Gnade, die Leben verändert

Gott schreibt mit jeder Person seine eigene Geschichte und Paulus ermutigt uns nun unsere Geschichte als Zeugnis für Gottes Ehre zu erzählen.
Gnade, die Leben verändert

Text

Galater 1,10-24

Überblick

Paulus gibt in diesem Abschnitt Zeugnis, wie Gott seinen Weg mit ihm gegangen ist, wie er ihn verändert hat und wie er schon vor seiner Bekehrung an ihm gearbeitet hat. Paulus untermauert damit auch, dass sein gepredigtes Evangelium aus Gott selbst kommt.

Ziel

  • Paulus Geschichte soll als Vorbild dienen, wie Gott seinen Plan in unserem Leben durchführen kann. Das alles passiert nicht aus uns, sondern geschieht durch Gottes großer Gnade. 

  • Gott kann uns gebrauchen - auch mit den Fehlern, die wir in der Vergangenheit gemacht haben.

  • Das Evangelium kann uns in Bezug auf die Menschenfurcht verändern.

  • Am Ende sollte Gottes große Gnade im Fokus stehen 

Einstieg 

a) Zeugnis geben:

Verteilt euch im Raum und findet euch in Zweierpärchen zusammen. Gebt euch gegenseitig ein kurzes Zeugnis, wie Gott euch gefunden hat und wie ihr euch bekehrt habt. Hier könnt ihr nach einer gewissen Zeit auch die Gruppen rotieren. (Nehmt Rücksicht darauf, wenn es Leute in eurer Gruppe gibt, die vielleicht noch nicht mit Jesus leben)

b)    Einstiegsfrage um ins Gespräch zu kommen und auf ein Thema des Textes hinzuführen:

Kommt gemeinsam darüber ins Gespräch, was es mit einem persönlich macht, wenn man Kritik bekommt oder sogar Ablehnung von anderen Menschen erfährt. Damit leiten wir schon auf das Thema der Menschenfurcht hin.

c)     Einleitung über die Person Paulus:

Wer ist eigentlich Paulus? Sammelt in der Gruppe, was ihr über ihn wisst. Was sind eure Gedanken über ihn? Was ist euer Eindruck von ihm als Person? 

Erarbeitung und Anwendung

Warum schreibt Paulus diesen Abschnitt?

 Paulus schreibt in den ersten Versen des Galaterbriefes an die Christen in Galatien darüber, dass er sich darüber wundert, wie schnell sie von dem abgewichen sind, was er ihnen durch die gute Botschaft gepredigt hat. Es sind Irrlehren aus den Reihen der Juden aufgekommen, die die Botschaft des Evangeliums verdrehten. Sie predigen eine andere Botschaft, die sich dem Evangelium entgegen stellt. Paulus wird als Apostel, und seine Lehre als vollständiges Evangelium, in Frage gestellt. Durch den Wandel, den Gott mit ihm vollzogen hat, und das Zeugnis der anderen Christen, selbst derer, die ihn nicht kennen, kann er diese Irrlehrer überführen. Er ist Christus wahrhaftig begegnet und hat sich dementsprechend kein eigenes Evangelium ausgedacht, das zu kurz greifen würde.

Anhand von Paulus Zeugnis sehen wir aber nicht nur, dass er wirklich “legitim” das Evangelium von Jesus Christus verkündet, sondern auch, wie Gottes Gnade Einfluss auf alle Bereiche des Leben eines Christen hat.

Vom Christenhasser zum Christenmacher

Paulus selbst sagt in Vers 13, wie sehr er die Christen verfolgt hat. Er wollte die Gemeinde zerstören. Paulus war religiöser Jude durch und durch, hat von den besten Gelehrten gelernt. Er sagt von sich selbst, dass er fanatischer war als alle anderen seines Alters (V. 14). Er war ein wortgewandter, hochgebildeter Jude, was ihn auch stolz machte auf das, was er war und was er leistete. In seinem Fanatismus hat er viele schreckliche Sachen getan.

Paulus war zutiefst religiös. Was konnte ihn davon befreien, zu denken durch seine religiösen Leistungen zu Gott kommen zu können?

Paulus brauchte das Evangelium wie jeder andere von uns auch. Gottes große Gnade konnte ihn retten. Er hat aber schon, bevor Paulus zu einem Nachfolger von Jesus wurde, an ihm gearbeitet und ihn für seinen Dienst vorbereitet. Schon im Mutterleib war er aus Gnade berufen (V. 15). Er benutzt seine Geschichte - auch das Negative. Wenn die Christen aus Judäa erfahren, dass Paulus vom Christenhasser zum Christusbotschafter wurde, erfüllt sie das mit Lob für Gott. Sein Wandel und die Geschichte dahinter geben Gott die Ehre (V. 23-24).

Gott kann und will auch uns gebrauchen

So wie Gott Paulus und seine Geschichte gebrauchen konnte, kann und will er auch uns gebrauchen. Und wenn wir das Evangelium für uns in Anspruch genommen haben, können wir auch mit einer neuen Sichtweise auf unsere Lebensgeschichte, mit dem, was wir erlebt haben, blicken.            

Wie können wir Gott und Menschen dienen, mit dem wer wir sind und was wir bisher erlebt haben?

Gott beruft uns dazu, nicht weil wir es verdient hätten, sondern weil es ihm gefällt und ihm Ehre bringt. Auch Paulus hatte es nicht verdient, ein Apostel von Christus zu werden, aber Gott gefiel es einfach Paulus dafür zu benutzen.  

Wie uns Gottes Gnade in dem Bezug auf Menschenfurcht verändern kann

Die gute Botschaft, die Paulus gerettet hat, hat nicht nur schon vor seinem Leben als Nachfolger Jesu gewirkt, sondern auch in seinem Leben als solcher. Sie ist die Kraft, die unser Leben verändern kann. Als Nachfolger Jesu zu leben, bedeutet mehr als nur zu glauben, dass Jesus mich gerettet hat, sondern es gehört eine persönliche Beziehung zu diesem Retter dazu.

In Vers 10 lesen wir, wie Paulus in sein Zeugnis einführt. Und er konfrontiert uns mit einer Frage, die uns in unserem Leben beschäftigt. Es geht um die Frage der Menschenfurcht. Die Frage, “Möchte ich nun Menschen gefallen, oder möchte ich Gott gefallen?”, beantwortet Paulus ganz entschieden. Die Eigenschaft, Menschen gefallen zu wollen, passt nicht zu dem, wie das Leben eines Nachfolgers aussieht, zu welchem uns Gott aber berufen hat. 

Paulus selbst kennt das Streben nach Anerkennung und das Suchen von Bestätigung bei Menschen aus seinem vorherigen Leben wohl gut. Viele kennen dieses Gefühl auch gut, Angst vor Ablehnung von Menschen zu haben und deren Anerkennung zu suchen.

Was ist unsere Motivation hinter unserem Verhalten?

In Vers 10 schreibt Paulus, dass er die Bestätigung bei Gott sucht. Es liebt uns auch ohne Bedingungen und wenn er uns anschaut, dann gilt für uns auch, was er in Markus 1,11 schreibt. Er schaut uns liebevoll durch Jesus mit Wohlgefallen an. Durch unsere Leistungen wird das nicht mehr oder weniger. Aber aus Dankbarkeit sollte es unsere Perspektive auf Anerkennung verändern. Wir verdienen uns dadurch nicht die Anerkennung Gottes.

Aber weil Gott an uns Gefallen hat, können wir ein Leben leben, das ihm gefällt. 

Das Evangelium gibt uns die Sicherheit in Gott, angenommen zu sein, aber es kann auch unser Motivator werden, ein Leben zu leben, das Gott gefällt und ihn ehrt.

So wie das Leben von Paulus. Er erzählt dieses Zeugnis nicht, um sich selbst darzustellen, er will damit Menschen zu Gott ziehen, sie in ihrem Glauben stärken und im Endeffekt Gott Ehre bringen.

Ergebnissicherung

In Kleingruppen, oder in der Gesamtgruppe (der Anzahl der Leute anpassen) können wir folgende Reflexionsfragen bedenken und besprechen:

  • Wo siehst du in deinem Leben, dass Gott an dir gearbeitet hat? Kannst du dir vorstellen, dass Gott deine persönliche Geschichte benutzen kann? Wie können wir das konkret nutzen, um ihm zu dienen?

  • In welchen Situationen bist du besonders versucht, die Anerkennung von Menschen zu suchen? Was würde sich ändern, wenn uns in diesen Situationen wichtiger ist, Gott zu gefallen, als den Menschen?

  • Wo kannst du mit deinem Zeugnis, mit dem, was du mit Gott erlebt hast und wie er dich verändert, Menschen dienen und Gott dadurch ehren? 

Geht danach gemeinsam ins Gebet.

Dankt Gott für das, was er bis jetzt in eurem Leben getan hat, bringt die Anliegen und die Gedanken, die euch jetzt beschäftigen vor ihn und gebt ihm die Ehre dafür was er getan hat und wer er ist.