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Faith finds a voice

Was, wenn ich bete und nichts spüre?

Unser Gebet hat eine Wirkung, auch wenn wir diese nicht spüren. Diese Andacht möchte uns zum Gebet ermutigen - dem unterschätztesten Elemente unseres Glaubenslebens.

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28. Mai
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2 min
Yael+

Sagt dir der Name Ignaz Philipp Semmelweis etwas? Nein? Mir bis vor kurzem auch nicht. Sein Leben ist ein gutes Bild dafür, wie unscheinbare Handlung eine große Wirkung haben.

Im 19. Jhd. erlebte der ungarische Arzt Semmelweis, wie viele Frauen kurz nach der Geburt eines Kindes am sogenannten „Kindbettfieber“ starben.

„Das ist einfach so, da kann man nichts machen“ – so die damalige Begründung. Keiner konnte sich erklären, wieso all die Frauen starben.

Semmelweiß fiel auf, dass besonders die Frauen, die mit Ärzten in Berührung kamen, betroffen waren. Aus heutiger Sicht ist es ein klarer Fall: Von Hygiene wusste man wenig, sodass die Ärzte vom Leichenseziertisch direkt weiter zu einer Geburt eilten. Das führte natürlich zu den tödlichen Infektionen.

Auch Semmelweis kam auf die Idee, dass das Problem an der Hygiene lag, auch wenn er von Bakterien noch nichts wusste. Dennoch führte er für Ärzte eine verbindliche Waschung mit Definitionsmittel ein, und siehe da – die Sterblichkeit der Frauen sank von 17% auf 1,2%!

Krasse Geschichte, aber was hat das mit mir und meinem Gebetsleben zu tun?

Wenn ich bete und nichts spüre, kann es vorkommen, dass es sich für mich sinnlos anfühlt. Mir kommen Fragen in den Kopf wie:

Was soll denn das Reden mit Gott jetzt bringen? Es passiert doch nichts.

Vielleicht wünschte ich mir einen brennenden Dornenbusch oder ein helles Licht vom Himmel, wenn ich bete. Dadurch, dass nicht direkt eine Wirkung von meinem Gebet sichtbar wird, gehe ich davon aus, dass es grundsätzlich wirkungslos ist. Tatsache ist aber, dass die Wirkung meines Gebetes manchmal ganz unscheinbar ist. Beispielsweise hatte auch die Entdeckung von Semmelweis zunächst keinen bahnbrechenden Erfolg, denn seine Erkenntnisse setzten sich nur schleppend durch.

Das Gebet ist eins der unterschätztesten Elemente im Glaubensleben.

Vielleicht weil es mir „zu einfach“ erscheint? Ich meine, ich müsste mehr tun, als mit Gott zu reden. Aber Fakt ist, dass das Gebet eine verändernde Wirkung für den Beter und seine Umgebung hat.

Es ist also nicht wichtig, ob ich das Gefühl habe, etwas durch mein Gebet zu erreichen, sondern die Wahrheit über das Beten ist wichtig.

Die finde ich in der Bibel:

Der Herr ist denen nahe, die zu ihm beten und es ehrlich meinen.

- Psalm 145,18

Gott erwartet nichts Großes, ein ehrliches Gebet ist genug.  

Zurück zu Semmelweis: Auch bei ihm war es einfach das Händedesinfizieren, welches vielen Frauen das Leben rettete.

Was bedeutet das nun für mich?

Ich möchte beten, weil ich weiß, dass mein Gebet eine Wirkung hat, ob ich diese nun fühle oder nicht.

Ich möchte beten, weil ich weiß, dass es nicht auf eine Leistung ankommt, sondern darauf, dass Gott mein Gebet gebraucht.

Vielleicht fällt es dir gerade schwer, diese Aussagen zu machen – das kann ich verstehen. Versuche doch deine Gedanken über das Gebet mit Wahrheiten aus der Bibel auszutauschen. Sprich mit Gott über deine Fragen und Erkenntnisse und schau, was passieren wird.