Fürchte ich das Richtige?
Jesus hat unsere Schuld getragen – was bedeutet das konkret für unser Leben und unseren Umgang mit Sünde?
Einstieg
Die Angst vor Schuld und Strafe ist kein Randphänomen und weist eine große Relevanz in der christlichen Seelsorge auf. Sie kann jede Person unabhängig vom Stadium seiner Beziehung zu Gott treffen – egal ob Ungläubiger, „frischer Jung-Christ“ oder Christ, der mit Gott bereits einen Abschnitt unterwegs ist – und „unbehandelt“ fatale Auswirkungen auf entweder die Entscheidung für Jesus oder auf den Nachfolgeprozess haben.
Ich selbst habe als langjähriger Christ in meiner Jugendzeit lange mit dieser Angst zu kämpfen gehabt und hätte mir Etliches ersparen können, wenn mir eine solche Andacht damals früher schon begegnet wäre.
Deswegen ist mein Anliegen durch diese Andacht hier für dich etwas aufzuräumen, damit auch du dich von dieser Angst befreien kannst. Dies ist mir besonders wichtig, da es sich bei der Angst vor Schuld und Strafe auch um ein sensibles Thema handelt. Nicht nur das Angst vor etwas zu haben an sich schon ein unschöner Zustand ist und – wie ich selbst erlebt habe - die Entwicklung deiner persönlichen Beziehung zu Gott negativ überschatten kann.
Diese Angst wurde in der Vergangenheit oft und wird auch heute noch in sich christlich nennenden Kreisen missbräuchlich/manipulativ zur Lenkung der Mitglieder eingesetzt. Wenn du heute mit einer solchen Vorprägung diese Andacht hier liest/hörst und sich bei dir jetzt schon die ersten Nackenhaare aufstellen, möchte ich dich besonders darum bitten nicht abzubrechen/weiter zu swipen, sondern dieser Andacht eine Chance zu geben und gut zu zuhören und nachher mit Fragen zu deinem Pastor/Ältestenkreis/Seelsorge zu kommen.
Da Angst durch Unwissenheit oder vermeintlich sichere Halbwahrheiten befeuert wird, möchte ich für die Beantwortung der Andachtsfrage die verlässlichste Quelle – die Bibel, Gottes Wort - heranziehen.
Fürchte ich jetzt mit der Angst vor Schuld und Strafe das Richtige?
Um das zu beantworten, möchte mich mit dir in dieser Andacht drei Punkte durchdenken:
- Wie entsteht Schuld und welchen Einfluss hat sie auf die Beziehung zwischen dir und Gott?
- Welchen Lösungsansatz bietet Gott zur Beseitigung der Schuld in unserem Leben an?
- Wie gehe soll ich mit Schuld in meinem Leben umgehen – egal ob Nicht-Christ oder Gläubiger?
1. Schuld und ihre Auswirkung auf unsere Beziehung zu Gott
Um Sicherzugehen, dass alle von der gleichen Grundlage in die Andacht starten, möchte ich zu Beginn kurz erklären, was die Bibel mit den Begriffen Sünde, Schuld und Strafe meint. Damit das ein bisschen anschaulicher wird, machen wir das anhand meines letzten Blitzerfotos:
Dieses zeigt klar mich, der auf dem Weg zu meiner ersten Wohnungsbesichtigung ist und sich schuldig gemacht hat mit 47 km/h durch die 500 m lange 30er Abschnitt gefahren zu sein.
So wie ich - und vielleicht auch du als Autofahrer - durch einen solchen Tempoverstoß Schuld auf mich geladen habe und die Verantwortung für diese tragen muss, sagt die Bibel, dass jeder Mensch vor Gott schuldig ist aufgrund seiner Sünden.
Die Bibel trennt hier die Erbsünde von den Sünden. Was meinen diese Begriffe?
Mit Erbsünde meint die Bibel keine explizite Tat sondern einen Zustand in den jeder Mensch, der von Adam abstammt, in Folge des Sündenfalls hineingeboren wird. Er ist gekennzeichnet durch eine intrinsische rebellische und misstrauische Haltung gegenüber Gott, wie in diesem Beispiel meine rebellische Haltung gegenüber der Straßenverkehrsordnung bzw. der Verkehrsschilder aufstellenden Behörde. Im Unterschied zu Erbsünde sind die Sünden persönliche Verfehlungen, die ich in Eigenverantwortung im Laufe meines Lebens auf mich lade, indem ich mich nicht an Gottes Maßstäbe halte.
Hier im Beispiel mein einmaliger Entschluss das Tempo 30 Schild (Vorschrift) zu ignorieren. Und mein Ignorieren hat Konsequenzen – das ist die Strafe. Sie dient dazu Unrecht zu ahnden und die entstandene Schuld zu beseitigen. In meinem Beispiel hier durch das Bezahlen eines Bußgelds.
Die Bibel lehrt, dass wir durch auf uns geladene Schuld von Gott getrennt sind und die Strafe für unsere Schuld der Tod ist (Röm 6,23). Mit Tod meint die Bibel nicht nur, dass der irdische Körper irgendwann einmal stirbt und dass wir hier auf der Erde getrennt von Gott leben. Mit Tod ist hier gemeint, dass sich unsere Trennung von Gott in der Ewigkeit fortsetzt, wenn nichts passiert das unseren Zustand ändert. Dies ist die ultimative Strafe, weil wir laut der Bibel zur Gemeinschaft mit Gott geschaffen wurden
Wenn wir die Situation in einem Bild also zwischen mir und Gott zusammenfassen, dann sieht so aus:
Ich und Gott stehen auf zwei unterschiedliche Seiten eines Grabens, der die Schuld symbolisiert. Die Schuld trennt mich von Gott - mehr noch: zwischen mir und Gott besteht wegen ihr sogar Feindschaft. Und vielleicht am schlimmsten: es gibt keine Möglichkeit von meiner Seite aus mich mit Gott wieder zu versöhnen und den trennenden Graben zu überwinden.
2. Gottes Lösungsansatz zur Beseitigung von Schuld in unserm Leben
Typische Menschliche Strategien mit dieser Situation umzugehen, sind das Ignorieren und Leugnen von Schuld, gerade wenn sie das erste Mal damit konfrontiert werden. Aber auch Relativieren und Dulden sind geläufige Strategien. Alle vier Ansätze lösen das Problem unserer Schuld vor Gott jedoch nicht.
Glücklicherweise lässt uns Gott aber in dieser hoffnungslosen Situation nicht mit unserer Schuld allein. Er hat schon seit dem Sündenfall - also dem Zeitpunkt als der Graben zwischen Gott und uns auftrat - einen Plan wie wir den Graben aus Schuld überwinden können, damit wir wieder Gemeinschaft mit ihm haben können.
Anders als im Verkehrsrecht bittet Gott uns die Möglichkeit der Vergebung der Schuld an. Diese Möglichkeit der Vergebung basiert auf dem stellvertretenden Tod von Jesus Christus für uns am Kreuz. Lass uns kurz anschauen wie das funktioniert, denn ich bin tief überzeugt, dass im Verständnis dieses „Rechtfertigungsprozesses“ der Schlüssel zum Besiegen der Angst vor Schuld und Strafe liegt. Also auch wenn dir das Thema gefühlt zu den Ohren raus kommt, steig an dieser Stelle nicht aus, sondern bleib dran:
In Joh 3, 16-17 steht, dass weil Gott uns so sehr liebte, er seinen eignen Sohn Jesus als Mensch auf die Erde sandte und zwar nicht als Richter, sondern als Retter. Als Retter deswegen, weil Jesus stellvertretend für uns am Kreuz am starb und wieder auferstand. Jesus kann als Stellvertreter für uns auftreten und uns unsere Schuld abnehmen, weil er selbst als Gottes Sohn komplett schuldlos war. Er unterlag nicht der Erbsünde und hatte sich als Zeit als Mensch auf der Erde nichts zuschulden kommen lassen.
Um Gottes Geschenk dieser Vergebung anzunehmen, erwartet er zwei Dinge von uns:
Erstens, dass wir uns eingestehen, dass wir uns in dieser hilflosen Situation befinden und wir Errettung aus dieser von ihm benötigen.
Und zweitens, dass wir ihm glauben, dass Jesus als Gottes Sohn an unserer Statt für unsere Verfehlungen gestorben ist.
Nehmen wir diese Vergebung an und berufen uns auf Jesus Stellvertretertod, sind wir vor Gott gerechtfertigt. Gerechtfertigt – ein vielleicht sperriger juristischer Begriff – hier eine Veranschaulichung was dieser Begriff praktisch meint:
Stell dir mich als ein Blatt Papier vor. Ich bin – wenn ich auf mein Leben schaue - definitiv kein blankes unbeschriebenes Blatt. Auf meinem Zettel steht, dass ich neidisch, lügnerisch und lieblos bin. Mit diesem Blatt kann ich so vor Gott nicht bestehen. Dadurch aber, dass ich mir meine hoffnungslose Situation vor Gott eingestehe und ihn um Vergebung bitte wird das Papier mit meinen Verfehlungen gefaltet und in einen Briefumschlag mit der Beschriftung „Jesus Christus“ gesteckt und fest verschlossen. Das Blatt Papier im Briefumschlag ist immer noch dar, aber dadurch, dass ich mich auf den Stellvertreter für meine Strafe – Jesus – berufe, kann ich jetzt vor Gott bestehen, weil er in mir nur noch seinen geliebten Sohn und das stellvertretende Opfer sieht.
Ich bin dadurch nicht besser vor Gott, Gott hat auch nicht seine Maßstäbe abgeändert, sondern ich bin vor Gott durch diese Stellvertretung gerechtfertigt worden.
Wenn du Gottes Geschenk der Vergebung angenommen hast, bist du von deiner Strafe für deine Schuld freigesprochen! Jesus hat diese Strafe am Kreuz für dich verbüßt. In Kol 2,13 steht, dass uns Gott alle Verfehlung - auf Grundlage unseres Glaubens (Röm 5,1) -vergeben hat. Der Schuldschein, der auf unseren Namen ausgestellt war und dessen Inhalt uns anklagte, weil wir die Forderungen des Gesetzes nicht erfüllt hatten, hat er für nicht mehr gültig erklärt.
Er hat ihn ans Kreuz genagelt und damit für immer beseitigt.
In Römer 8, 34 fragt Paulus deswegen rhetorisch und gibt im Anschluss die Antwort:
Ist da noch jemand der uns verurteilen könnte? Nein, Jesus Christus ist doch für unsere Sünden gestorben, mehr noch: Er ist auferweckt worden, und er sitzt an der Rechten Gottes und – mehr noch – er tritt für dich und mich ein!
Wir sind durch unseren Glauben an Jesus mit Gott versöhnt und können deswegen nach unserem irdischen Tod auf dieser Basis wieder Gemeinschaft mit Gott haben.
Der Graben zwischen uns und Gott wird durch das Kreuz von Jesus überwindbar.
Brauchen wir nun noch Angst vor Schuld oder einer Strafe haben? Nein!
Als noch Zögernder schau, wie groß Gottes Liebe für dich ist: Er gab seinen eingeborenen Sohn für dich hin noch als du und ich Sünder waren! Und als Christ nimm Gott in Röm 8,34 beim Wort. Deine Strafe wurde bezahlt, du bist freigesprochen, weil Jesus für dich als Stellvertreter vor Gott aufgetreten ist. Du bist gerechtfertigt aus Glauben und so hast du Frieden mit Gott durch Jesus Christus (Röm 5,1). Deswegen schreibt Johannes in seinem ersten Brief in 4, 18:
Und unsere Liebe kennt keine Angst, weil die vollkommene Liebe alle Angst vertreibt. Wer noch Angst hat rechnet mit Strafe, und zeigt, dass in ihm die Liebe noch nicht vollkommen zum Durchbruch gekommen ist.
- 1.Johannes 4,18
3. Der einzig richtige Umgang mit Sünde in meinem Leben
Wie sollten wir jetzt richtig mit der Schuld in unserem Leben umgehen? Wir sollten nicht die zuvor vorgestellten menschlichen Ansätze verfolgen – sie stellen keine nachhaltige Lösung dar.
Kennst du das Gleichnis vom Verlorenen Sohn (Luk 15, 11-32)?
In diesem Gleichnis verhält sich ein Sohn unmöglich gegenüber seinem wohlhabenden Vater. Er verlangt - vor dem Tod des Vaters - sein Erbteil und verprasste es auf Partys in einem fremden Land. Der Vater gab seinen Sohn trotz dieses Verhaltens nicht auf, er liebte ihn weiterhin und wartet sehensüchtig auf seine Rückkehr. Erst durch eine selbstverschuldete Notlage erkannte der verlorene Sohn sein Fehlverhalten; er entschloss sich zum Vater zurückzukehren und ihn um Verzeihung und eine Anstellung als Sklaven zu bitten. Als der verlorene Sohn völlig abgeranzt in die Nähe seines Elternhauses kommt, läuft ihm der Vater bereits voller Freude entgegen. Der Sohn bekennt in den Armen des Vaters sein Fehlverhalten und bittet ihn um Vergebung. Der Vater liebt den Sohn so sehr, dass er ihm vergibt und ihn wieder als seinen Sohn annimmt.
Der Vater wartete sehnsüchtig auf seinen geliebten Sohn, nicht mit dem Schlappen in der erhobenen Hand drohend, um ihn zu strafen, sondern um ihm seine Schuld zu vergeben und wieder Gemeinschaft mit ihm zu haben.
Genauso wartet Gott auf uns Schuldige – nicht als Richter, sondern als Retter. Ihn treibt seine Schöpferliebe!
Er hätte allen Grund uns für unsere Schuld zu bestrafen und er kann/darf wegen seiner Heiligkeit auch nicht einfach ein Auge zudrücken und die Strafe erlassen. Dies ist aber - wie wir zuvor uns angeschaut haben – auch nicht notwendig. Denn jemand anderes – Jesus – hat die Strafe für dich und mich bereits übernommen – unabhängig davon, ob du schon gläubig bist oder nicht.
Gott wünscht sich, dass wir uns genauso verhalten, wie der zurückkehrende Sohn. Wir sollen unsere erkannte Schuld vor ihm bekennen und mit seiner Hilfe unseren Lebensstil verändern. So wie es im ersten Johannesbrief 1,9 steht, wird er dann - wenn wir unsere Sünden bekennen - uns vergeben und von aller Ungerechtigkeit reinigen. Diese Vergebung müssen wir dann glaubend anzunehmen.
Der einzig richtige Umgang mit Schuld und Sünde in meinem Leben lässt sich so zusammenfassen: Erkennen, Bekennen, Kurskorrektur, Vergebung annehmen.
Und genau im letzten Schritt „Vergebung annehmen“ lauert eine zumindest für mich oft große Herausforderung. Ich erlebe bei mir, dass ich meinen Blick weiter hin auf die Schuld fixiere, die aber mit dem Stellvertretertod von Jesus längst bezahlt worden ist. In mir kommen Einwände oder Schuldgefühle auf. Ich zweifle an der angebotenen Vergebung, statt, dass ich mich daran freue, dass Vergebung möglich ist.
Vielleicht geht es dir ähnlich?
Als noch Nicht-Christ denkst du vielleicht ich bin zu schlecht, Gott kann mich so gar nicht lieben, es ist zu spät, ich schäme mich dafür zu sehr oder ich muss erst mich in Ordnung bringen bevor ich zu Gott kommen kann.
Und als Christ: Ich stolpere immer wieder über das Gleiche, ich muss dafür doch etwas leisten, vielleicht habe ich vergessen etwas zu bekennen. Egal welcher dieser Einwände dir vielleicht bekannt vorkam oder dich hat zucken lassen, keiner dieser Einwände hat laut der Bibel Bestand vor Gott.
Aus eigner Erfahrung kann ich sagen, dass Vergebung annehmen ein herausfordernder, ein langer Prozess ist. In diesem Prozess macht es Sinn sich immer wieder zu überprüfen, ob du dich von falschen Schuldgefühlen ausbremsen lässt. Was meine ich damit?
Ist Schuld und Sünde für einen Christen nun kein Thema mehr, weil Jesus ja schlussendlich für alles gestorben ist? Nein, die Vergebung, die uns durch Christus ermöglicht wird, war keine billige Gnade. Die Möglichkeit der Vergebung unserer Schuld kostet Jesus am Kreuz auf eine höchst grausame Weise das Leben. Er vergoss sein Blut für uns. Deswegen ist es völlig ok, kurz betrübt zu sein, wenn wir wieder nicht Gottes Maßstab gerecht worden zu sind.
Was aber nicht passieren darf, ist, dass wir an dieser Betrübtheit festhalten, sie nähren und sie uns den Blick verschleiert auf die geschenkte Vergebung. Schuldgefühle oder gar Angst vor Schuld und Strafe dürfen nicht dazu führen, dass du dich aus deiner Beziehung zu Gott rausziehst oder sie erst gar nicht beginnst. Sie sollten dich nicht vom Gebet, Bibel lesen oder dem Gottesdienst abhalten.
Zweifel sähen und Entmutigung sind zwei beliebte und langerprobte Werkzeuge des Teufels, um uns aus unserer Beziehung mit Gott herausziehen und zu isolieren. Dies gilt sowohl für Gläubige als auch für Leute, die überlegen eine Beziehung mit Gott anzufangen.
Erinnere dich als Gläubiger bist du gerecht gesprochen (denk an das Beispiel mit dem Briefumschlag) und als noch Überlegende/r habe ich Dir eben gezeigt, wie du Vergebung für deine Schuld bei Gott finden kannst und wie sehr er sich auf die Rückkehr seiner verlorenen Tochter/Sohnes freut! Fall nicht auf die Zweifel-Masche des Teufels rein. Triff heute mutig eine Entscheidung.
Schließen möchte ich mit zwei Versen aus dem vierten Kapitel des Hebräerbriefes:
Jesus ist ja nicht ein Hohenpriester, der uns in unserer Schwachheit nicht verstehen könnte. Vielmehr war er in jeder Hinsicht denselben Versuchungen ausgesetzt wie wir,
allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass er ohne Sünde blieb.- Hebräer 4,15
Jesus hat für deine Situation Verständnis, weil er sie selbst durchlebt hat. Die Rolle als Hoherpriester ist eine Vermittlerrolle - ähnlich wie der Hohepriester als Stellvertreter des gesamten Volk Israels einmal im Jahr ins Allerheiligste ging um die Vergebung Gottes für das Volk zu erbitten und anzunehmen.
Und weiter Vers 16:
So lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit erlangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe!
- Hebräer 4,16
Er tritt für uns ein, daher dürfen wir voller Zuversicht und ohne Angst vor Gottes Thron kommen. Gott wird uns seine Barmherzigkeit und Gnade zuwenden, wenn wir seine Hilfe brauchen.
Was steht in diesem Vers? Wir dürfen als Schuldige vor Gottes Thron kommen voller Zuversicht und ohne Angst. Und wann? Einmal, zweimal? Nein, wann immer wir seine Hilfe brauchen.
Ist das nicht großartig? Gottes Liebe zu uns ist so unfassbar groß. Er steht nicht dar und verurteilt dich, weil du das erste Mal oder schon wieder mit Schuld kommst, Schuld die vielleicht sogar von der immer gleichen Sünde herrührt. Sondern erwartet geduldig und sehnsüchtig darauf, dass du mit deiner Schuld kommst, seine Vergebung gläubig annimmst, damit er dich wie der Vater vom verlorenen Sohn wieder in die Arme schließen kann.
Lass die Schuld nicht wie einen Stein auf deinem Schreibtisch stehen, damit du ihn dir immer wieder angucken kannst. Zumindest bei mir in Kiel bietet es sich an den Stein weit in die Förde zu werfen – in deiner Gegend wirst du auch einen geeigneten Platz kennen.
Löse dich von deinem „Stein“ und wende deinen Blick lieber zum Kreuz an dem Jesus sich selbst für all deine Verfehlungen geopfert hat!
Abschluss
Fassen wir zum Schluss zusammen: Gibt es einen Grund Angst vor Schuld und Sünde zu haben?
Nein, durch Jesus Christus Tod sind wir als Gläubige gerechtfertigt. Wir sind freigesprochen, weil jemand anderes – Jesus Christus – unsere Strafe trug! Und als noch Nicht-Gläubiger habe ich dir heute Abend die Möglichkeit vorgestellt, wie Gott um dich wirbt, damit auch du Vergebung für deine Schuld bekommen kannst.
Ob Jesus als Richter oder als Retter vor dir am Ende deines Lebens stehen wird, hängt allein von deiner Entscheidung ab. Dass sag ich zu dir so klar nicht um dir Druck oder Angst zu machen, sondern einfach um fair zu dir zu sein. Gott ist ein konsequenter und gerechter Gott und muss deswegen strafen. Gott liebt dich so sehr, dass er deinen freien Willen respektiert – auch wenn er ewige Trennung von ihm bedeutet.
Aber hier und heute steht Gott auch für dich als Nicht-Christ nicht wie ein Richter - wartend seine Strafen zu verteilen – dar. Er wartet auf dich sehnsüchtig, wie der Vater des verlorenen Sohnes auf dessen Rückkehr. Gott freut sich darauf mit dir eine Beziehung zu starten.
Der auf Jesus basierende Freispruch gilt – einmal in Anspruch genommen ein für alle Mal. Wer wagt es jetzt noch Anklage zu erheben, gegen die die von Gott erwählt wurden? Gott selbst ist es ja der gerecht spricht. Angesichts des hohen Preises den Gottes Vergebung ihn gekostet hat, sollten wir keine Angst jedoch Respekt vor der Sünde haben und sie in unserem Leben ausmerzen, wo immer sie auftritt.
Außerdem haben wir festgestellt, dass ein fixierter Blick auf die Sünde/Schuld statt auf die geschenkte Vergebung, eine Masche vom Teufel ist, um dich aus deiner Beziehung zu Gott zu bremsen. Jesus Blut am Kreuz war keine billige Gnade! Wir sollten Christus für diese geschenkte Rechtfertigung unendlich dankbar sein - nicht nur dafür, dass er uns rechtfertigt, vielmehr, dass er uns durch den Heiligen Geist sogar die Kraft dazugeben will so zu Leben wie Gott es möchte (Phil 2, 13).
Und sowohl für Gläubige als auch Nicht-Gläubige gilt seine Zusage:
Wo immer wir auch scheitern und wieder Schuld auf uns laden, können wir mit dieser Schuld zu ihm kommen und er vergibt uns sie gerne, wenn wir sie ihm bekennen. Wir können mutig vor seinen Thron kommen, seine Gnade und Vergebung annehmen. Vergebung die uns von aller Ungerechtigkeit reinigt!