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Hiob

Hiob, der Gerechte

Hiob diente Gott von ganzem Herzen und wurde dafür von Gott überreich gesegnet. Ein Leben im Segen bietet Gott auch heute unseren Jugendlichen an, die von Herzen gerne mit ihm leben möchten.

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17. Dezember 2013
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8 min

Worum geht’s?

Es geht um Hiob, die Kerngestalt des gleichnamigen Buches im Alten Testament. Er lebte voll und ganz für Gott und mit ihm. Sein Leben war in Gottes Augen hervorragend und wurde von ihm extrem gesegnet. Später musste Hiob eine sehr schwere Leidenszeit durchleben, in der ihm alles genommen wurde. Dennoch hielt er an Gott fest und erfuhr, dass sein Leben schließlich zu einem guten Ziel kam.

Wir wollen schauen, welche Prinzipien und Handlungen Hiobs Leben vor seiner Leidenszeit prägten und wie wir daraus Leitlinien für unser Leben entwickeln können.

Mit wem haben wir’s zu tun?

Für die Jugendlichen wird Hiob dem Namen nach eine bekannte Gestalt sein. Allerdings dürften sich die wenigsten mit seinem Leben vor der Leidenszeit auseinandergesetzt haben. Den Jugendlichen soll deutlich werden, dass gerade eine solche biblische Figur ein Vorbild für sie sein kann, die zu einer völlig anderen Zeit, in einem völlig anderen Land lebte. Darum kommt es darauf an, die Parallelen zwischen Hiobs Leben und ihrer heutigen Situation deutlich zu machen.

Im Jugendalter werden die Ziele und Werte für unser Leben geformt. Viele Jugendliche sind auf der Suche nach Orientierung und fragen sich, wie ihr Leben gelingen kann. Zudem wächst bei vielen der Wunsch, sich gesellschaftlich zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen. Sie machen sich auf die Suche, wo sie sich einbringen und wie sie sich entfalten können.

In christlichen Jugendgruppen ist für viele Jugendliche klar, dass sie mit Gott leben wollen. Aber wieso das gut ist und wie sie das machen sollen, ist oftmals noch unklar. Hier besteht zum einen die Gefahr, dass Jugendliche an äußeren, religiösen Formen hängen bleiben und nicht die Tiefe der Gemeinschaft mit Gott erfahren. Zum anderen wird oftmals die Verzahnung von gelebter Nachfolge und diakonischem Handeln nicht richtig deutlich. Gerade diese Verbindung zwischen innerer Einstellung und äußeren Handlungen ist bei Hiob gut erkennbar. Anhand seines Lebens können wir den Jugendlichen aufzeigen, dass die Beziehung zu Gott ihr Leben erst vollständig macht und dass sie ihr ganzes Denken und Handeln prägt. So können sie Maßstäbe und Motivationen gewinnen, um gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.

Anhand Hiobs Vorbild wird sichtbar, wie ihr Leben von Gott gesegnet werden kann.

Dieses Fundament ist selbst dann tragfähig, wenn sie schwere Zeiten erleben.

Worauf wollen wir hinaus?

Hiobs Leben war in Gottes Augen korrekt und lobenswert (Hiob 1,8). Die Bibelarbeit soll den Jugendlichen helfen, gute Maßstäbe für ein Leben zu entdecken, das Gott segnen kann. Sie sollen lernen, dass:

Hiobs Leben erfüllt und gesegnet war durch seine Beziehung zu Gott.
Aus dieser Beziehung heraus flossen gute Taten und er hatte die Kraft, das Böse zu meiden.
Seine Gottesbeziehung machte ihn fähig, auch Verantwortung für andere zu übernehmen.
Von Hiob kennen viele nur die Leidensgeschichte.
Aber wir können von ihm auch viel über Segen lernen.

Wie gehen wir vor?

Einstieg

Zunächst sollten die Jugendlichen etwas „aufgewärmt“ werden. Dazu eignen sich folgende Spiele:

  • Tim mag/Tim mag nicht

Der Leiter zählt Dinge auf, die Tim mag, beziehungsweise nicht mag. Die Jugendlichen müssen herausfinden, welches Prinzip hinter seinen Vorlieben und Abneigungen steckt. Es kann beispielsweise sein, dass Tim alle Dinge mag, wo im Wort mindestens ein Doppelbuchstabe vorkommt (Beispielsweise: Sommer, Sonne, Kinn, Fahrrad, Roller) und alle Dinge nicht mag, in denen kein Doppelbuchstabe auftaucht. Das funktioniert dann etwa so: „Tim mag Wasser, aber keine Cola. Er mag Tee und Kaffee, aber keinen Kakao…“ Sobald einer der Jugendlichen meint, das Prinzip erfasst zu haben, steigt er selbst in das Spiel mit ein. Ziel ist es, dass möglichst alle Teilnehmer eigenständig das Prinzip entdecken. Wenn es am Ende einigen gar nicht auffallen will, darf man natürlich helfen.

Dieses Spiel kann in mehreren Runden, mit unterschiedlichen Varianten gespielt werden. Tim kann beispielsweise einzelne Buchstaben nicht mögen, oder aber nur Worte, in denen ein bestimmter Buchstabe vorkommt. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

  • Das fehlende Teil

Die Jugendlichen werden in Kleingruppen eingeteilt, die auch später für die Gesprächsgruppen genutzt werden können. Jede Kleingruppe bekommt ein zerlegtes 100- oder 200-teiliges Puzzle. Wichtig ist nur, dass jeweils ein Teil in der Mitte fehlt. Die Gruppen puzzeln um die Wette. Wer zuerst feststellt, dass ein Teil fehlt, hat gewonnen.

Ziel des Spiels ist das Aha-Erlebnis, dass das Puzzle nicht vollständig ist und dadurch nicht funktioniert.

Beide Spiele zeigen: Wenn etwas Entscheidendes fehlt, sei es eine Information oder ein Puzzleteil, läuft die Sache nicht richtig.

Impuls

Damit ist auch schon der Aufhänger für den Impuls gegeben. Der könnte etwas so aussehen: „Es ist schon echt doof, wenn einem was Entscheidendes fehlt, oder? Von einem, der alles hatte, wollen wir jetzt hören. Keiner hatte soviel Kohle und soviel Ansehen wie er. Unsere heutige Figur hatte es echt geschafft!“ Der Leiter der Bibelarbeit liest den Text aus Hiob 1,1-5. Es ist wichtig, den Jugendlichen noch ein paar Informationen zu Hiob und seinen Lebensumständen zugeben, bevor sie in eine Gruppenarbeit gehen.

Hiob lebte vermutlich im zweiten vorchristlichen Jahrtausend im Land Uz, das wahrscheinlich im heutigen Jordanien/Süd-Syrien liegt. Hiob war ein Viehbauer, der über riesige Herden und jede Menge Angestellte verfügte. Zudem hatte er eine Menge Kinder. Das alles machte ihn in der damaligen Zeit unermesslich reich, reicher als alle Menschen seines Landes. Man kann also mit Recht davon sprechen, dass sein Lebensstil absolut erstrebenswert war. Welche Werte und Handlungen für Hiob dabei maßgeblich waren, sollen die Jugendlichen nun in den Kleingruppen herausfinden.

Gruppenphase

Die Jugendlichen bekommen Arbeitsblätter, die sie in den Kleingruppen bearbeiten. Zunächst geht es in der Texterschließung darum, welche Eigenschaften Hiob auszeichneten. Hier lebt unser Text stark von Begrifflichkeiten. Darum sollten wir den Jugendlichen helfen, diese in ihrem ganzen Bedeutungsspektrum zu verstehen.

Hiob war zum einen „fromm“, wie es Luther übersetzt. Andere Übersetzungen verwenden die Worte „redlich“ oder „untadelig“. Das hebräische Wort bedeutet an dieser Stelle, dass er an Gott glaubte und dadurch sein Leben „vollständig“, „ganz“ oder gar „vollkommen“ wurde. Diese Beziehung war die Grundlage für sein Verhalten. Er erhielt durch seine Beziehung zu Gott das, was Jesus später als „Leben in Fülle“ (Johannes 10,10b) bezeichnete. Sein Leben war reich und sinnvoll, weil er mit Gott lebte.

Weil Hiobs Gottesbeziehung sein Herz derart ausfüllte, wurde sie auch in seinen Taten sichtbar. Daher wurde Hiob auch „rechtschaffen“ genannt. Das meint, dass er gerecht handelte und seine Werke in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes standen. Dies schließt neben geistlichen Handlungen nach biblischem Verständnis ein sozial-gerechtes Handeln voll mit ein. Es könnte beispielsweise bedeuten, dass er seine Knechte gut behandelte (5. Mose 5,14-15), seine Geschäftspartner nicht betrog (Hesekiel 22,12), oder armen Menschen Unterstützung zukommen ließ (5. Mose 5,19-22). Neben diesen guten Taten mied Hiob das Böse, er floh vor Versuchungen und versuchte, schlechte Einflüsse aus seinem Leben zu verbannen. Er hatte keinen Anteil an Ungerechtigkeiten.

Dies alles tat er aus seiner Gottesfurcht heraus. Gottesfurcht hat nichts mit Angst zu tun.

Hiob hatte erkannt, wer Gott ist und hatte darum Ehrfurcht vor dessen Heiligkeit und Gerechtigkeit.

Das spiegelte sich in seinen Handlungen wieder: Er opferte regelmäßig für seine Kinder für den Fall, dass sie sich von Gott entfernt und so Schuld auf sich geladen hatten. Seine Gottesnähe machte ihn fähig, auch Verantwortung für andere zu übernehmen.

Dieser Lebensstil wurde von Gott gesegnet (Hiob 1,10), und zwar in dreifacher Hinsicht: durch überfließenden materiellen Reichtum (Hiob 1,3), durch eine Vielzahl an Kindern (Hiob 1,2), sowie durch Frieden und inneren Zusammenhalt in der Familie (Hiob 1,4-5).

Hier ist es wichtig darauf zu verweisen, dass dies die Art ist, wie Gott Hiob segnete. Aus diesem konkreten Fall darf keine Regel gemacht werden. Materieller Reichtum ist nicht zwangsläufig eine Folge einer engen Gottesbeziehung. Wie schnell dieser wieder genommen werden kann, zeigt Hiobs Leidenszeit. Doch wir können damit rechnen, dass Gott ein Leben in seiner Nähe und in Ehrfurcht vor ihm entsprechend segnet und gelingen lässt, wie dies bei Hiob der Fall war.

Fromm zu leben, heißt vollständig zu leben

Ergebnissicherung im Plenum

Nach der Erarbeitungsphase kommen die Kleingruppen wieder zusammen, um die Ergebnisse vorzutragen. Hierbei ist es hilfreich, die Antworten auf einer Flipchart festzuhalten, um das Ergebnis zu sichern und für alle zu visualisieren.

Bei der Ergebnissicherung ist darauf zu achten, dass alle wesentlichen Punkte zur Sprache kommen. Zudem sollten mögliche, einseitige Rückschlüsse vermieden werden. Es bietet sich an, dass der Leiter der Bibelarbeit noch einmal die Ergebnisse zusammenfasst und gegebenenfalls ergänzt oder korrigiert.

Anwendung

Nun ist es wichtig einzelne Punkte aufzugreifen und zu zeigen, was die Erfahrungen Hiobs für das Leben der Jugendlichen bedeuten.

Hiob hatte volles Leben durch die Beziehung zu Gott. Wir brauchen die Nähe Gottes, unseres Schöpfers. Ohne ihn sind wir wie ein Puzzle, bei dem ein Teil fehlt. Es funktioniert einfach nicht. Die Nähe zu Gott bringt uns stattdessen das „Leben im Überfluss“ (Johannes 10,10b).Gott will derjenige sein, der uns Glück, Sicherheit und Erfüllung gibt. Es lohnt sich, ihn zum Herrn zu haben. Dazu gehört es, Zeit mit Gott zu verbringen, mit ihm zu reden und ihm die Kontrolle über alle Bereiche des Lebens zu geben. Das kann für die Jugendlichen unterschiedliche Schritte bedeuten. Für die einen kann es dran sein, Gott erstmals oder erneut zum Herrn des Lebens zu machen. Für andere ist es an der Zeit Gottes Nähe stärker als bisher im Gebet, im Lesen der Bibel, oder in der gemeinsamen Anbetung mit anderen Christen zu suchen. Hier können wir den Jugendlichen Mut machen, neue Schritte zu wagen.
Weil Hiob eng mit Gott lebte, konnte er entsprechend Handeln. Die Beziehung zu Gott verändert unsere Maßstäbe, unser Denken, Reden und schließlich unser Handeln. Wer wie Hiob in enger Gemeinschaft mit Gott lebt, in dessen Leben werden immer mehr gute Früchte des Geistes (Galater 5,22-23) sichtbar. Durch die Beziehung zu Gott werden wir auch in der Lage sein, Böses und Ungerechtigkeiten in unserem Leben oder unserer Umgebung zu identifizieren und andere Wege zu gehen.
Als letztes sollte herausgestellt werden, dass wir durch Gott in die Lage versetzt sind, von uns wegzusehen und Verantwortung für andere zu übernehmen. Dazu gehört auch, Ungerechtigkeiten zu erkennen und darauf zu reagieren.

Ein solches Leben ist es, das Gott für uns im Sinn hat. Die Jugendlichen können sich darauf verlassen, dass Gott sich zu ihnen stellen und ihr Leben auf die eine oder andere Art segnen wird. Wie das aussieht, kann bei jedem anderes sein. Hier ist es hilfreich, wenn der Leiter von den Segnungen berichtet, die Gott ihm geschenkt hat.

Vertiefung

Zuletzt finden sich die Jugendlichen noch einmal zu zweit zusammen. Sie tauschen sich darüber aus, welche konkreten Schritte sie in der Beziehung zu Gott gehen wollen. Zudem bekommen sie Zeit zu überlegen, wo es in ihrem eigenen Leben Schuld oder Ungerechtigkeiten gibt und was sie daran ändern wollen. Es ist gut, wenn sie sich hier konkrete Beschlüsse notieren und anschließend miteinander beten.

Was brauchen wir?

  • Puzzlespiele (je nach Anzahl der Kleingruppen)
  • Flipchart mit Stiften
Nur mit Gott in unserem Leben
sind wir wirklich komplett.