Gehe zur STEPS Leaders Startseite
Leben in Fülle

Ich will Jesus sehen

Johannes 20 zeigt uns vier verschiedene Menschen, die dem auferstandenen Jesus begegnen - jeder auf seine eigene Weise.

calendar_today
6. Januar 2026
schedule
8 min
Johteil19

Überblick

Anhand von vier verschiedenen Begegnungen mit dem auferstandenen Jesus sehen wir, wie unterschiedlich Glaube entstehen kann (und wie unterschiedlich Gott uns auch im Glauben begegnet).


Ziel

Den Jugendlichen wird deutlich…

  1. Jesus physisch zu begegnen, führt nicht automatisch zu Glauben
  2. Jesus begegnet jedem auf unterschiedliche Weise - es gibt verschiedene Zugänge zu Gott
  3. Zweifel sind menschlich – und wir dürfen mit ihnen zu Jesus (und Christen) kommen

Einstieg (ca. 5 Minuten)

A.   Was brauchst du, um zu glauben?

  • ·Auf kleinen Zetteln sollen die Jugendlichen anonym folgenden Satz beenden: Was brauchst du, um eine Sache glauben zu können?
  • Die Zettel können danach eingesammelt und ein paar vorgelesen werden.
  • Überleitung: Jeder braucht etwas anderes, um Dinge zu glauben. Heute wollen wir uns anschauen, was verschiedene Leute gebraucht haben, um an den auferstandenen Jesus zu glauben. 

B.   Optische Täuschung 

  • Zeige ein paar Bilder mit optischer Täuschung (Bilder, in denen man je nach Perspektive zwei Motive erkennen kann – findet man im Internet z. B. unter „Optische Täuschung Bilder")
  • Frage: Was siehst du auf dem Bild?
    Die Jugendlichen können sich austauschen und einander auf verschiedene Perspektiven aufmerksam machen.
  • Überleitung: Jeder hat die Bilder anders wahrgenommen und brauchte eine andere Hilfestellung, um beide Motive zu sehen. Genauso war es bei den Menschen, die Jesus nach seiner Auferstehung begegneten – sie erlebten Ähnliches, aber jeder brauchte etwas anderes, um zu sehen bzw. glauben.

Erarbeitung (ca. 30-35 Minuten)

Lest gemeinsam das Kapitel.

Die Szene:

Jesus wurde gekreuzigt und starb. Für seine Jünger war eine Welt zusammengebrochen. 
Das Kapitel zoomt jetzt auf einzelne Personen heran, die frisch mit ihrer Trauer und ihren Fragen konfrontiert sind, denn der Tod war erst wenige Tage her. Die Situation dieser Leute wollen wir uns genauer anschauen.

Die Personen sind Maria (ab V. 1), Petrus (ab V.2), Johannes (ab V.2) und Thomas. Johannes wird namentlich gar nicht genannt, doch dass er mit der Beschreibung „der Jünger, den Jesus besonders lieb hatte" (V. 2) gemeint ist, wird durch verschiedene Stellen im Evangelium deutlich.

1.   Jesus physisch zu begegnen, führt nicht automatisch zu Glauben 

Gruppenarbeit
In kleinen Gruppen, als Sitznachbarn o. ä. können aufgeteilt die Verse zu den verschiedenen Personen auf folgende Frage untersucht werden:

Was ist nötig, damit die Person Jesus erkennt bzw. an ihn glaubt?

Danach können die Ergebnisse kurz zusammengetragen werden.

Johannes (V. 2-9)

Als Johannes von Maria hört, dass der Körper von Jesus nicht mehr da ist, macht er sich mit Petrus schnell auf den Weg zum Grab. Als er das Grab betritt, nimmt er die ganze Szene in sich auf – und er glaubt, dass Jesus auferstanden ist. Mehr ist nicht nötig.

→ Johannes sah Jesus gar nicht selbst, sondern nur das leere Grab und die Tücher. Diese Tatsachen führte dazu, dass er glaubte.

Petrus (und die anderen Jünger) (V. 2-9 u. 19.-23)

Petrus läuft mit Johannes zum leeren Grab und geht direkt hinein. Er sieht die Tücher und dass Jesus Körper nicht da ist. Doch das löst bei ihm offenbar nichts aus – anders als bei Johannes. Erst später, als die Jünger zusammen sind und Jesus ihnen begegnet, glaubt auch er.

→ Petrus hat das leere Grab gesehen, aber nicht geglaubt. Er glaubt später, als er Jesus gesehen hat.

Maria (V. 11-18)

Maria ist auf der Suche nach dem toten Körper von Jesus. Dann begegnet Jesus ihr. Er steht hinter ihr, doch sie erkennt ihn nicht. Maria denkt, es ist der Gärtner, aber als Jesus sie bei ihrem Namen anspricht, erkennt sie ihn als ihren Herrn und Lehrer.

→ Sie glaubt, als sie Jesus sieht und er sie anspricht (aber sie muss ihn nicht anfassen (V.17)).

Thomas (V. 24-29)

Thomas war nicht dabei, als Jesus den anderen Jüngern begegnete. Als sie ihm davon erzählen, kann er es nicht glauben. Er will Beweise. Wenn wir versuchen, uns in ihn hineinzuversetzen, wäre es uns vielleicht ähnlich gegangen – es widersprach ja jeder Logik. Jesus lässt ihn in seine Wunden fassen. Das führt dazu, dass Thomas glaubt und Jesus seinen Herrn und Gott nennt.

→ Thomas glaubt, als er Jesus sieht und ihn (seine Wunden) anfasst.

Zusammenfassung

Jeder in diesem Kapitel brauchte etwas anderes, um zu glauben:

  • Johannes: muss nur das leere Grab sehen
  • Petrus und Maria: müssen Jesus sehen (Maria zusätzlich mit ihm sprechen)
  • Thomas: muss ihn sogar anfassen

Ich will Jesus sehen

Wenn du liest, wie die Menschen damals Jesus begegneten – kennst du diesen Gedanken:

„Ich will Jesus (auch) sehen"?

Vielleicht denkst du, die Menschen damals hatten es leichter an ihn zu glauben, weil sie ihm physisch begegnen konnten.

Der Knackpunkt – wir müssen Jesus nicht sehen

Doch nachdem Thomas Jesus Wunden berührt hat, sagt dieser den wichtigsten Satz des Kapitels:

Jesus spricht zu ihm: Weil du mich gesehen hast, hast du geglaubt. Glückselig sind, die nicht gesehen und doch geglaubt haben!

- Johannes 20, 29

Jesus macht klar: Es ist nicht nötig, ihn physisch zu sehen, um an ihn zu glauben. 

Er geht zwar auf Thomas Zweifel ein, macht durch seine Worte jedoch deutlich, dass es sogar besser ist, ohne zu sehen zu glauben. Das ist auch eigentlich die Definition von Glauben:

Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.

- Hebräer 11,1

Es ist kein Automatismus, Jesus in Person zu sehen und an ihn zu glauben. Maria hatte ihn am Anfang gar nicht erkannt und Thomas hatte es nicht gereicht, ihn zu sehen und mit ihm zu sprechen. 
Unserer Wahrnehmung können wir oft gar nicht wirklich trauen – wir erinnern uns falsch oder nehmen unterschiedliche Details wahr, so wie am Anfang bei den Bildern/bei der Frage. Auch wenn wir uns manchmal vielleicht wünschen Jesus zu sehen und denken, das würde manches einfacher machen - was wir sehen, ist gar keine so verlässliche Quelle, wie wir vielleicht denken.


2. Jesus begegnet jedem auf unterschiedliche Weise  - es gibt verschiedene Zugänge zu Gott

Wir können Jesus physisch nicht sehen. Wenn wir heute davon sprechen, „Jesus zu sehen" oder davon, „dass er sich uns zeigt" – meinen wir, dass er uns durch andere Dinge Gewissheit gibt, dass er da ist oder dass wir uns ihm nah fühlen.

Unterschiedliche Wege zum Glauben

Menschen kommen auf ganz unterschiedliche Weise zum Glauben an Jesus und seine Auferstehung, so wie es auch bei den Personen im Kapitel ist. Vielleicht kennst du ein paar der Geschichten von Leuten im Raum – ganz unterschiedliche Situationen haben dazu geführt, dass sie an Jesus geglaubt haben.

Unterschiedliche Wege, Gott im Alltag zu erleben

Auch Gott als Christ im Alltag zu erleben oder sich ihm nah zu fühlen, sieht bei jedem Menschen anders aus. Dabei ist wichtig nicht zu vergessen:

Unsere Gefühle sind kein Maßstab von Gottes Gegenwart! 

In dem Lied „Du allein" heißt es treffend: „Du bist bei mir, auch wenn ich dich heute nicht spüre..."

Jesus ist unabhängig von unseren Gefühlen da – und dass wir uns ihm nah fühlen, ist ein Geschenk von ihm, das er bewirkt. Das können wir nicht erzeugen oder automatisieren! Gleichzeitig kann es bestimmte Situationen geben, in denen wir ihm eher begegnen als in anderen.

Beispiele:

  • Johannes war eher rational. Er würde sich Jesus heute vielleicht nah fühlen, wenn er einen Bibeltext studiert und neue Dinge lernt.
  • Maria brauchte die emotionale Verbindung. Sie würde sich Jesus heute vielleicht nah fühlen, wenn sie sich ins Gebet zurückzieht oder Lobpreislieder singt.

Jesus zeigt sich im Schlichten

Bei allen Personen in diesem Kapitel ist gleich, dass Jesus sich ihnen ganz schlicht zeigt. Nicht durch besondere Wunder. Er hätte einen dramatischen und eindrucksvollen Auftritt hinlegen können. Doch das tat er nicht. 

Gruppenarbeit (Brainstorming) (ca. 5 Minuten)

In den Gruppen von vorher kann kurz gebrainstormt werden:

  • Was könnten verschiedene (unspektakuläre) Wege sein, in denen Gott einem begegnet?
  • Habt ihr bei euch selbst vielleicht schon mal beobachtet, dass es bestimmte Situationen gibt, in denen ihr euch Gott immer wieder nahe fühlen?

    Das könnte sein:
  • Gemeinschaft mit anderen Christen (Gemeinde, Jugendstunden, …)
  • Anbetung (gesprochen, gesungen, …)
  • Gebetszeiten
  • Zeit in der Natur/Bestaunen der Schöpfung
  • Studieren von Bibeltexten
  • Hören von Predigten

Tragt kurz einige Ideen zusammen.

3. Zweifel sind menschlich – und wir dürfen mit ihnen zu Jesus (und Christen) kommen

Was wir gesehen haben

  • Um an Jesus zu glauben, müssen wir ihn nicht physisch sehen. Auch wenn wir denken, dass es uns dann leichter fallen würde, ist das wahrscheinlich nicht so – unsere Wahrnehmung ist nicht verlässlich.
  • Es kann sehr unterschiedlich aussehen, wie wir uns Jesus (am ehesten) nah fühlen – es gibt dabei kein falsch und richtig.

Wenn Zweifel nagen

Vielleicht findest du dich nicht in dem Gesagten wieder. Vielleicht weißt du gar nicht, ob du überhaupt an Jesus glaubst – und dass man ihn nicht sehen muss, um an ihn zu glauben, löst bei dir Stress aus. Vielleicht glaubst du eigentlich an Jesus, aber du hast nicht das Gefühl, dass er dir begegnet. Vielleicht sind es auch andere Zweifel, mit denen du kämpfst..

Und dann hast du möglicherweise auch noch das Gefühl, dass es nur dir so geht. Wir fühlen uns mit Problemen und Zweifeln, auch im Glauben, oft alleine – und sagen lieber nichts, weil es uns peinlich ist. Aber du kannst dir sicher sein: Genauso wie du, zweifeln auch andere und denken, sie sind damit alleine.

Zweifel sind menschlich und kein Grund für falsche Scham.

Sollte es dir so gehen, wollen wir (als Mitarbeiter) dich ermutigen:

  1. Geh mit deinen Zweifeln zu Jesus. Sprich sie an und sag ihm auch, wenn du nicht mal weißt, ob du überhaupt an ihn glaubst. Er kann damit umgehen und deine Gefühle sind ihm nicht egal – Thomas ist ein gutes Beispiel: Jesus geht auf seine Fragen und Zweifel ein. Er wischt sie nicht einfach weg oder reagiert böse darauf.
  2. Geh mit deinen Zweifeln zu (anderen) Christen, denen du vertraust. Hab keine Angst vor Verurteilung. Rede dir deine Sorgen und Zweifel sprichwörtlich „von der Seele" und lass dir von anderen helfen. Dafür sind wir einander an die Seite gestellt – Christsein (und Christwerden) ist kein Solo-Akt.

Ergebnissicherung (ca. 10 Minuten)

A.    3-2-1-Methode

Jeder kann für sich überlegen…

3 Dinge, die ich gelernt habe/die ich mitnehmen will
2 Fragen, die ich noch habe
1 Sache, die ich diese Woche ausprobieren will

Optional: Wer möchte, kann einen Punkt mit der Gruppe teilen.

Die Jugendlichen können auch ermutigt werden, ihre aufgeschriebenen Fragen im Anschluss (im persönlichen Gespräch) zu stellen.

B.    Gebetsspaziergang

Die Jugendlichen können durch die Räumlichkeiten spazieren und dabei mit Jesus über das Gehörte ins Gespräch kommen, z. B. über…

  • einen Gedanken, der neu war oder ihnen wichtig geworden ist
  • Zweifel, die sie beschäftigen
  • eine Situation, in der sie sich Jesus nah gefühlt haben

Abschluss (ca. 2 Minuten)

Zu Einstieg A:
Am Anfang haben wir gefragt: Was brauchst du, um an etwas zu glauben? Die Antwort ist so unterschiedlich wie wir alle – auch in Bezug auf Jesus.

Aber eins gilt für uns alle: Jesus sieht jeden persönlich. Komm mit dem, was du hast – mit deinem Glauben, mit deinen Fragen, mit deinen Zweifeln. Du bist bei ihm immer richtig.

Zu Einstieg B:
Am Anfang haben wir gemerkt: Jeder braucht etwas anderes, um etwas zu sehen und zu erkennen – auch in Bezug auf Jesus.

Aber eins gilt für uns alle: Jesus sieht jeden persönlich. Komm mit dem, was du hast – mit deinem Glauben, mit deinen Fragen, mit deinen Zweifeln. Du bist bei ihm immer richtig.