Untreu

Gott kennt keine Enkelkinder. Jede Generation steht vor der Entscheidung. Götzen, die die Welt um mich herum anbetet oder der wahre Gott?
Untreu

Bibeltext

Richter 2,6 – 3,6

Überblick

Richter 2 ist eine Einleitung und gleichzeitig eine Zusammenfassung des Buches Richter. Es beginnt mit Josua und zeigt dann die Abwärtsspirale des Volkes Gottes. Gott gibt jeder Generation erneut Chancen aber Israel entscheidet sich für immer heftigeren Götzendienst.  

Ziel

Die Jugendlichen sollen motiviert werden, sich in dieser Welt von den anderen um sie herum zu unterscheiden, indem sie Gott an die erste Stelle setzen und sich immer wieder an sein wunderbares Handeln erinnern. 

Erarbeitung

Das Generationsproblem

Josua war ein Leiter, der Gott gefiel. Zeit seines Lebens hat das Volk Gott gedient. Auch danach noch, als seine Generation noch lebte. Sie hatten Gottes spektakuläres Handeln gesehen und wussten, dass er der wahre Gott ist. Dennoch haben wir im ersten Kapitel gesehen, dass sie nur halbherzig bei der Sache waren. Und die Konsequenzen erleben wir jetzt. In der nächsten Generation. Sie kennen Gott nicht (V. 10). Sie wussten bestimmt wer er ist und auch, was er getan hatte. Aber es hatte nicht genug mit ihrem Leben zu tun. Sie wollten von dem wahren Gott nichts mehr wissen und ließen sich mit den Göttern der umliegenden Völker ein. 

Direkt die nächste Generation, die Gottes Wunder nicht erlebt hat, betet andere Götter an. Was ist da schief gelaufen? Wer ist Schuld? Hat die erste Generation versäumt zu berichten oder ihre Kinder vom Götzendienst abzuhalten? Oder waren die Jüngeren zu hartherzig? 

Oft ist es beides. Dieses Phänomen sehen wir ja nicht nur in Richter. Fehler, die eine Generation von Christen machen, verschlimmern sich oft in der nächsten. 

Commitment is replaced by complacency and then by compromise.Timothy Keller

(Hingabe wird zuerst durch Selbstzufriedenheit und schließlich durch Kompromisse ersetzt.)

Die Abwärtsspirale

[Wenn du willst kannst du die Abwärtsspirale zur Verdeutlichung aufzeichnen.]

Das Generationenproblem überträgt sich in Richter immer wieder und so beginnt die Abwärtsspirale, die sich durch das ganze Buch zieht. Die Zeit vom Tod Josuas bis Gott dem Volk einen König gibt, ist geprägt von Israels Rebellion. Sie verstoßen gegen den Bund mit Gott und beten die Götter der umliegenden Völker an. Gott ist verärgert und lässt Feinde die Oberhand gewinnen, die das Volk unterdrücken. Das Volk bereut und schreit zu ihm, er hat Erbarmen und schickt einen Richter. Dieser rettet das Volk und stellt den Frieden wieder her. Die Richter helfen nur leider nicht langfristig. Nach ihrem Tod werden die Israeliten schnell wieder rückfällig (V. 17). Dabei wird die Rebellion nach jedem Richter schlimmer und schlimmer (V.19).

Götzendienst

Götzendienst ist in dem ganzen Buch ein immer wiederkehrendes Thema. Warum war das Gott so wichtig, dass das Volk nicht zwischen den ganzen anderen Völkern lebte und sich mit ihnen vermischte?

Sie kehrten ihm den Rücken und dienten dem Gott Baal und der Göttin Aschera. Der Herr war zornig über die Israeliten” Richter 2,13-14


Oft, finde ich, wird Gott im AT so negativ dargestellt, weil er zornig und eifersüchtig ist. Man muss sich aber dabei vor Augen halten, wie Gott seine Beziehung zu seinem Volk sieht. Es ist für ihn keine Beziehung zwischen Sklave und Meister (so wie das bei den anderen Göttern ist), noch nicht mal Schafhirte und Schaf, sondern das Bild, das Gott für sich und sein Volk gebraucht, ist eine Liebesbeziehung, wie eine zwischen Mann und Frau. Sowohl im AT als auch im NT bezeichnet sich Gott als Bräutigam (Hes. 16, Eph, 5, Offb. 19). Er möchte eine leidenschaftliche, persönliche Liebesbeziehung. 

Deswegen ist Götzendienst ein Treuebruch für ihn. Sein Zorn aus Vers 14 ist also nicht das Gegenteil von Liebe, es ist der Ausdruck von Liebe. 

Anwendung

Was für eine Generation wollen wir sein?

Gott kennt keine Enkelkinder. Jede Generation steht vor der Entscheidung. Götzen, die die Welt um mich herum anbetet oder der wahre Gott? Gott ließ die Völker um Israel herum weiter bestehen, auch um jede Generation zu prüfen. Immer wieder gab er Richter, um eine erneute Chance zu geben, den richtigen Weg zu wählen. Aber “auch auf die Richter hörten die Israeliten nicht” (V. 17) Sie wurden immer wieder untreu.

Auch in unserer Welt heute ist das nicht anders. Die Menschen um uns herum leben ohne Gott und tun  “was sie wollen” (V. 17). Sie beten andere Dinge an: Erfolg, Geld, Ansehen …
Und machen sie so zu ihren Götzen. Wie können wir eine Generation sein, die trotz dieser Einflüsse um uns herum, Gott treu bleibt?

  • Die Israeliten zur Zeit Josuas kannten Gott. Sie hatten sein Handeln erlebt und blieben ihm treu (V.7).
    Was war deine größte Gebetserhörung? Denk mal kurz drüber nach. Was war das heftigste Wunder, das du erlebt hast?
    Diese Frage wurde mir letztens im Hauskreis gestellt und ich war beschämt, dass ich nicht direkt antworten konnte. Dabei ist es so wichtig, sich an die Erlebnisse mit Gott zu erinnern! Deswegen hat Gott für das Volk Israel die Feste angeordnet, deswegen gibt es das Abendmahl.

Bist du zu sehr damit beschäftigt, für das nächste Wunder zu beten, als dass du für die geschehenen Erlebnisse mit Gott danken kannst?

  • Götzendienst ist auch heute noch ein Thema. Was sind Götzen in deinem Leben, denen du nachläufst? Vielleicht ist es keine Figur aus Gold, aber was hat in deinem Leben einen höheren Stellenwert als Jesus? Besitz, Partnerschaft, Karriere, Träume, Ansehen bei anderen? Um dich herum ist das normal und du darfst auch Geld haben und beruflich erfolgreich sein aber Jesus möchte trotzdem immer der Wichtigste in deinem Leben sein.
    Jesus hat sich komplett hingegeben und liebt dich als Ganzes, er macht keine halben Sachen. Gib du auch dein Leben ihm ganz und du wirst es nicht bereuen. Er ist kein Gott, der dich versklavt, sondern der dich bedingungslos liebt:

    Ich bin gekommen, damit sie Leben haben und es in Überfluss haben.Joh. 10,10

Lasst uns eine Generation sein, die sich an Wunder erinnert, sich nicht an den Lebensstil unserer Mitmenschen anpasst, sondern Gott die alleinige Vormachtstellung im Leben gibt. 

Was wollen wir an die nächste Generation weitergeben?

Wie können wir (auch schon als Jugendliche) unseren Glauben an Jüngere weitergeben, damit keine Abwärtsspirale stattfindet?

Hast du eine Zweierschaft mit jemandem, bist ein Mentor oder machst Kinderstunde? Oder hast du jüngere Geschwister? Nimm deine Verantwortung wahr und lass nicht zu, dass die nächste Generation Gott nicht kennt (V.10)! 

In 5. Mose 6,4-9 & 20-25 gibt Gott konkrete Anweisungen, wie das gehen kann:

  • Keine Halbherzigkeit

    Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft. 5. Mose 6, 5

    Sei darin klar und konsequent. Jüngere merken es, wenn du Gott nur aus Pflichtgefühl oder mechanisch der Gewohnheit wegen dienst.

  • Gott im Alltag
    Die Verse sprechen vom sitzen, hinlegen, auf dem Weg gehen. Es geht nicht um theologische Gespräche, sondern zu zeigen, wie Gott praktisch in deinem alltäglichen Leben eine Rolle spielt, ihn in Gespräche mit einfließen zu lassen.

  • Persönlich werden
    Sprich nicht immer nur über Verhalten und Regeln, sondern erzähl von Wundern, die Gott an dir getan hat, die du miterlebt hast.

Lass uns eine Generation sein, in dessen Herzen ein Feuer für Jesus so brennt, dass der Funke an andere überspringt!

Schluss / Ergebnissicherung

Zum Schluss würde ich eine Zeit der Stille anschließen, in der die Jugendlichen sich Zeit nehmen, aufzuschreiben, was für Erlebnisse sie mit Gott hatten. Wenn ihr eine große Gruppe seid, teilt euch danach auf und erzählt in kleinen Gruppen anschließend zeugnishaft, was Gott Großes in eurem Leben getan hat. 

Es würde sich anbieten, den Abend ausklingen zu lassen mit einer Lobpreiszeit, in der man Gott lobt, für seine Wunder und ihm dankt. Danach kann man in Liedern noch seine völlige Hingabe ausdrücken. 

Liedvorschläge

  • Wie oft

  • Wie viel schöne Stunden

  • So will I

  • Der mein Herz regiert 

  • Mein ganzes Leben

Wenn man den Schwerpunkt eher auf Götzendienst richten will, kann man für die Zeit der Stille zwei Fragen stellen, die die Jugendlichen für sich selber beantworten sollen:

  1. In welchem Bereich meines Lebens würde es mir am schwersten fallen, Gott völlig gehorsam zu sein?  (Karriere, Zeit, Besitz, Familie, Partnerschaft, …) 

  2. Welchen Schritt kann ich gehen, um auf Gott zu- statt von Ihm weg zu gehen?