Es ist vollbracht!
Jesus Christus, der Sohn Gottes, stirbt am Kreuz für die Sünde aller Menschen. Glaubst du das?
Überblick
In Jerusalem geschieht etwas weltveränderndes: Der Sohn Gottes, der König der Juden, stirbt. Die Erfüllung der biblischen Verheißungen über den Messias wird vollendet. Diese Textstelle gibt Einblicke in die Praxis der damaligen Zeit (Kreuzigungen, jüdische Bestattung) und stellt uns gleichzeitig die Frage: „Glaube ich, dass das wahr ist?“
Ziel
Johannes verfasste den Text mit der Intention: „damit ihr glaubt“ (V. 35). Diese Intention soll die Jugendlichen herausfordern, ihren Glauben zu festigen oder ein erstes Mal den Schritt zu Jesu Kreuz gehen.
Einstieg
a) Bilder vom Mauerfall am 9. November 1989 werden gezeigt. Wie hat dieses Ereignis die Weltgeschichte verändert?
b) Eine Kreuzkette oder ein anderes Kreuz (Osterdeko/Kruzifix/Schmuck/…) wird herumgegeben. Die Jugendlichen finden sich in Gruppen von je 3-4 Personen zusammen und überlegen 3 Minuten, warum diese Kreuze so weit verbreitet sind. Was war der Auslöser für die Verbreitung? Was steckt hinter dieser Kreuz-Darstellung?
c) Kurze Austauschrunde (Kurze Denkzeit, dann Austausch in der Gruppe oder bei großer Gruppe in 5er-Teams.): Was würdest du sagen, wenn du nur noch einen Satz sagen könntest? Jesu letzte Worte waren „Es ist vollbracht!“ Was meint er damit?
Erarbeitung und Anwendung
Die Stadt Jerusalem ist in großer Aufruhr. Das Passahfest steht an. Und in diesem ganzen Tumult soll kurz vor dem Beginn des Ruhetages, des Schabbats, noch ein Prozess vollendet werden. So ziehen drei als Verbrecher verurteilte hinaus in einen alten Steinbruch westlich von Jerusalem. Sie tragen den Querbalken des Kreuzes auf ihren Schultern und sollen vor den Toren der Stadt gekreuzigt werden. Einer von ihnen ist Jesus, der Mann, der einige Tage zuvor noch als Messias gefeiert wurde. Er wird nun in der Mitte von zwei Verbrechern hingerichtet.
Der König der Juden (V.17-22):
Diese Kreuzigung ist in ihrem Ablauf nichts besonders. Die Verurteilten tragen die Querbalken selbst und werden mit diesen Querbalken auf feststehenden Pfosten befestigt. Die Kreuze damals hatten also eher die Form eines „T“. Auch ist es nicht außergewöhnlich, dass über den Kreuzen Schilder angebracht wurden, auf denen der Grund der Verurteilung zu lesen war. Das diente zur Abschreckung. Frei nach dem Motto: „Wenn du das machst, wirst du genauso enden!“
Besonders ist allerdings, dass auf dem Schild von Jesus zu lesen war: „Jesus, der Nazoräer, der König der Juden.“ Und zwar in den drei damals wichtigsten Sprachen: Hebräisch/Aramäisch (Landessprache Israels), Lateinisch (Amtssprache des Römischen Reiches) und Griechisch (Verkehrssprache in der damalige Welt des Mittelmeerraumes). So konnte nahezu jeder, der des Lesens mächtig war (in Israel waren es mindestens ein Großteil der Männer), verstehen, warum Jesus gekreuzigt wurde.
Die Führenden Juden erhoben Einspruch gegen diese Aufschrift. Allerdings ohne Erfolg. Daran zeigt sich, dass Satan bis zuletzt versucht hat die Wahrheit über Jesus zu verdrehen. Aber der wohlgemerkt heidnische römische Präfekt bleibt bei dem, was er geschrieben hat.
Können wir das nicht auch in unserer Gesellschaft immer wieder sehen? Menschen die sich als Christen betiteln, verdrehen die biblische Wahrheit, während andere, die dem christlichen Glauben eigentlich fernstehen, die biblische Wahrheit verteidigen.
- Wo hast du das in deinem Leben erlebt oder siehst es in der Gesellschaft?
Jesus als Erfüller der Schrift #1 (V.23-24):
Nach römischem Recht stand den Soldaten, welche die Kreuzigung durchführten, die Kleidung des Verurteilten zu. Unbewusst wird hier eine Prophetie aus Psalm 22,19 erfüllt. Interessant ist hier das Untergewand, das in einem Stück gewebt ist. (Heute wäre das mit einem Nachthemd oder einem einfachen Kleid vergleichbar.) Solch ein Gewand trug der Hohe Priester. Johannes stellt hier Jesus als den Hohen Priester dar.
- Was bedeutet es für uns als Christen, dass sich Jesus als Hoher Priester und König für uns hingegeben hat?
[Diese Situation lässt sich auch sehr gut schauspielerisch darstellen, indem man ein Gewand hat, um das gewürfelt wird.]
Jesus ordnet die familiären Verhältnisse (V.25-27):
Inmitten dieses Tumults hat Jesus noch Augen für seine Familie. Er weist seiner Mutter Maria (der Name wird im Johannesevangelium nicht erwähnt) seinen Jünger Johannes als „neuen“ Sohn zu. Bevor Jesus stirbt, ordnet er also auch noch seine irdischen familiären Verhältnisse.
Dieses Ereignis macht Mut, dass Jesus uns in jedem Moment im Blick hat und auch in unseren schwersten Zeiten die Herausforderungen ordnen kann.
Kleines Spiel zum Festigen (Ordnung in das Chaos bringen) - Menschenmemory:
EINE Person verlässt den Raum. In der Zeit sprechen sich je zwei Personen ab und machen die gleiche Bewegung, sagen das Gleiche, … Die eine Person wird hereingebeten und muss auf Zeit (ca. 3 Min) die Pärchen finden. Die anderen simulieren ein großes Chaos (rennen umher, laute Musik, o.ä.).
Jesus als Erfüller der Schrift #2 (V.28-31):
Jesus wusste, dass durch sein Wirken die Schrift schon nahezu erfüllt war. Aber es fehlte noch etwas. Daher sagt er, dass er Durst habe. Es erfüllen sich an der Stelle Psalm 22,16 und Psalm 69,22. Der Ysop-Stab, auf dem er das Getränk serviert bekommt, spielt eine entscheidende Rolle bei der alttestamentlichen Reinigung (3. Mose 14,4.6.49.51f.; 4 Mo 19,6.18) und auch beim Passafest (2. Mose 12,22).
Anschließend hat er das Werk vollendet. Daher sagt er:
Es ist vollbracht!
- Johannes 19,30
Im Griechischen ist dies ein einziges Wort, τετέλεσται (Aussprache: tetelestai), das in der damaligen Zeit auf Schuldscheine geschrieben wurde, welche abbezahlt waren.
Jesus bezahlt hier für die Schuld der ganzen Welt!
- Was wären deine letzten Worte, wenn du an Jesu Stelle wärst? (Wenn Einstieg c) gewählt wurde, dann auch ein kurzer Rückblick auf die Frage möglich)
- Was bedeutet es für dich, dass Jesus alle Schuld bezahlt hat?
- Nimmst du es an, dass Jesus deinen Schuldschein bezahlt hat?
Ein Einblick in die damalige Praxis (V.32-37):
Nun drängte die Zeit den Leichnam abzunehmen, da es kurz vor dem Schabbat war und der Leichnam nicht über Nacht am Holz hängen durfte (5. Mose 21,23). Daher rücken die Soldaten an und brechen den Gekreuzigten die Beine (dadurch konnten sie sich nichtmehr halten und erstickten). Bei Jesus stellen sie fest, dass er schon tot ist, den Beweis liefert der „Test“ mit dem Speer. Verklumptes Blut und Wasser (Körperflüssigkeit) treten aus dem Körper aus, wenn er vor kurzem gestorben ist (wäre er länger tot, würde nichts austreten; wäre er noch am Leben, nur Blut).
Und wieder erfüllen sich alttestamentliche Gebote und Verheißungen. Jesus wird hier als das makellose Passahlamm dargestellt, dem keine Knochen gebrochen werden dürfen (2. Mose 12,46; 4. Mose 9,12; Psalm 34,21). Darüber hinaus wird auch die Prophetie aus Sacharja 12,10 erfüllt.
- Was kannst du über die Bibel lernen, wenn du diese Erfüllungen von alttestamentlichen Verheißungen in Jesus siehst?
Mitten in all diesen Darstellungen tritt nun der Autor (Johannes) in Erscheinung. Er erklärt, dass er als Augenzeuge dabei war und die Geschehnisse aufgeschrieben hat, damit die Leser es glauben können.
- Glaubst du ihm, dass er die Wahrheit berichtet?
Die Bestattung durch die Prominenz (V.38-42):
Irgendwo in der Nähe gab es also eine neue Grabhöhle. Diese gehörte Josef von Arimathäa. Er war ein verdeckter Jünger Jesu. Es ist davon auszugehen, dass er einer der höheren Juden war, die an Jesus glaubten (vgl. Joh 12,42).
Dann taucht auch Nikodemus noch einmal auf. Er hat nun das miterlebt, was Jesus ihm bei seinem nächtlichen Besuch (Joh 3) bereits vorhergesagt hatte. Er bringt hier umgerechnet auf heutiges Maß 32,75 kg Myrrhe und Aloe mit, um Jesus gebührend zu salben. Diese Menge war nur bei der Salbung von Königen üblich.
Jesus ist also wahrhaftig der König der Juden!
Beide wagen nun den Schritt in die Öffentlichkeit, nachdem sie verdeckte Jesus-Nachfolger waren. Sie legten Jesus in die Grabhöhle und dort ruhte der Leichnam über den Schabbat hinweg.
Zur Veranschaulichung:
Myrrhe und Aloe mitbringen, um den Duft wahrzunehmen (ist auch in Deutschland erhältlich).
- Was würde es mit dir machen, wenn du dein großes Vorbild nun tot begraben würdest? Würdest du alle Hoffnung verlieren?
Ergebnissicherung
a) Anwendung im Alltag:
Wo kann ich anderen vergeben/ die Schuld nichtmehr anrechnen, die mir etwas angetan haben und im übertragenen Sinne „Es ist vollbracht!“ auf den Schuldschein schreiben?
Beispiele:
- Ein Freund schuldet mir 15€. Ich erlasse sie ihm.
- Ein Familienmitglied hat etwas verletzendes zu mir gesagt. Ich vergebe ihm, weil Jesus mir vergeben hat.
- Beim Sport foult mich jemand. Ich werde nicht laut und beleidige/verletze die Person zurück. Stattdessen schreibe ich in Gedanken auf den Schuldschein „Es ist vollbracht!“
b) Praktische Aktion:
Als Erinnerung selbst ein Kreuz bauen. Vielleicht auch in „T“ Form und nicht wie es sonst heute meist dargestellt wird. Falls ein eigener Jugendraum vorhanden ist und dort kein Kreuz ist, kann man auch als Gruppe ein großes Kreuz für den Raum bauen.
c) Reflexion:
Jeder schreibt sich auf, wie er persönlich im Alltag daran denkt, dass Jesus die persönliche Schuld bezahlt hat.
d) Erinnerungs-Schuldschein:
Jeder bekommt einen „Schuldschein“ (durch die Mitarbeiter vorbereitet) auf dem „Es ist vollbracht!“ steht.
e) Bibelverse zuordnen:
Alle Bibelverse aus dem Alten Testament, die in der Kreuzigung erfüllt werden, ausgedruckt auf einem Tisch verteilen. Die Jugendlichen müssen nun die Verse in der richtigen Reihenfolge ordnen, wie sie im Bibeltext vorkommen. Nur wenn die Jugendlichen nicht weiter wissen, ist eine Bibel als Hilfsmittel zulässig.