Dieses Buch muss jeder gelesen haben!

Es gibt viele gute und relevante Bücher. Wenn du ein Buch unbedingt gelesen haben solltest, dann dieses!
Dieses Buch muss jeder gelesen haben!

„Alle Menschen sollten dieses Buch gelesen haben. No joke. Nach der Bibel natürlich“

„Das Leben wäre so viel einfacher, wenn jeder dieses Buch lesen würde.“

 

Das sind zwei Zitate aus meinem Freundeskreis, die ich zu 100% unterschreiben würde. Es gibt kein Buch der Neuzeit, dass meiner Meinung nach so relevant ist, wie dieses. Aber um welches Buch geht es eigentlich? Es geht um das Buch „Wer du bist – Mit dem Enneagramm sich selbst und andere besser verstehen“ von Ian Morgan Cron und Suzanne Stabile. Der Begriff Enneagramm leitet sich aus dem griechischen „ennea“ (neun) und „gramma“ (Modell) ab. Inhaltlich geht es um 9 Persönlichkeitstypen, die untereinander in gewisser Hinsicht zusammenhängen. Dem Modell nach besitzt jeder Mensch eine dieser neun Persönlichkeiten oder wird zumindest von einer dominiert. Hinzukommen jeweils zwei Flügelpersönlichkeiten, von denen eine eher dominanter ist, als die andere. Außerdem besitzt jede Persönlichkeit einen Stresspunkt (eine andere Persönlichkeit, zu der die Person tendiert, wenn sie unter Stress ist) und einen Trostpunkt (eine andere Persönlichkeit, zu der die Person tendiert, wenn sie entspannt und gereift ist.) Jede dieser Persönlichkeiten ist, wenn sie gereift ist gut. Es gibt keine bessere oder schlechtere. Doch jede dieser Persönlichkeit hat auch eine „Wurzelsünde“, einen Laster, für den sie besonders anfällig ist.

 Klingt für dich so, als würden wir in einer Gesellschaft mit Schubladendenken eine intellektuelle Begründung für noch mehr Schubladendenken liefern? Ich erkläre dir, worum es eigentlich geht. 

 Wir gründen gerade Kirche und wir haben lange an einer DNA gearbeitet, die uns ausmachen soll. Hier ein paar nette Slogan daraus: 

 

„Wir wachsen gemeinsam und brauchen keine Angst davor zu haben, Fehler zu machen.“

 

„Wir leben mitfühlende Annahme.“

 

„Wir leben Einheit trotz Vielfalt.“

 

„Wir schätzen einander Wert und unterstellen einander Gutes.“

 

All das sind hervorragende Vorsätze aber wir merken, wie schwer das in der Praxis ist. Ich weiß, dass wir alle anders sind, aber es ändert nichts daran, dass ich manchmal denke, dass sich der andere verhält wie ein ängstliches Kind, wie ein unreifer Teenager oder wie ein richtiger Vollid***. Woran liegt das? Es liegt daran, dass ich nicht weiß, warum der andere sich verhält, wie er sich verhält. Dass ich weiß, dass der andere anders ist als ich, hilft mir nicht dabei anderen zu vergeben, wenn sie Fehler machen, oder ihn wertzuschätzen, wenn er Dinge tut, die mir niemals in den Kopf kommen würden. Hier mal ein paar lose Gedanken, die ich schon mal hatte. (Ja, Schande auf mein Haupt) 

 

„Wie kann man so inkompetent sein und das nicht verstehen?“

„Wenn sie nur mal ihr Kopf anschalten würde, dann wäre sie der gleichen Meinung wie ich.“

„Wenn ich so denke, und er so, dann muss ja einer falsch denken.“ 

„Wenn er ein bisschen Verstand hätte, dann würde er merken, dass meine Sicht über Corona die Sachlichste ist.“ 

„Wenn sie die Bibel so objektiv lesen würde wie ich, dann hätten wir keine Probleme in der Kirche“

 

Das klingt nicht wirklich nach unserer DNA oder? Wichtig ist nicht, dass wir wissen, dass der andere anders ist. Es ist wichtig zu verstehen, warum er so anders ist. Es geht also nicht darum, Menschen in Schubladen zu stecken. Es geht darum, ihre Persönlichkeit kennen und lieben zu lernen. Thomas Merton prägte einen Satz, der in jeder Kirche und in jedem Leiter- oder Ältestenbüro hängen sollte. 

 

„Der Anfang der Liebe ist der Wille, diejenigen, die wir lieben, ganz sie selbst sein zu lassen, der Entschluss, sie nicht in unser eigenes Bild zu pressen. Wenn wir in unserer Liebe zu ihnen nicht das lieben, was sie wirklich sind, sondern nur ihre mögliche Ähnlichkeit mit uns, dann lieben wir nicht sie, sondern nur das, was sich von uns in ihnen widerspiegelt.“

 

Das Buch möchte dabei helfen, ein Stück weit in die Seele des anderen schauen zu können. Einen Moment lang seine Empfindungen zu spüren. Zu lernen, nicht das im anderen zu lieben, was Ähnlichkeit mit mir hat, sondern das zu lieben, was der andere in seiner Individualität ist. 

Dazu beginnt jedes Kapitel mit 20 Aussagen, welche die Persönlichkeit im Geheimen über sich selbst treffen würde. Es zeigt ein wenig die Gedankenwelt des einzelnen. Darauf erklärt der Autor die Persönlichkeit näher und versucht zu erklären, warum die Persönlichkeit ist, wie sie ist, was sie geprägt hat und wie sich das auf Beziehungen oder den Beruf (die Berufung) auswirkt. Abschließend gibt der Autor zehn Tipps für einen individuellen Reifungsprozess. 

Ich habe mich in letzter Zeit immer wieder mit Menschen unterhalten, die dieses Buch gelesen haben. Die meisten sind positiv erschreckt, wie zutreffend die Beschreibungen der eigenen Persönlichkeit sind. Außerdem sind sie fasziniert und werden demütig, weil sie anfangen ihr Umfeld zu verstehen. Wirklich zu verstehen. 

Und genau deshalb haben wir uns als Kirche entschieden eine wochenlange Predigtreihe über die verschiedenen Persönlichkeiten zu machen. Ist das nicht ungeistlich über Persönlichkeiten, anstatt über die Bibel die predigen? Woran zerbrechen Kirchen, Gemeinden, Ehen und Familien im 21. Jahrhundert? Nicht an mangelndem Wissen über die Bibel. Meine These ist, dass Kirchen und Familien zerbrechen, weil wir unserer Unterschiedlichkeit nicht standhalten können, da wir einander nicht verstehen. Wir müssen bereit sein uns selbst zu hinterfragen. Wir müssen bereit sein, uns den Stärken und Schwächen unserer Persönlichkeit zu stellen und wir müssen aufrichtig bereit sein, den anderen verstehen zu wollen. Dazu brauchen wir Zeit, Hingabe und Demut. Dieses Buch möchte genau auf diesem Weg begleiten. Ich verspreche dir, die 18€, die du in dieses Buch investierst, sind einer der besten Investitionen, die du tätigen kannst, wenn du in deiner eigenen Persönlichkeit, als Leiter oder in Beziehung zu deinen Freunden oder deiner Familie wachsen möchtest. Lass dich ein auf eine Reise, auf der dir Gott Dinge über dich selber zeigen wird, die dir Identität zusprechen aber auch auf Dinge, die du vielleicht nicht hören möchtest. Für mich war es nicht angenehm über mich herauszufinden, dass mein Drang anderen zu helfen oft eine Form von Stolz war, die dachte, dass andere mich brauchen, weil ich das Leben besser meistern kann als sie. Es war nicht schön sich eingestehen zu müssen, dass ich herrisch und kontrollierend werde, wenn Menschen nicht so denken wie ich (Siehe Gedanken oben). Aber das Buch hat mir geholfen diese blinden Flecke zu sehen. Ich möchte anfangen daran zu arbeiten, auch wenn ich noch am Anfang stehe. Es ist nicht leicht sich seine Schwächen einzugestehen (besonders für meine Persönlichkeit), deshalb bitte ich dich folgendes Gebet aus Psalm 139,23+24 zu sprechen, bevor du anfängst dieses Buch zu lesen. 

 

„23 Durchforsche mich, o Gott, und sieh mir ins Herz, prüfe meine Gedanken und Gefühle! 24 Sieh, ob ich in Gefahr bin, dir untreu zu werden, und wenn ja: Hol mich zurück auf den Weg, den du uns für immer gewiesen hast!“

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Zu kaufen gibt es das Buch hier

Wenn du Interesse an einem Austausch über das Buch oder die Persönlichkeiten hast, melde dich gerne per Mail (t.schoetten@cj-info.de) oder per Instagram (timothy.schoetten) bei mir. Ich freue mich, von dir zu hören!

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Nachtrag zum Artikel: In der letzten Woche hat mich ein gutes Feedback erreicht, auf das ich an dieser Stelle gerne kurz eingehen möchte. Es handelt sich beim vorliegenden Artikel um einen Blogbeitrag, der meine persönliche Meinung wiederspiegelt und somit nicht zwingend die Ansichten des gesamten Teams darstellt. 

1.     Es gibt viele gute Bücher, die gelesen werden sollten. Für uns als Team, aber auch für mich persönlich hat die Bibel höchste Autorität und es gibt kein Buch, dass dieser Autorität gleichkommt. 

2.     Die Autoren des Buches verweisen auf andere christliche und säkulare Schriftsteller. Bei den christlichen Autoren sind Personen dabei, deren theologische Überzeugungen wir nicht gänzlich teilen oder auch an zentralen Stellen ablehnen. Wir wollen trotzdem nach dem Prinzip leben, das Paulus den Thessalonichern nahbrachte: „Prüfet aber alles und das Gute behaltet.“

 

Solltet ihr Rückfragen haben, könnt ihr euch gerne bei mir melden.