Die Falle

In dieser Bibelarbeit erfährst du wie Geldscheine oder Münzen dir den Weg ins ewige Leben verbauen können und was du dagegen tun kannst.
Die Falle

Überblick

Ein anständiger junger Mann möchte von Jesus wissen, wie er ewiges Leben bekommen kann und tappt in die Falle. Finanzieller Wohlstand hindert ihn Gott an die erste Stelle im Leben zu setzen.

Ziel

  1. Die Jugendlichen sollen lernen, freigiebig zu sein und Geld als reines Zahlungsmittel zu sehen und es nicht auf eine Stufe zu heben, die eine Konkurrenz zu Gott ist.

  2. Auch andere Dinge sollen niemals den Status „Erlöser“ bekommen und das Zentrum sein, um das sich die Jugendlichen drehen

Einstieg

  1. Einstiegsvariante: Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und NRW. Stell dir vor, du hast 10 Jahre gespart, von deinem Gehalt immer einen Batzen zur Seite gelegt, wovon du dir ein luxuriöseres Leben im Alltag hättest leisten können. Jetzt bist du verheiratet, ihr erwartet ein Kind und könnt dank deinem angesparten Eigenkapital euch ein schönes Haus kaufen. Gerade fertiggestellt, wirst du von einem Anruf der Feuerwehr geweckt, du sollest vorsichtig sein. Du schaust verschlafen aus dem Fester. Die Straßen sind weg und wurden durch reißende Flüsse ersetzt. Das Wasser ist auch in deinem Erdgeschoss verteilt. Du fliehst mit deiner Familie auf das Garagendach und ihr könnt nur mit Mühe gerettet werden. Dein Haus ist zerstört. (nach einer wahren Geschichte vom Juli 2021) Was macht das mit dir? Wie würdest du dich fühlen?

  2. Einstiegsvariante: Beginne mit der Frage, was die Jugendlichen sich kaufen würden, wenn sie so richtig viel Geld hätten. Und wenn sie etwas geschwärmt haben (in Gedanken oder als offene Runde), lies ihnen das Zitat eines Mannes vor, der das alles hatte – Leonardo DiCaprio: „Geld, Frauen, Drogen, Partys und Jachten - was auf den ersten Blick faszinierend wirkt, ist am Ende zerstörerisch. Irgendwann platzt die Bombe.“

    Doch nicht nur Leonardo sagt, dass Geld uns zum Verhängnis werden kann, sondern noch jemand, der noch viel reicher und wohlhabender war.

    Kleiner Tipp: Ich meine nicht Salomo (auch wenn der das auch spüren musste, dass im Wohlstand eine Falle verborgen ist)

Erarbeitung

Bibeltext: Markus 10, 17 – 27

Erstmal müssen wir den jungen Mann bewundern. Er hat ein Anliegen und er kommt zu dem richtigen Mann. Dann stellt er die richtige Frage. Und er hält sich auch noch an alle Gebote. Sogar von seiner Jugend an. Der Typ ist in der Pubertät nicht ausgebrochen. Er war echt ein anständiger Kerl.

Die Jünger von Jesus erschraken in Vers 24 auch deswegen, weil damals geglaubt wurde, wem es materiell gut geht, der ist von Gott gesegnet. Und für sie war klar, dieser Mann hatte alles richtig gemacht und wurde dafür belohnt. Und dann sagt Jesus, dass es für so einen schwer ist in Gottes Reich zu kommen. „Wer denn dann??“, fragten sich die Jünger berechtigterweise. Aber für Jesus heißt Reichtum nicht, dass die Person sich besser verhalten hat und deswegen belohnt wurde.

Heutzutage denken wir eher, die Reichen sind die, die sich gerade nicht vorbildlich verhalten haben, sondern sich an die Spitze gemogelt haben, Ellenbogen eingesetzt haben und Schwächere ausnutzen um sich zu bereichern. Aber auch das ist kein richtiger Blick auf reiche Menschen. Dieser junge Mann hatte seinen Besitz nämlich ehrlich und rechtschaffen erarbeitet.

Was war dann sein Problem?

Er hatte auf jeden Fall eines. Er wusste es selbst. Irgendetwas fehlte ihm. Sonst wäre er ja nicht zu Jesus gekommen.

Ein Hinweis gibt Jesus schon direkt durch seine scheinbar barsche Antwort „Was nennst du mich gut“ in Vers 18. Er teasert schon das Problem an. Es geht um Gut-sein. Um moralisch einwandfrei sein. Das war dem jungen Mann wichtig, daran hatte er sich gehalten (Vers 20) und das dachte er reicht, um ewiges Leben zu bekommen. Er nennt Jesus „guter Lehrer“, in dem Wort "Lehrer" ist nichts Göttliches oder Messianisches drin. Er sieht Jesus einfach nur als Mensch an und nennt ihn gut.

Worin besteht die Falle?

Zwei Kapitel später hat Jesus ein etwas ähnliches Gespräch. Er beantwortet wieder eine Frage und es geht auch um die Gesetze und um das Reich Gottes (wie bei uns in Vers 24). Nur diesmal steht dort

„du bist nicht fern vom Reich Gottes“
- Markus 12,34

Was hatte dieser Mann verstanden, was unser junger Krösus nicht erkannte?

Es ging in dem Gespräch um das wichtigste Gebot. Der Schriftgelehrte hatte verstanden, dass Gott zu lieben mit ganzem Herzen und ganzem Verstand und den Nächsten zu lieben, das Wichtigste ist. Diese Erkenntnis hat Jesus honoriert. Und hier liegt auch das Problem des jungen Mannes aus unserer Geschichte.

Es geht in dem wichtigsten Gebot um deine Herzenshaltung! Es geht nicht um Handlungen, es geht um deine Einstellung.

Tim Keller schreibt:

„Wenn wir nur auf den Wortlaut der Gesetzte und Regeln starren, können wir womöglich noch zu dem Schluss kommen, dass wir dem eigentlich ganz gerecht werden, aber wenn wir uns anschauen was für eine Herzenseinstellung Gottes Gesetz voraussetzt, dann merken wir, wie sehr wir Gottes Gnade brauchen.“
- Timothy Keller

Es geht also darum, woran das Herz hängt, was den zentralen Platz im Herzen einnimmt, was Priorität hat im Leben.
Und leider wissen wir, was das im Leben des jungen Mannes war. Jesus hat ihm den Auftrag alles wegzugeben nicht gegeben, weil er nicht reich sein durfte oder weil Jesus in diesem Moment den Armen helfen wollte, sondern weil er wusste, dass das Geld einen zu hohen Stellenwert im Leben dieses Mannes einnahm und ihn daran hinderte, Gott den ersten Platz zu geben.

Das Wort „traurig“ in Vers 22 ist das gleiche, das Matthäus im Garten Gethsemane benutzt, als Jesus „betrübt war bis zum Tod“ (Matth. 26,38). Er war im Begriff alles zu verlieren, was ihm Halt gab, das Zentrum seiner Identität – die Verbindung zu seinem Vater wurde am Kreuz gekappt.

Und dieser junge Mann war auch betrübt, weil er das Zentrum seiner Identität abgeben sollte – sein Vermögen.

An dem materiellen Wert, den der Mann besaß, ist nichts Falsches, aber an dem moralischen Wert, den das für ihn hatte, war der Mann gescheitert. Er ist in die Falle der Geldliebe getappt.

Anwendung

Ihr seid Jugendliche, ihr geht noch zur Schule und habt so viel Geld, wie eure Eltern euch geben. Oder ihr habt Nebenjobs in Schule und Studium und habt schon Leistung erbringen müssen, um etwas im Portemonnaie zu haben. Vielleicht machst du auch schon eine Ausbildung und kannst sogar schon ansparen und dir dein eigenes Vermögen aufbauen. Es ist TOTAL EGAL wie viel Geld du hast, auch mit noch so wenig Geld kannst du in diese Falle tappen.

Glaub mir: Dein Konsumverhalten und deine Großzügigkeit ändern sich nicht, wenn du später mehr Geld hast. Wer jetzt von seinem kleinen Taschengeld, MiniJob- Gehalt oder Bafög abgibt, um anderen zu helfen, Gottes Reich voranzubringen, wird das genauso auch machen, wenn er mehr Geld hat (nur die Summen werden größer). Aber wenn du jetzt dein weniges Geld hortest, wirst du das später mit mehr Geld genauso tun!

Also auch als junge Leute, die vielleicht nicht so viel Geld haben, können wir hier eine Menge lernen.

Wie kann ich verhindern in die Falle zu tappen?

Ganz einfach: Der Blick zum Kreuz ändert dein Blick auf Geld.

Es gibt noch einen weiteren reichen Jüngling in dieser Geschichte.

„Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, da er reich war, um euretwillen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich wurdet.“
- 2. Korinther 8,9

Hier ist ein reicher Jüngling, der seinen Reichtum selbstlos weggab, um Armen zu helfen. Jesus hatte bei seinem Vater ALLES, den größten Reichtum und Wohlstand, den man sich vorstellen kann. Und er gab alles auf und kam auf die Erde. Jesus sah den Mann „voller Liebe“ an (Vers 21), vielleicht weil er Ähnlichkeit zu sich selbst in dem Mann sah.

Wenn mir bewusst ist, dass Jesus alles für mich aufgegeben hat, wie kann ich dann Geld (,das ich von Gott bekommen habe) für mich behalten?

Geld ist nicht böse, aber es hat die Macht, dich von Gott zu trennen, weil es eine Konkurrenz zu ihm schafft. Das können auch andere Dinge, aber vor der Gefahr in Bezug auf Finanzielles wird in der Bibel nicht ohne Grund am meisten gewarnt.

Ich habe ein paar herausfordernde Fragen zum Thema Geldliebe für dich. Ich lese sie langsam vor und du denkst mal ehrlich nach, ob du dich ertappt fühlst:

  • Du bringst es nicht fertig größere Summen zu verschenken?

  • Du hast Angst davor morgen weniger Geld zu haben als heute?

  • Wenn du andere Leute siehst, die reicher sind, sich mehr leisten können, obwohl du vllt. mehr arbeitest oder obwohl du versuchst ein besserer Mensch zu sein, regt dich das auf?

  • Du bekommst unerwartet eine für dich große Summe Geld geschenkt, denkst du überhaupt daran das (oder einen Teil davon) zu verschenken/spenden?

  • Du leihst wertvolle eigene Gegenstände nur ungern, weil du Angst hast, sie werden beschädigt?

Achtung: Es könnte sein, dass da schon ein Fuß in der Falle steckt.

Lass dich von Jesus verändern und gib ihm wieder den ersten Platz in deinem Herzen.

Der junge Mann hatte anständig gelebt und sich von krummen Dingen ferngehalten. Aber es geht nicht nur darum, Böses zu lassen, sondern auch darum, Gutes zu tun. Und dafür seine (finanziellen) Möglichkeiten zu nutzen.

Und das will ich nicht vergessen zu sagen: Es lohnt sich freigiebig zu sein. Hier dazu ein Vers, der die Herzenshaltung und den Lohn dafür toll beschreibt:

„Ermahne die, die nach den Maßstäben dieser Welt reich sind, nicht überheblich zu sein und ihre Hoffnung nicht auf den unsicheren Reichtum zu setzen, sondern auf Gott. Denn Gott gibt uns alles reichlich, was wir brauchen, und wir dürfen es genießen. Sie sollen Gutes tun, freigebig sein und ihren Besitz mit anderen teilen. Wenn sie so in guten Werken reich werden, schaffen sie sich einen sicheren Grundstock für die Zukunft und werden das wirkliche Leben gewinnen.“
- 1. Timotheus 6,17-19 NBH

Andere Fallen

Wir haben festgestellt: Es geht nicht um das Zahlungsmittel Geld, sondern darum, woran das Herz hängt.

  • Was ist das Zentrum deiner Identität?

  • Wer ist dein Ein und Alles, dein Erlöser?

  • In welchen Bereich deines Lebens lässt du Jesus nicht reinreden, weil du etwas nicht aufgeben willst?

Ergebnissicherung

Die richtige Haltung zu Finanzen ist nichts, was man sich als To- do für die kommende Woche vornehmen kann. Es ist eine Haltung, die Gott schenken kann, eine Herzensveränderung, die wir zulassen müssen und für die wir beten müssen.

Trotzdem kann man versuchen mit kleinen Steps anzufangen und zum Beispiel:

  • Einen Finanzplan aufstellen, um einen Überblick zu bekommen, wofür ich mein Geld ausgebe

  • Daueraufträge einrichten für Spendenaktionen, damit ich das Geld gar nicht erst anderweitig ausgeben kann

  • Die Hilfe des Zehnten als Mindest-Wert zu nehmen

  • In seinem Umfeld die Augen und Ohren offen halten für konkrete Wünsche. So kann man total schöne Geschenke machen, die anderen helfen und die Beziehung stärken.

  • … (werdet kreativ)

Auf einhundert Mann, die in der Not bestehen können, kommt nur einer, der im Wohlstand bestehen kann.
- Thomas Carlyle

Wir leben in Deutschland im Wohlstand. Lasst uns trotzdem bestehen und nicht in die Falle tappen.

----

Zum Schluss passt eine Gebetsgemeinschaft für die richtige Herzenshaltung und/oder das Lied „Mein ganzes Leben“.