Neue Realität: Christus in dir
Diese Bibelarbeit basiert auf der Predigt von Josia Hermann zu 1.Johannes 2,28-3,10 im SAT Dillenburg: https://www.youtube.com/live/9vcing62nI0?si=EZzJBv9M4mqAe8CK
Titel der Bibelarbeit:
Die neue Realität: Christus in dir
Überblick:
Diese Bibelarbeit führt dich in zentralen Inhalte des Abschnitts 2,28-3,10 ein.
Ziel:
Die Teilnehmenden sollen verstehen, was es bedeutet Christus nachzufolgen und was das mit unsere Identität zu tun hat. Wir sind auf der Seite Gottes, wir sind seine Kinder.
Einstieg:
Erinnerung an die Kindheit
- An welche schönen Momente erinnert ihr euch besonders?
- Wie erinnert ihr euch an eure Eltern?
- Was bedeutet es, Kind zu sein?
Erarbeitung und Anwendung:
Schritt 1: Bibeltext lesen (jeder allein/ in der Gruppe laut/ reihum)
Schritt 2: Auslegung
1. Zuversicht des Bleibens (V.2,28+29)
Dieser Abschnitt schließt direkt an Vers 27 an, denn Johannes fordert in V.28 ein weiteres Mal dazu auf, in Christus zu bleiben. Das ist die ständige Gemeinschaft mit Vater und Sohn – das höchste Ziel für Johannes und auch der Grund, warum er diesen Brief verfasst. Wenn du in Christus bleibst entsteht daraus Zuversicht. Denn nicht nur der Antichrist erscheint (2,18), sondern auch Jesus wird wiederkommen und dem Antichrist ein Ende bereiten (2.Thess. 2,8). Alle, die in Christus bleiben, haben Zuversicht, weil Jesus Christus selbst Richter und Fürsprecher ist (2,1). In V.29 wird dieser Fürsprecher noch näher beschrieben: Christus ist der Gerechte – er erfüllte allein Gottes Willen bis in den Tod. Weil Christus unsere Gerechtigkeit ist, dürfen wir ihm ähnlicher werden. Gemeinschaft mit Jesus bewirkt diese Ähnlichkeit, die von außen erkennbar und sichtbar wird. Nicht aus Zwang und unserer Leistung, sondern durch Jesu Werk in uns. Unsere Aufgabe ist es, in Christus zu bleiben und Gemeinschaft mit ihm zu haben.
2. Wir sind wirklich Gottes Kinder (3,1-3)
Johannes ist es sehr wichtig, die Adressaten die Wahrheit über ihre Identität zuzusprechen. Sie sind wirklich Gottes Kinder! Und auch wir sind es hier und heute, wenn wir an Gott glauben. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern ist die engste menschliche Bindung, die wir kennen. Wie groß und wunderbar ist es, dass der gnädige, barmherzige Gott unser Vater ist. Wir dürfen uns immer wieder daran erinnern, dass wir wie ein Kind zu unserem Vater kommen dürfen. Wenn wir über Gott als unseren Vater nachdenken, ist es sehr wichtig, welche Gedanken und welches Bild wir über Gott haben. Denn unser Gottesbild prägt unseren Glauben. Wir dürfen uns die Wahrheiten über Gott klarmachen und nicht mit den zerbrochenen Familien dieser Welt vergleichen.
Für Johannes ist die natürliche Folge davon, dass wir Gottes Kinder sind, dass die Welt uns hasst. Denn die Welt steht in der Feindschaft zu Gott (vgl. 2,15-17) und daher dürfen wir kein Lob von der Welt erwarten, wenn sie Gott nicht erkannt hat und verehrt. Für die Christen heute ist ihre Identität, dass sie Gottes Kinder sind. Für die Zukunft, die Wiederkunft Jesu, zeigt Johannes, dass wir ihm sogar gleich sein werden. Er wird unseren irdischen Körper verwandeln (Phil. 3,21) und weil wir ihn sehen, werden wir ihm gleich sein. Jesus ist geworden wie wir, damit wir werden wie er.
Der Prozess, ihm ähnlicher zu werden, beginnt allerdings schon heute. Deshalb weist Johannes darauf hin, dass die Gläubigen rein sein wollen, wie Jesus es war. Holy for holy.
3. Neue Realität: Christus in uns
In den Versen 4-10 wendet sich Johannes erneut dem Thema Sünde zu:
- Sünde ist Rebellion gegen Gott (V.4)
- Christus kam, um die Versklavung der Sünde aufzuheben (V.5)
- Christen sündigen nicht länger (V.6)
- Christen spiegeln Jesus wieder (V.7)
- Der Teufel ist der Urheber der Rebellion gegen Gott (V.8)
- Weil Christen verwandelt werden, sündigen sie nicht mehr (V.9)
- An der Liebe zum Mitmenschen zeigt sich die neue Identität (V.10)
Johannes möchte nicht sagen, dass Christen gar nicht mehr sündigen, sondern dass Christen nicht mehr unter der Macht der Sünde stehen. Die Sünde gehört zur Seite des Bösen, des Teufels. Weil Christen aber durch Christus gerecht gesprochen wurden, dulden sie keine Sünde mehr in ihrem Leben. Sie bringen sie ins Licht und empfangen Vergebung (1,9). Ihre neue Realität ist allerdings: Christus in ihnen. Sie stehen nicht mehr unter der Macht der Sünde.
Ergebnissicherung:
Persönliche Reflexion:
- Wer oder was formt dich? Womit umgibst du dich?
- Zu was für einem Menschen werde ich?
- Wie kannst du Gemeinschaft mit Christus haben und mit ihm verbunden sein?
- Was für ein Gottesbild hast du? Wie denkst du über Gott, deinen Vater?
- Wie kannst du dir mehr bewusst machen, dass du Gottes Kind bist?
- Du stehst nicht mehr unter der Macht der Sünde – was verändert das in deinem Leben? Wie kannst du mit Sünde umgehen?
Kleingruppe
- Wie könnt ihr euch gegenseitig bestärken, in der Gemeinschaft mit Christus zu sein und zu bleiben?
- Was verändert es in eurem Leben, dass ihr Gottes Kinder seid?
- Was für ein Bild habt ihr über Gott, euren Vater?
- Welche Rolle spielt die Sünde in eurem Leben? Wie könnt ihr als Gemeinschaft die Sünde ins Licht bringen?
- Wie könnt ihr euch gegenseitig ermutigen und die Freiheit in Christus, die neue Realität zusprechen?
Next Steps
1) Wer bin ich in Christus? Johannes nennt in diesem Abschnitt die Gotteskindschaft als zentrales Merkmal unserer Identität in Christus. Welche anderen Wahrheiten sagt die Bibel über unsere Identität in Christus? Welche fallen dir ein? Schlag deine Bibel auf und suche nach Wahrheiten über deine Identität.
2) Wer ist Gott, der Vater, für mich? Überlege dir, welches Gottesbild du hast. Schreib dir auf, wie du momentan über Gott als deinen Vater denkst. Such nach biblischen Wahrheiten über Gott und vergleiche sie mit dem, was du aufgeschrieben hast. Was fällt dir auf? Welche Denkweisen darfst du streichen? Welche Charaktereigenschaften und Wahrheiten Gottes darfst du stärken?