Wer ist Superman? Wir haben Jesus!

Diese Bibelarbeit handelt von Stürmen in unserem Leben, von Verzweiflung, Vertrauen und vollkommener Macht.
Wer ist Superman? Wir haben Jesus!

Überblick

Jeder von uns erlebt Stürme in seinem Leben. Egal wie alt er ist. Oft fragen wir uns, warum diese Stürme da sind. Bin ich auf einem falschen Weg? Warum lässt Gott das zu? Häufig schwindet unser Vertrauen, wenn wir das Gefühl haben, dass sich nichts verändert. Wir haben den Eindruck, Gott sei passiv oder er interessiere sich nicht für uns. Ähnlich ging es den Jüngern von Jesus in einer Situation. Doch Jesus überrascht alle!

Ziel

Die Jugendlichen erkennen, dass Stürme im Leben nicht unbedingt etwas Negatives sein müssen und dass sie zum Leben dazu gehören. Gott verspricht uns weder ein Leben in Komfort, noch verspricht er uns Sicherheit. Dennoch ist er da und verlässt uns nicht. Entscheidend in diesen Situationen ist nicht die Stärke unseres Glaubens, sondern die Stärke dessen, an den wir glauben. Und der, an den wir glauben, ist der Stärkste den es jemals gab oder geben wird.

Einstieg

Ideenpool

  • Bringe ein Bild von einem Bungee Sprung mit und frage, wer sich trauen würde, einen solchen Sprung zu machen. Frage dann, wer daran glaubt, dass das Seil in der Lage sei die Person zu halten. Wahrscheinlich werden bei dieser Frage alle zustimmen. Jetzt frage, was die Person in der Realität hält. Die Stärke meines Vertrauens zu dem Seil oder die Stärke des Seiles. Offensichtlich kann mein Vertrauen kein bisschen etwas dafür tun, dass das Seil mein Gewicht aushält. Einzig allein entscheidend ist die Kraft des Seils.

  • Frage die Jugendlichen, ob es Situationen in ihrem Leben gab, in denen sie sich von Gott verlassen gefühlt haben. Situationen, in denen sie das Gefühl hatten, Gott interessiere sich nicht für sie oder er würde sie nicht lieben. Wenn sie den Mut dazu haben, lass sie darüber erzählen. Gab es für dich als Leiter schon mal eine solche Situation? Erzähle ihnen ehrlich und authentisch davon. Vielleicht kannst du das auch schon am Anfang tun, da die Hürde dann für die Jugendlichen niedriger sein könnte.

  • Wenn deine Jugendgruppe geographisch interessiert ist kannst du mit Ihnen eine Karte anschauen, auf dem der See Genezareth zu sehen ist. Diskutiert mit einander, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass es lebensbedrohliche Stürme auf einem inländischen See gab. (Antwort: Der See Genezareth liegt 209 Meter unter dem Meeresspiegel. Knappe 50km nördlich befindet sich der 2814 Meter hohe Berg Hermon. Die vom Hermon massiv kommende kalte Luft stößt immer wieder mit der vom See hochsteigenden warmen Luft zusammen; das Ergebnis sind heftige Gewitter und Sturmböen. Diese Wetterkapriolen waren unter Umständen für Fischer lebensgefährlich)

Erarbeitung und Anwendung

Bibeltext:

Markus 4, 35-41

Kontext

Jesus hat einen ziemlich langen und anstrengenden Tag hinter sich. Nachdem er eine lange Zeit zu den Menschen gesprochen hat, verabschiedete er sie und schlägt vor, auf den See zu fahren. Die Jünger sind also in seinem Auftrag unterwegs. Ihm folgen einige andere Schiffe, die im Weiteren nicht erwähnt werden. Jesus legt sich in das Schiff und schläft. In diese Situation hinein kommt ein heftiger Sturm auf, der lebensbedrohlich zu werden droht. (Falls du den Einstieg mit der Begründung für den Sturm nicht gewählt hast, kannst du an dieser Stelle danach fragen und es anschließend erklären, falls die Jugendlichen nicht von alleine darauf kommen.)

Darüber hinaus ist es wichtig zu erwähnen, dass die Fischer zur damaligen Zeit keine Weicheier gewesen sind. Sie waren die Stürme durchaus gewöhnt, da sie zu ihrem Berufsalltag gehören. Nur eben ohne Gefahrenzulage. Einige der Jünger Jesu waren genau solche Fischer und Teil der Crew auf dem beschriebenen Boot.

Interpretationsmöglichkeiten

1. Stürme gehören zum Leben

Frage: Warum sind die jünger in den Sturm geraten und was hatte dieser zu bedeuten?

Die Jünger waren wie schon erwähnt im Auftrag Jesu unterwegs. „Und an jenem Tag, als es spät geworden war, spricht er zu ihnen: lasst uns übersetzen an das jenseitige Ufer.“ (Markus 4,35) Manchmal ist es in unserem Leben so, dass wir genau auf der Spur sind, die Gott sich für uns wünscht. Plötzlich kommen aber Schwierigkeiten auf. Die Beziehung, die doch von Gott so bestätigt wurde, bröckelt plötzlich und ihr habt eine heftige Krise. Die Ausbildung, die du im Vertrauen auf Gott gewählt hast, frustriert dich grade einfach nur noch. Du hast keine Freude und in der letzten Klausur bist du durchgefallen. Vielleicht bist du geistlich den nächsten Schritt gegangen. Hast ein Mentoring gestartet oder bringst dich jetzt in der Band deiner Gemeinde ein. Trotzdem scheint es nur Gegenwind zu geben. Dein Mentor meldet sich nicht mehr richtig bei dir oder du bekommst von allen Seiten Kritik, weil ihr am Sonntag „schon wieder“ ein neues Lied vorgestellt habt. Kennst du solche Situationen? Lass dich nicht entmutigen.

Gerade wenn du Stürme in deinem Leben erlebst, kann es sein, dass du genau auf dem richtigen Weg bist.

Ein Soldat, der sich im Schützengraben versteckt, wird wahrscheinlich erst mal nicht viel Gegenwind bekommen. Der aber, der vorne in der Schlacht mitkämpft, der wird erleben, dass Pfeile auf ihn einprasseln. So ist es oft in unserem Glauben. Grade, wenn du merkst, dass Schwierigkeiten aufkommen, kann es sein, dass du den richtigen Weg gehst.

ABER nicht immer müssen Stürme heißen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Vielleicht möchte Gott dich anstupsen und dir zeigen, dass du gerade einen falschen Weg gehst. (Jona)

Wenn Stürme in deinem Leben sind, frage Gott, was dieser grade zu bedeuten hat. Nimm eine Vertraute Person hinzu. Lass sie einschätzen, ob Gott diesen Sturm zulässt, obwohl du auf dem richtigen Weg bist oder ob er dich vielleicht liebevoll korrigieren möchte.

2. Die Ruhe in Person

Frage: Warum beschreibt Markus, dass Jesus schlief? Wie kann ein Mensch bei einem lebensbedrohlichen Sturm ein Nickerchen machen?

Die Jünger haben mit dem Schlaf Jesu angenommen, er sei abwesend. Er kümmere sich nicht um sie. Wahrscheinlich kennst du dieses Gefühl. Die Welt bricht über dir zusammen und du hast das Gefühl, dass Gott schläft. Er würde doch eingreifen, wenn er mich liebt oder? Ich glaube Jesus hat ganz bewusst geschlafen, um uns etwas zu verdeutlichen. „Mich kann nichts aus der Ruhe bringen, ich bin da und ich habe die Macht über all das. Ich habe das im Griff“ Denkt mal über einen Jesus nach, der voller Panik mit anfängt zu schreien?! Wie absurd. Nein er ist der Anker im Sturm. Er ist der Inbegriff von Gelassenheit. Wie ein kleines Kind, was seinem Papa oder der Mama vertraut, dürfen wir Jesus vertrauen. Wenn er ruhig ist, heißt es nicht, dass er abwesend ist. Es bedeutet, dass er Macht über deine Situation hat und es keinen Grund gibt, dass er aus der Ruhe gerät. Denn Gott kommt spätestens rechtzeitig.

3. Wer ist hier der Boss?

Frage: Kann diese Geschichte echt sein? Und wenn ja was bedeutet das für mich?

Das Boot läuft an und ist kurz davor zu sinken. Die Jünger wecken Jesus. Er steht auf und sagt zwei Wörter, nur zwei kleine Wörter: „Schweig, Verstumme!“ Und was passiert? Der Sturm hört auf und es entsteht eine „Meeresstille“. Dass der Sturm zufällig aufhört, durchaus möglich, aber höchstunwahrscheinlich. Dass plötzlich alles still ist, unmöglich. Ist ein Meer erst einmal so stark aufgewühlt, braucht es Stunden, um sich wieder zu beruhigen. Jesus sagt: „Verstumme“ und es passiert. In der damaligen antiken Kultur gingen die Menschen davon aus, dass nur die Götter Macht über das Wasser, die Seen und das Meer hätten. Jesus spricht zu dem Meer und es gehorcht. So oft lesen wir einfach über diese Stelle hinweg und vergessen, was für eine unglaubliche Machtdemonstration das von Jesus war. Manche werden einwenden, dass man ja gar nicht genau wissen könne, ob das so passiert ist. Zwei Argumente sprechen dafür, dass es genau so passiert ist:

  • Die Geschichte ist, wie man bei aufmerksamen Lesen feststellt, ein authentisches Zeugnis einer Person, die dabei gewesen ist. Markus gibt hier höchstwahrscheinlich die persönlichen Erfahrungen des Petrus wieder. Die vielen Details, wie z.B. die Erwähnung des Kissens und die beschriebenen Emotionen weisen auf ein authentisches Zeugnis hin.

  • Warum wird am Anfang davon berichtet, dass andere Boote ihnen folgten? Ist das nicht völlig irrelevant? Sie werden doch nie wieder erwähnt. Ich glaube sie haben eine ganz wichtige Aufgabe. Sie waren auch auf dem See und haben mitbekommen, dass plötzlich alles still war. Vielleicht haben sie sogar Jesus gesehen, wie er auf dem Boot stand. Auf jeden Fall waren sie in derselben Situation. Lebensbedrohlicher Sturm in einem Moment. Totenstille im anderen Moment. Man konnte sie befragen. Sie waren Zeugen des ganzen Spektakels.

Abgesehen davon, dass wir an die Wahrhaftigkeit der Bibel glauben, gibt es also überzeugende Argumente dafür, dass diese Geschichte genau so passiert ist, wie sie Markus berichtet.

Was bedeutet das für dich? Jesus hat deutlich gemacht, dass er die Kraft in Person ist. Er braucht zwei Worte, um das Unzähmbare zu zähmen. Und genau diese Kraft hat Jesus immer noch. Du kannst Ihm vertrauen, dass egal wie stark die Stürme deines Lebens sind, er in der Lage ist, diesen Sturm zu stillen. Er ist der Boss über Wind, Wellen, Meer und den Tod. Und du bist in seinem Team.

4. Habt ihr kein Vertrauen zu mir?

Frage: Welche Rolle spielt das Vertrauen der Jünger in dieser Situation?

Jesus fragt die Jünger, warum sie solche Angst hatten. Würden sie ihm nicht vertrauen? Ganz ehrlich, wie oft geht es uns auch so: Wir würden Gott gerne vertrauen, wir würden gerne unsere Ängste abgeben. Doch es geht nicht. Ich strenge mich so sehr an, Gott vertrauen zu können, doch ich scheitere immer wieder! Die gute Nachricht ist, es kommt nicht darauf an, wie stark ich glauben kann oder wie viel ich vertraue. Die Jünger wurden nicht gerettet durch ihren Glauben, noch sind sie ertrunken, weil sie nicht geglaubt haben. Wie dankbar können wir sein, dass Gottes Kraft und Stärke nicht abhängig von unserem Vertrauen ist. Genauso wie wir mit Glauben und Vertrauen einem Bungeeseil keine Kraft verleihen können, braucht Gott unser Vertrauen nicht, um seine Kraft beweisen zu können.

Was rettet ist nicht die Stärke des Glaubens, sondern die Kraft dessen, woran ich glaube.

Das Evangelium

Die Erzählung von Markus und eine Geschichte aus dem Alten Testament ähneln sich sehr stark. Die Geschichte von Jona verläuft relativ parallel. Menschen sind gemeinsam ein auf einem Schiff unterwegs, dass in Seenot gerät. Jesus und Jona werden von den anderen mit den Worten: „Wir kommen um!“ geweckt. In beiden Geschichten stillt ein übernatürliches Ereignis das Wasser. Der Unterschied? Jona ist selbstverschuldet in den Sturm geraten und es musste jemand geben, der sich opfert.

Vielleicht unterscheiden sich die beiden Geschichten doch nicht. Wenn man die Markusgeschichte im Gesamtkontext des Lebens Jesu sieht, hat die Geschichte der Sturmstillung so viel mehr zu sagen, als dass Jesus mächtig war und ist.

Wir Menschen leben alle in einem lebensbedrohlichen Sturm, in dem wir selbst verschuldet sind. Wir haben uns gegen Gott entschieden und haben uns von Ihm abgewandt, so wie Jona. Und es gibt nur einen, der diesen Sturm stillen kann. Und das ist Jesus. Allerdings reichte es dabei nicht ein paar Worte zu sprechen. Jesus selbst musste sich hingeben, damit wir aus diesem Sturm gerettet werden können. Er war freiwillig dazu bereit, die Konsequenzen unseres sündigen Handels zu tragen. (Sünde ist alles, was gegen Gottes Willen ist und was uns von Ihm trennt, da er vollkommen und gerecht ist.) Jesus kam vor etwa 2000 Jahren auf diese Erde, starb am Kreuz und ließ sich von seinem Vater für deine und meine Schuld bestrafen.

Wozu? Damit er alle unsere Stürme stillen kann. Er möchte uns retten. Er möchte Gemeinschaft mit dir, weil er dich so sehr liebt. Er möchte dich aus dem unruhigen und turbulenten Alltag holen. Er möchte, dass du bei ihm zur Ruhe kommst, wenn du das Gefühl hast, dass alle Wellen über dich hereinbrechen. Und dafür hat er alles gegeben.

Was für ein unglaublicher Gott! Er verdient alle Ehre und Anbetung! Amen!