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Mentoring

Wie das Mentoring mich verändert hat

Albert nimmt dich in seine Erfahrung mit hinein, wie seine Mentoring-Beziehung ihn verändert hat.

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26. September
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4 min
Edward Howell Vl T Jd P8 Z Y1c Unsplash

Mentoring Ja/Nein/vielleicht?!

Ich weiß nicht, ob du jemals auf der Suche nach einem Mentor bzw. einer Mentorin warst. Aber falls nicht, dann hoffe ich, dass du durch diesen Artikel dich auf die Suche machst, damit du davon profitieren kannst. Seit ungefähr einem Jahr habe ich jetzt schon einen Mentor, mit dem ich mich regelmäßig treffe. Rückblickend kann ich sagen, dass mich diese Zeit mit am meisten geprägt hat und auch weiterhin stark beeinflusst. Anscheinend so stark, dass es Spuren hinterlässt. Meine Ehefrau, unsere Jugend und verschiedenste Gemeindemitglieder haben mich schon angesprochen und gemeint, dass ich mich in meiner Art und Weise positiv verändert habe. Hier sind mal ein paar Punkte herausgegriffen, wo ich große Veränderungen erleben durfte.

PS: Du wirst das vermutlich auch erleben, wenn du dich darauf einlässt.

Ehrlichkeit/Offenheit

Durch meinen Mentor bin ich ermutigt, ehrlich zu sein. Wer geht schon zum Arzt und verschweigt ihm dann seine Symptome? Durch unser häufiges Treffen und die dadurch entstehende Vertrauensbeziehung habe ich gelernt, dass ich ehrlich Fehler zugeben kann und Themen ansprechen darf, die ich nicht richtig verstehe. Es erfordert Mut, aber wenn deine versteckten Sehnsüchte, Lügen und Taten ans Licht kommen (Joh. 3,20+21), dann kann dir dein Mentor erst mit Gottes Hilfe Unterstützung anbieten. Lies dir mal gerne dazu Jak. 5,16 durch. Ehrlichkeit ist also der erste Schritt, damit einem geholfen werden kann. Indem ich das mehr und mehr verinnerlicht habe, kann ich nun offener vor meiner Frau oder unserer Jugendgruppe zugeben, welche Probleme ich habe und wo ich Gottes Kraft umso stärker brauche. Das wiederum hilft meinem Gegenüber, sich auch zu öffnen und ehrlich zu sagen, was bei ihm gerade los ist. Sehnst du dich manchmal danach, dass du gefragt wirst, wie es dir WIRKLICH geht, bzw. hast du Angst, dass du als Einziger noch nicht perfekt bist in deiner Peergroup? Absoluter Quatsch, wir brauchen mehr Ehrlichkeit und Offenheit.

Weisheit/Wahrheit

Wünschst du dir auch manchmal, biblische Wahrheiten mit links zu verstehen und anderen weiterzugeben? Ich will das und durfte es auch durch das Mentoring lernen, wobei ich was klarstellen muss. Ich wollte immer viel „Wissen“ im Sinne von Hauptthemen der Bibelbücher verstehen, spannende Streitfragen durchdenken und einfach schlau wirken. Rate mal, was mir mein Mentor beim ersten Treffen verklickert hat. Genau. Es soll nicht darum gehen, nur Wissen zu erwerben. Warum habe ich das Thema dann trotzdem mit aufgegriffen? Ich durfte mehr als nur plumpes Wissen erlangen. Fragen wie, welche Geistesgaben es geben darf oder welche Instrumente im Gottesdienst erlaubt sind, verändern dich als Person nicht. Wahre Veränderung kommt durch das tiefe, grundsätzliche Verständnis des Evangeliums und deiner Identität in Christus (Joh. 8,32). Ich durfte lernen, was es wirklich bedeutet, bedingungslos geliebt zu werden, egal was ich getan habe. Genauso habe ich erfahren, wie zerstörend und eklig die Sünde in mir ist. Gottes Gnade nimmt meine Sünde ernst und verändert mich. Wenn dich das nicht umhaut oder dein Leben prägt, dann hast du es vielleicht noch nicht richtig verstanden und kannst es mal mit deinem zukünftigen Mentor durchdenken. Es ist so bereichernd, wenn dir jemand Reiferes im Glauben Unterstützung schenkt. Du kannst quasi nur profitieren und dadurch Jesus ähnlicher werden. 

Priorisierung

Keine Ahnung, wie du tickst, aber ich liebe Ordnung in aller Hinsicht. Ein aufgeräumtes Zimmer, To-do-Listen oder Kalenderplanung. Das sind Dinge, die mir sehr helfen, an alles zu denken, was zu tun ist. Allerdings bringt das nicht viel, wenn man falsche Prioritäten hat. Durch das Mentoring konnte ich immer mehr verstehen, wie ich entscheide, was für meine Situation wichtig ist und was nicht. Das hilft mir in vielerlei Hinsicht. Ich muss mich nicht in endlosen Diskussionen über unterschiedliche Tauffragen verlieren, denn entscheidender als die Frage nach der Form oder dem Zeitpunkt der Taufe ist, ob ein Mensch Jesus Christus wirklich kennt und ihm nachfolgt. Aber auch im Alltag habe ich wesentlich mehr freie Zeit und das, obwohl ich verheiratet bin, seit kurzem eine Tochter habe und als Physiotherapeut arbeite. Ich durfte lernen, zu Dingen „Nein“ zu sagen, welche nicht meine Priorität waren, und dadurch konnte ich umso mehr zu anderen Sachen „Ja“ sagen (Eph. 5,15-17). Zum Beispiel gehe ich demnächst mit meinen Arbeitsstunden runter, um mehr Zeit für meine Familie und Jugendgruppe zu haben. In der Jugendgruppe gebe ich wesentlich mehr Aufgaben ab an Leute, die eine Begabung für den jeweiligen Dienst haben. Dadurch kann ich mich deutlich mehr mit meinen Begabungen und Fähigkeiten dort investieren, wo ich durch Gott dienen darf. Hättest du auch Lust, mehr Zeit zu haben, um sie sinnvoll in Gottes Reich zu investieren? Ein Mentor kann dir dabei helfen, deinen Fokus zu schulen, und wer weiß, vielleicht entdeckst du dadurch auch eine ganz neue Priorität, die dir vorher noch gar nicht bewusst war.

Fazit

Insgesamt bin ich durch die Zeit des Mentorings zu einem jungen Erwachsenen geworden, welcher im Glauben ein Stück weit authentischer, vernünftiger und erfahrener ist. Das hilft mir wiederum riesig, mich in meine Ehe, Freunde, Jugend und Arbeit zu investieren. Allerdings will ich niemals vergessen, durch wen ich das lernen durfte. Das liegt in erster Linie nur an Gottes Liebe und in zweiter Instanz an meinem Mentor, der schon unzählige Stunden in mich investiert hat. Ich habe nur profitiert und bete mit dafür, dass du durch Mentoring auch wachsen kannst. Hast du schon eine Idee, wer dein Mentor sein könnte? Schreib die Person doch gleich mal an. Fragen kostet nichts.