der Gemeinden werden sie viele und Predigten gehört haben, aber sie werden nicht so viele Beispiele gelebter Christus-Liebe gesehen haben. Wenn dem so ist, dann werden sie wahrscheinlich auch im Rahmen ihrer Teen- und Jugendarbeit mehr oder weniger tatenlos ihre Jugendstunde besuchen, um sich mit Andachten und Bibelarbeiten berieseln zu lassen. Hier gilt es den Blick zu öffnen für tätige Liebe und glaubwürdiges Christsein.

Andererseits leben wir in einer Zeit, wo sich Gemeinden ganz neu ihrer diakonische Verantwortung bewuss werden. An vielen Orten sind sozial-diakonische Initiativen und Projekte entstanden. Tendenz zunehmend. Super.

Im säkularen Bereich vollzieht sich, besonders unter der Jugend, ein Umdenken, dass vermehrt auf soziale Ungerechtigkeit in der Gesellschaft hingewiesen wird. Mehr und mehr junge Menschen achten darauf, ob die Waren, die sie erwerben, auch fair gehandelt wurden (fair trade). So sind es auch vornehmlich junge Leute, die aktuell im Rahmen der Occupy-Bewegung auf soziale Ungleichheit hinweisen und die eine Zerschlagung der großen Banken fordern, deren unersättliche Geldgier zunehmend zu Lasten der Armen geht. Das Denken der jungen Generation über Besitz und Wohlstand befindet sich im Umbruch.

Worauf wollen wir hinaus?

Wir wollen …

  • bewusst machen, dass authentisch gelebtes Christsein Gutes tut (Gutes tun ist keine bloße Aktion).
  • bewusst machen, dass durch Jesus motiviertes Gutes tun Überzeugungskraft hat.
  • dass Worte zu Taten werden.

Wie gehen wir vor?

Wir werden uns in dieser Bibelarbeit mit fünf Aussagen aus dem 1. Petrusbrief beschäftigen. Darin geht es jeweils darum, Gutes zu tun.

Vorbemerkung

Petrus erläutert im 1. Petrusbrief, dass Errettung mehr ist als die Angst-Bekehrung, damit man nicht in die Hölle geht. Voller Begeisterung legt er dar, dass die Errettung ihren Höhepunkt in der Zukunft in der Offenbarung Jesu Christi finden wird (1. Petrus 1,7), dann also wenn Jesus Christus wiederkommen wird.

Diese zukünftige Errettung ist allerdings von entscheidender Bedeutung für unser Heute, denn in der Errettung durch Jesus Christus haben wir eine vollkommen neue Idendität bekommen. Wir sind jetzt …

  • Kinder Gottes (1. Petrus 2,1-3)
  • Haus Gottes (1. Petrus 2,4-8)
  • Volk Gottes (1. Petrus 9-10)

Aus unserem neuen Stand leitet Petrus eine Verantwortung ab, in der wir jetzt stehen, nämlich Gutes zu tun. Warum? – Wir gehören jetzt zu Gott. Gott ist gut und das Markenzeichen Gottes ist es, anderen Gutes zu tun. Was ist demzufolge das Markenzeichen unserer neuen Idendität? Anderen Gutes tun, denn: Wie Gott mir, so ich dir!

Einstieg

Was erwartet man von einem guten …
  • Fußballer? Dass er Tore schießt!
  • Lehrer? Dass er den Schülern etwas beibringt!
  • Vater? Dass er seine Kinder liebt!

Das ist normal. Das passt zu dem, was er oder sie ist. Alles andere würde als unnormal empfunden werden.

Was würde der Apostel Petrus auf die Frage antworten, was man von einem Christen erwartet?
  • Dass er Gutes tut!

Das ist normal. Denn das passt zu seiner neuen Identität. Die Bibel hat zum Thema „Gutestun“ jede Menge zu sagen. Wir schauen uns dazu speziell den 1. Petrusbrief an.

Bibelarbeit: Wie Gott mir, so ich dir!

Anderen Gutes zu tun ist cool. Es entspricht dem, wie Gott ist. Vom Morgen bis zum Abend tut der Schöpfer den Menschen Gutes: Er lässt die Sonne aufgehen, er gibt die Luft zum Atmen, er sorgt dafür, dass Früchte wachsen und Leben gedeiht…

Um das Thema etwas gründlicher zu behandeln, stellt der Bibelarbeitsleiter fünf Aussagen aus dem 1. Petrusbrief vor. Er erläutert jede Aussage kurz (insgesamt nicht länger als 10 Minuten). Danach beginnt eine Gruppenarbeit, wo man sich mit je einer dieser Aussagen beschäftigt. Aufgabe ist es zu den fünf Punkten praktische Ideen zusammenzutragen, was man konkret tun könnte, oder was man schon erlebt hat. Anschließend werden die Ideen oder Erfahrungen zusammengetragen und vorgestellt. Gemeinsam sollen Überlegungen angestellt werden, welche der Ideen möglichst bald konkret umgesetzt werden könnten.

Durch Gutes tun Gott ehren

1. Petrus 2,12: Und führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung!

Es gibt Menschen, die mögen keine Christen und reden schlecht über sie. Umso wichtiger ist es für uns als Kinder Gottes, dass wir ihnen nicht durch negatives Verhalten Wasser auf die Mühlen gießen. Das Gegenteil sollte der Fall sein.

Unser Markenzeichen sollen gute Taten sein – trotz allem negativem Gerede über uns oder vielleicht auch gerade deswegen.

1. Petrus 2,12 macht deutlich, dass dies nicht ohne Ergebnis bleiben wird. Denn es kommt der Tag, an dem Gott in das Leben jedes Menschen hinein sprechen wird. Dann werden selbst die, die vorher den Christen gegenüber negativ eingestellt waren, anerkennen, dass es in ihrem Umfeld jesus-gläubige Leute gab, die sie durch ihr vorbildliches Verhalten und durch Nächstenliebe beeindruckt haben. Und dafür werden sie dann Gott die Ehre geben.

Frage für die Gruppenarbeit: Wie kann man in einem christlich-negativen Umfeld (Schule, Beruf, Familie) durch vorbildliches Verhalten positiv auffallen?

Ideen:

  • Hilfsbereitschaft in der Klassengemeinschaft, besonders Benachteiligten und Schwachen gegenüber
  • Beim Aufräumen mithelfen, wenn alle anderen schon weg sind
  • Etwas von dem Abgeben, was ich habe und was ein anderer vergessen hat

Durch Gutes tun Kritiker überzeugen

1. Petrus 2,15: Denn so ist es der Wille Gottes, dass ihr durch Gutestun die Unwissenheit der unverständigen Menschen zum Schweigen bringt. Für manche Menschen sind auch die besten apologetischen Argumente nicht überzeugend genug. Sie haben irgendwie nicht viel Ahnung von Jesus und der Bibel, aber sie lassen kein gutes Haar daran. Gottes Wille ist es nicht, dass wir diese Leute intelektuell bekehren (was auch gar nicht gehen würde), sondern sein Wille ist, dass wir ihren Unverstand durch Gutestun zum Schweigen bringen.

Frage für die Gruppenarbeit: Was könnte man praktisch tun, um einen solchen Kritiker („Es gibt keinen Gott“, „Das Universum hat sich in Jahrmillionen, Jahrmilliarden von selbst entwickelt“, „Die Bibel ist falsch überliefert worden“, „Die Wunder in der Bibel sind nur Beispielgeschichten“, etc.) durch Gutestun zum Schweigen zu bringen?

Ideen:

  • Den Betreffenden im Krankenhaus besuchen, wenn er beispielsweise einen Unfall hatte
  • Ihm etwas zum Geburtstag schenken, worüber er sich freut
  • Ihm Hilfe anbieten, wenn er praktische Arbeiten zu erledigen hat

Durch Gutes tun Gefallen bei Gott finden

1. Petrus 2,20: Denn was für ein Ruhm ist es, wenn ihr als solche ausharrt, die sündigen und dafür geschlagen werden? Wenn ihr aber ausharrt, indem ihr Gutes tut und leidet, das ist Gnade bei Gott.

Petrus spricht in diesem Vers zu Haussklaven. Das waren Leibeigene, die keinerlei Rechte besaßen. Teilweise verhielten sich die Besitzer ihnen gegenüber unglaublich ungerecht. Aufgrund der damaligen gesellschaftlichen Situation und der damals gültigen Rechtslage gab es aber keinerlei Chance, dieser Situation zu entrinnen. Nichtsdestotrotz ermutigt Petrus die gläubigen Haussklaven, dass sie sich nicht dazu provozieren lassen sollen Böses mit Bösem zu vergelten, sondern dass sie sich an Jesus Christus ein Beispiel nehmen sollen (1. Petrus 2,21- 25), der selbst seinen Feinden noch Gutes getan hat (Bsp.: Dem Knecht des Hohenpriesters das Ohr wieder angeheilt). Petrus ist sich sehr wohl darüber bewusst, dass sich ein solcher gläubiger Haussklave in einer sehr unangenehmen Situation befindet, die ihm natürlich nicht gefallen kann. Dennoch macht er deutlich: Wer unter solch schwierigen Umständen Jesus zum Vorbild nimmt und sein Verhalten nachahmt, der findet Gefallen bei Gott.

Frage für die Gruppenarbeit: Gott sei Dank kommt für keinen von uns heute die Situation eines Haussklaven mehr vor. An welche Situationen könnte man dennoch denken (gewisse, freilich nur ansatzweise Ähnlichkeiten), in denen man ständig gekränkt und gedemütigt wird. Inwiefern könnte es dann ein Trost sein, zu wissen, dass das jesus-ähnliche Verhalten Gefallen bei Gott findet? Wie könnte so ein jesus-ähnliches Verhalten aussehen?

Ideen:

  • Man schiebt mir absichtlich, ungerechtfertigter Weise Schuld in die Schuhe, die eigentlich zu Lasten eines anderen geht. Ich halte meinen Mund dazu.
  • Ich bekomme mit, wie Leute aus der Klasse etwas Unrechtes tun. Ich verpfeife sie nicht.
  • Jemand hat mir ganz schön einen reingewürgt. Ich vergebe ihm. Bei einer späteren Gelegenheit biete ich ihm meine Hilfe an, so dass er merkt, dass ich ihm nichts nachtrage.

Durch Gutes tun ablehnende Menschen gewinnen

1. Petrus 3,1 + 6: Ebenso ihr Frauen, ordnet euch den eigenen Männern unter, damit sie, wenn auch einige dem Wort nicht gehorchen, ohne Wort durch den Wandel der Frauen gewonnen werden. … Wie Sara dem Abraham gehorchte und ihn Herr nannte, deren Kinder ihr geworden seid, indem ihr Gutes tut und keinerlei Schrecken fürchtet.

Petrus wendet sich in diesen Versen an Frauen, die zum Glauben gekommen sind, aber deren Männer noch ungläubig sind. Mit seinen Hinweisen will er sie offensichtlich davor bewahren, ihren Männern mit so vielen frommen Worten (um sie auch zu bekehren) in den Ohren zu liegen, bis diese es schließlich nicht mehr hören können. Stattdessen betont Petrus, dass das Beispiel eines durch Jesus veränderten Lebens eine gewinnende Kraft hat. Ziel ist es, dass der Mann ins Staunen über seine Frau kommt und fragt: Wie kommt diese bemerkenswerte Veränderung im Leben meiner Frau zustande? Wer oder was steckt dahinter?

Frage für die Gruppenarbeit: Der konkrete Textgegenstand (wie Frauen ihre Männer gewinnen können) hat in seiner Zielaussage prinzipiellen Charakter. Das heißt, das gleiche Prinzip lässt sich auch auf einen gläubigen Mann anwenden, wie er seine noch ungläubige Frau gewinnen kann. Es lässt sich aber auch ganz allgemein auf Beziehungen zu guten Freunden anwenden. Deshalb die Frage: Wie kann man sich einem Menschen gegenüber gewinnend verhalten, den man mag, mit dem man aber auch schon mal Konflikte hat? Stellt euch eine bestimmte Situation vor und entwickelt Ideen für verändertes Verhalten.

Ideen:

  • Guter Freund: Zum Geburtstag schreibe ich eine sehr persönliche Mut-Mach-Karte
  • Freundin: Ich lade sie ein und koche ihr Lieblingsessen für sie
  • Eltern: Ich übernehme beim nächsten Mal das Rasenmähen

Durch Gutes tun auffallen

1. Petrus 3,8-13: Endlich aber seid alle gleichgesinnt, mitleidig, voll brüderlicher Liebe, barmherzig, demütig und vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt! «Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der halte Zunge und Lippen vom Bösen zurück, dass sie nicht Trug reden; er wende sich ab vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage ihm nach! Denn die Augen des Herrn sind gerichtet auf die Gerechten und seine Ohren auf ihr Flehen; das Angesicht des Herrn aber ist gegen die, welche Böses tun.» Und wer wird euch Böses tun, wenn ihr Eiferer des Guten geworden seid?

In 1. Petrus 3,8-13 fasst Petrus zusammen: Egal, in was für einem gesellschaftlichen Stand oder in was für einer Situation ihr seid – entscheidend für verändertes Verhalten ist eine veränderte Gesinnung, nämlich die Gesinnung des Guten. Anstatt Böses mit Bösem zu vergelten, sollen wir andere Menschen segnen (das griechische Wort für segnen ist „eu-logia“ und meint wörtlich: gute Worte reden). Petrus betont sogar: Das ist unsere Berufung. Er möchte, dass wir zu Eiferern für das Gute werden. Frage für die Gruppenarbeit: Wenn wir Eiferer des Guten sein sollen, dann haben wir auch eine Verantwortung für unsere Stadt / unseren Ort. Wie können wir als Jugendgruppe hier positiv auffallen? Wie können wir uns nützlich machen? Wer braucht Hilfe?

Ideen:

  • Flussbett oder Stadtpark oder Schulgelände säubern
  • Leuten beim Supermarkt die schweren Kisten zum Auto tragen
  • Für alte Menschen Besorgungen erledigen

Auswertung Gruppenarbeit

Die einzelnen Gruppen stellen ihre Ergebnisse vor und erklären, warum ihnen welche Ideen wichtig geworden sind. Der Bibelarbeitsleiter hält die Ergebnisse auf einer Flipchart oder Tafel fest.

Abschluss: Die Segnenden werden zu Gesegneten

Das sind viele gute Ideen. Der Bibelarbeitsleiter lädt dazu ein, dass jeder sich drei Dinge von dieser Ideensammlung rauspickt, von denen er sagt: Die möchte ich in den nächsten vier Wochen praktisch umsetzen.

Wer hat das schon mal erlebt, dass er sich dazu entschieden hat, jemandem etwas Gutes zu sagen oder etwas Liebes zu tun und hat daraufhin selbst Gutes erfahren? Tragt ein paar solcher Beispiele zusammen.

Der Bibelarbeitsleiter kommt zum Abschluss und spricht denen, die sich zum praktischen Handeln entschlossen haben einen göttlichen Segen zu, so wie er in 1. Petrus 3,9-10 geschrieben steht: „sondern im Gegenteil segnet, weil ihr dazu berufen worden seid, dass ihr Segen erbt! Denn wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der halte Zunge und Lippen vom Bösen zurück, dass sie nicht Trug reden.

“ Das göttliche Prinzip ist:

  • Wer gibt, der empfängt
  • Wer segnet, der wird gesegnet werden (1. Petrus 3,9)
  • Wer seine Zunge und Lippen vom Bösen zurückhält, der wird das Leben lieben und gute Tage sehen (1. Petrus 3,10, Psalm 34,13-15)
Ja, es ist wirklich wahr: Der Segnende wird zum Gesegneten.