Frei statt high
Diese Gruppenstunde soll Jugendlichen die falschen Versprechen von Drogen, Süchten und Konsum aufzeigen und eine Alternative in Jesus aufleuchten lassen.
Titel der Gruppenstunde:
Frei statt High
Überblick:
Jugendlichen durch gemeinsames Erarbeiten die falschen Versprechen der Drogen aufzeigen und eine Alternative in guter Gemeinschaft und Beziehung zu Jesus aufzeigen.
Ziel:
Nach Motiven des Drogenkonsums fragen und Alternativen bieten.
Material:
- Fallbeispiele ausgedruckt und ausgeschnitten (Anzahl abhängig von Gruppenaufteilung)
- Reflexionsfragen ausgedruckt (pro Person)
- Stifte
- Laptop oder Beamer, um YouTube Video anzusehen
Einstieg:
Fühle dich frei den Stundenentwurf so zu verändern, dass er zu deiner Gruppe passt. Vielleicht musst du ihn in zwei Abende aufteilen oder etwas weglassen oder mehr auf ein Thema eingehen. Mach es zu deiner Gruppenstunde!
Beginne in deiner Gruppenstunde mit einer High an Low Runde, jeder erzählt sein persönliches High der letzten Woche/n und dann das Low. So kann jeder zu Wort kommen und fühlt sich gesehen. Das hat erst mal nichts mit dem Thema zu tun, es schafft allerdings einen Raum der Begegnung und der Gemeinschaft. Außerdem kommen bestimmt High und Lows dabei heraus, auf die ihr später wieder eingehen könnt.
Fallbeispiele:
Damit die Gruppe selbst anhand von Fallbeispielen verschiedene Motive und Folgen von Süchten erarbeitet, teile die Teilnehmer in kleinere Gruppen von ca. 3-5 Personen auf. Gib jeder Gruppe 2-3 Fallbeispiele und stelle ihnen folgende Fragen:
1. Runde
- Was ist das Motiv hinter der Sucht? Wie hat es begonnen?
- Neugier, Selbstberuhigung, soziale Sicherheit, Angst vor Unsicherheit, Kontrollbedürfnis, Selbstwert, Umgang mit Stress, Einsamkeit, Sehnsucht nach Nähe, Unsicherheit über eigene Identität, Kick, Hoffnung, Kontrolle über Zufall, Angst vor Ausschluss, Bestätigungssuche, sozialer Druck, Realitätsflucht, Erfolgserleben, Leistungsdruck, Selbstoptimierung, Angst zu versagen, Flucht, Sehnsucht nach Ruhe, Dazugehören, Anerkennung,
- Wie hat sich das Leben der Person durch den Konsum verändert?
- Wie könnte sich bei weiterem Konsum das Leben der Person in den nächsten 10 Jahren verändern?
- Freundeskreis, Familienbeziehungen, Schule, Leistung, finanziell, Beruf, charakterlich was passiert, wenn z.B. Heimlichkeiten, Lügen oder ein schlechtes Gewissen auf längere Sicht Teil deines Lebens sind? Wie beeinflusst das deine Beziehungen – zu mir selbst und anderen?
Nachdem du ihnen ca. 10 min Zeit gegeben hast, kann jede Gruppe ihre Ergebnisse vorstellen.
Es geht darum aufzuzeigen, was die Person dazu geführt hat, sich in Sucht zu begeben. Die Jugendlichen sollen darüber nachdenken und erkennen, dass die Sucht schon vor der Tat (z.B. Alkohol trinken) mit einem Bedürfnis beginnt. Wenn die Person ihr Bedürfnis allerdings mit Drogen oder Zwangsverhalten stillt, bleibt sie leer zurück und ist abhängig von der kurzen Befriedigung oder dem Kick.
Sucht kommt nicht von Drogen, sondern von:
- betäubten Träumen.
- verdrängten Sehnsüchten.
- verschluckten Tränen.
- erfrorenen Gefühlen.
Sucht kommt nicht allein von unerfüllten Bedürfnissen. Das Milieu und die Verfügbarkeit und Genetik spielen auch eine Rolle, aber für diese Gruppenstunde liegt der Fokus auf den Bedürfnissen.
Auch die Auswirkungen der Sucht sollen erarbeitet werden, um den Blick zu weiten. Oft wird nur an die Bedürfnisstillung im Jetzt gedacht und die weitreichenden Folgen ausgeblendet. Der Fokus, Freundeskreis und Charakter der Person verändern sich. Die Heimlichkeiten und Lügen prägen den Charakter. Rückzug, Manipulation, Lügen, Verstecken, die Werte verschieben sich. All das geschieht schleichend und anfangs merkt man es nicht, doch es hat große Auswirkungen auf das gesamte Leben.
2. Runde
In einer zweiten Runde soll die Gruppe folgende Fragen zu den gleichen Fallbeispielen erarbeiten:
- Was würdet ihr der Person raten?
- Wie könnte ein Ausweg aussehen und wie könntest du als Freund dabei unterstützen?
Auch hier stellen die Gruppen ihre Ergebnisse wieder vor und ihr könnt die Ergebnisse zusammentragen und noch weiter darüber diskutieren.
Wie kann der Glaube an Jesus den Unterschied machen?
Was hat Jesus mit meiner Freizeitgestaltung, meinem Konsum zu tun?
Oft kommt die Argumentation, dass in der Bibel nichts über das Kiffen oder Gamen steht. Es gibt kein Verbot gegen das Rauchen und warum sollte Jesus überhaupt darüber bestimmen, was ich tue und wie ich Spaß habe? Ich bin doch ein freier Mensch, ich lass mir da nichts von Jesus vorschreiben!
Freiheit!?
Was ist wirkliche Freiheit?
Nehmen wir das Beispiel von Ben („Ich will einfach locker sein“). Ist es Freiheit, wenn Ben Trinken und Vapen muss, um dazuzugehören und sich sicher zu fühlen?
Freiheit ist zum Beispiel, dass ich sagen darf, was ich denke oder die Schuhe zu kaufen, die mir persönlich gut gefallen. Aber etwas tun müssen, um z.B. dazuzugehören oder sich sicherer zu fühlen ist eine Abhängigkeit und damit keine Freiheit.
Wirkliche Freiheit ist es „Nein“ sagen zu können, auch wenn evtl. scheinbare negative Konsequenzen folgen - auch wenn ich dann nicht der coolste bin oder nicht ganz so locker drauf bin wie die anderen. Oder sich z.B. unabhängig zu machen von der Meinung anderer.
Beziehung
Jesus ist nicht da, um uns Regeln aufzubrummen, er will eine Beziehung mit uns. Er kennt unsere Bedürfnisse, z.B. nach Anerkennung, Sicherheit, Ruhe und Liebe. Die Suchtmittel können all diese Bedürfnisse und Sehnsüchte nicht im Kern stillen. Aber Jesus kann und will dir genau dort begegnen.
· Schaut das Video auf Youtube von Luna Simao (Rapperin) NICHT GUT GENUG: Was ist der Sinn meines Lebens? | Testimony von Luna Simao
Sie sagt: „Als ich verstanden habe, dass Jesus mich bedingungslos liebt, hatte ich gar nicht mehr das Bedürfnis zu Kiffen oder was auch immer. Weil ich gemerkt hab, was mich erfüllt ist Jesus, und er hat die Leere in mir so erfüllt, dass ich gar kein Bock mehr hatte, irgendeinen Joint zu rauchen.“
Jesus hat ihre Fragen nach dem Sinn und ihrem Selbstwert beantwortet in der Beziehung zu ihm.
Die Erfüllung der Bedürfnisse sollten nicht in Suchtmitteln oder in der Bestätigung von anderen gesucht werden, sondern in der Beziehung zu Jesus.
Das ist erstmal etwas abstrakt, kann aber in weiteren Gruppenstunden konkreter erarbeitet werden. Zum Beispiel über Schönheit, Freundschaft, Anerkennung, Mut und Angst sprechen und gemeinsam herausfinden, wie Jesus jedem dieser Bedürfnisse begegnen möchte.
Frag in die Runde wie dieser Vers zu verstehen ist im Hinblick auf das bereits Erarbeitete.
Es geht nicht um ein Verbot, sondern um etwas Besseres, was Jesus schenken möchte. Die Erfüllung mit dem Heiligen Geist beinhaltet Beziehung. Gott wohnt in uns, sieht unsere Bedürfnisse, möchte ihnen begegnen. Nicht Fremdbestimmung, sondern vielmehr von Christus erfüllt. Suchtmittel versprechen Erfüllung der Bedürfnisse, lassen aber leer zurück. Christus will wirklich erfüllen und befriedigen.
Noch weitere Bibelstellen, die ihr anschauen könnt, wenn euch das hilft und ihr biblisch tiefer einsteigen möchtet:
- Mach Schluss mit dem, was dir schadet – Eph 4,22
- Mit Jesu Hilfe weg von den Drogen bleiben – Röm 13,14
- Eigene Verantwortung – die Freiheit als Christ nicht missbrauchen – 1. Kor 6,12
- Jesus macht frei von Sünde und so auch von zerstörerischen Bindungen – Joh 8,36
Was ehrt Gott?
Heilig sein und leben
Hier ist es wichtig, nicht moralisierend von Sünde und Verdammung durch Drogen zu sprechen. Es soll ein Impuls für die Christen der Gruppe sein, über ihr Leben nachzudenken und wie dieses Gott ehrt. Es gehört zu dem Leben als Christ dazu, ein heiliges, Gott wohlgefälliges Leben zu führen. Um einerseits Gott zu gefallen, ein Vorbild für andere zu sein, aber auch in dem Segen zu leben, den Gott uns durch, z.B. die Abstinenz und Bedürfnisstillung bei ihm, schenken möchte.
Heilig sein und heilig leben gehören zusammen. Ausstieg aus der Sucht ist neben Therapie auch Umkehr / Abkehr – Buße – und Hinwendung zu Jesus.
Gemeinschaft
In 1. Mose 2 steht, dass es nicht gut ist, dass der Mensch allein ist. Dies bedeutet, dass es nicht genügt, wenn Adam und Gott zusammen sind. Es braucht auch das Zwischenmenschliche.
Wir Menschen können uns auch gegenseitig helfen unsere Bedürfnisse zu erkennen und zumindest auf der menschlichen Ebene zum Teil stillen. Das bleibt zwar immer nur eine Teilantwort – aber ist eben auch nicht zu verachten. Gott hat es als wichtig erachtet, uns in Gemeinschaft zu stellen.
Beispiel zur Erklärung: Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit oder Bindung.
Einerseits stillt Jesus das, wenn ich sein Kind werde und finde so meine Identität in Christus. Er ist verlässlich.
Anderseits können wir auch als Menschen andere Menschen annehmen, ihnen Freundschaft und Zugehörigkeit geben und verlässlich in unseren Bindungen / Beziehungen sein.
Wir können uns gegenseitig immer wieder ermutigen, unsere Bedürfnisse bei Jesus zu stillen. Wir leben es einander vor und helfen einander dabei.
Wie bei Luna entstehen oft durch den Freundeskreis Abwärtsspiralen, aber in unserer christlichen Gemeinschaft wollen wir ein zielgerichtetes Leben auf Christus leben.
Hier können wir gemeinsam Spaß haben und auch ehrlich über die Fragen des Lebens sprechen und Antworten finden, die ein festes Fundament in Dem haben, der uns erschaffen hat. Wir können rausfinden welche Stärken und Gaben jeder einzelne hat, Verantwortung übernehmen und unseren Charakter stärken. Das wird den Einzelnen wirklich im Leben weiterbringen.
Christliche Gemeinschaft (z.B. in diesem Jugend-/Teenkreis) schützt auch vor sinnloser Zeit zuhause.
Christen sollten sich zusammen treffen, Gemeinschaft leben, gemeinsam etwas Sinnvolles machen/bewirken für die Gruppe, aber auch für die Gesellschaft und Gottes Reich.
→ Sinn, Orientierung und Ziel stiftend.
Reflexion
Gib jedem noch Zeit zur persönliche Reflexion, im Anhang findest du Fragen dazu.
Dies muss am Ende nicht öffentlich erzählt werden, du kannst deine Gruppe einschätzen, ob du dafür dennoch den Raum gibst.
Abschluss
Macht zum Schluss ein Popcorn Gebet. Jeder in der Runde kann frei beten aber immer nur einen kurzen Satz wie bei Popcorn, das aufpoppt. Damit gibst du Raum, damit jeder, der möchte, etwas beten kann und dennoch entsteht nicht der Druck, ein gut ausformuliertes Gebet sprechen zu müssen.
(Optional) Themavertiefung
Überlege dir mit deinen Mitarbeitern, das Thema Bedürfnisse in den folgenden Gruppenstunden zu vertiefen.
Sammelt die verschiedenen Bedürfnisse eurer Gruppe und nehmt euch ein oder zwei Bedürfnisse pro Treffen vor.
- Wie stillt Jesus die verschiedenen Bedürfnisse in meinem Leben praktisch?
- Wie können wir den Bedürfnissen auf heilsame und heilige Weise hier in dieser Gruppe und in unseren Freundschaften begegnen?
Wenn du in die Thematik „Bedürfnisse“ tiefer einsteigen möchtest, empfehlen wir das Buch „Mehr als du suchst“ von Junias Meurer.
Auf dem STEPS Leaders Podcast findest du auch ein Interview mit Junias Meurer über sein Buch „Mehr als du suchst – Wie Gott unsere Grundbedürfnisse stillen will“
Um der Inhalt des Buches zu vertiefen gibt es hier bei STEPS den Kleingruppenkurs „Unsere Sehnsüchte“ kostenlos zum Downloaden.
Hilfe finden: Gefährdetenhilfe Kurswechsel
Wer wir sind und warum
Uns bewegt das Leid von jungen Menschen in Sucht und Kriminalität zutiefst – wie viel mehr erst Gott! Als Christen wollen wir für Betroffene einen Unterschied machen. Wir investieren unser Leben, damit junge Männer nachhaltig aus Sucht und Kriminalität aussteigen können. Durch unsere Aussteiger-WG und enge Begleitung können sie ganz neu aufleben, neue Gewohnheiten lernen und sich neu in Gesellschaft und Beruf integrieren. Der Name ist Programm: Ein Kurswechsel ist möglich, es gibt Hoffnung!
Willst du uns weiter kennenlernen? Oder bist du in Not und ohne Perspektive?
Trau dich:
- Telefon: 0202 / 607535
- Mail: info@gh.kurswechsel.de
- Internet: www.gh-kurswechsel.de