Die Angst vor dem Fremden – eine offene Tür
Was passiert, wenn wir aufhören, das Fremde als Bedrohung zu sehen? Jesus lädt uns ein, Ängste und Vorurteile loszulassen und mutig auf Menschen zuzugehen - um neue Türen zu öffnen.
Überblick
Die Angst vor dem Fremden nimmt uns den Blick weg von Gottes Perspektive. Sie lässt uns Menschen vorschnell beurteilen, Türen schließen und Chancen verpassen. Jesus zeigt uns im Umgang mit Zachäus und in der Haltung der Gastfreundschaft (Hebräer 13,2), wie wir mit dieser Angst umgehen sollen:
Er richtet unseren Blick auf den Menschen, auf Gottes Liebe, und auf das, was durch Offenheit entstehen kann.
Wenn wir lernen, Fremdes nicht als Bedrohung, sondern als Möglichkeit zu sehen, entsteht Weite, Frieden und echte Begegnung.
Einstieg
Ich nehme euch mit nach Thailand. Als ich vor drei Jahren dorthin gezogen bin, war alles fremd: Sprache, Essen, Kultur, sogar die Art, wie man sich begrüßt. Ich stand in einem Land, das ich nicht kannte, und merkte, wie schnell Angst entsteht, wenn man nichts einschätzen kann.
Vielleicht kennt ihr das: Ein Mensch ist anders – und sofort denkt man: „Komisch. Würde ich anders machen.“
Fremdes macht uns unsicher. Und Unsicherheit macht Türen zu.
Hauptteil
1. Fremdes löst Angst aus – weil wir Kontrolle verlieren
Angst vor dem Fremden ist nicht ungewöhnlich. Sie entsteht, weil wir nicht wissen, was uns erwartet. Wir können den anderen nicht einordnen. Wir wissen nicht, wie er denkt, wie er reagiert. Und so ziehen wir uns zurück.
Ich habe das in Thailand erlebt. Ich kam als Missionarin, um zu geben – und plötzlich war ich die Fremde. Und ich merkte: Die Angst entsteht nicht, weil der andere gefährlich ist, sondern weil ich ihn nicht kenne.
2. Jesus zeigt einen anderen Weg – er öffnet Türen
Denkt an Zachäus. Für die Menschen war er ein Betrüger, jemand, den man meidet. Alle hatten ihn abgeschrieben. Aber Jesus sagt nicht: „Erklär dich erst mal.“ Er sagt: „Ich muss heute in dein Haus kommen.“
Jesus geht bewusst auf den Fremden zu. Er öffnet die Tür – und genau das verändert Zachäus. Nicht Misstrauen, nicht Abstand, sondern Nähe.
3. Offenheit heißt nicht Naivität – sondern Mut zur Begegnung
Offenheit bedeutet nicht, dass ich alles gutheißen muss. Aber es bedeutet:
Ich lerne den Menschen zuerst kennen, bevor ich ihn bewerte.
Hebräer 13,2 sagt:
Gastfrei zu sein vergesst nicht; denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt.
- Hebräer 13,2
Gastfreundlich zu sein ist eine Perspektive, die unsere Angst herausfordert. Vielleicht braucht nicht nur der Fremde meine Offenheit – sondern genauso brauche ich ihn. Was ist, wenn Gott mir gerade durch den Fremden etwas zeigen und schenken möchte. Und genau das bedeutet Mut zur Begegnung.
4. Fremde können zu Gottes Werkzeug werden
In Thailand habe ich erlebt, wie Menschen mir Türen öffnen, obwohl ich fremd bin. Ich sitze plötzlich mit Leuten am Tisch, die ich nie zuvor gesehen habe. Ich bekomme Essen, werde eingeladen, werde Teil einer Gemeinschaft, die ich nicht erwartet habe.
Und ich merke: Eine offene Tür macht mein Leben nicht komplizierter – sie macht es weiter.
Schluss
Die Angst vor dem Fremden verliert ihre Macht, wenn wir lernen, Menschen mit Jesu Blick zu sehen. Wer Jesus nachfolgt, darf wissen: Er hat die Welt besiegt – auch unsere Angst, unsere Unsicherheit, unsere Vorurteile.
Vielleicht ist heute der Moment, eine Tür ein Stück zu öffnen.
Ein „Hey“. Ein Gespräch. Eine Einladung. Ein Schritt auf jemanden zu.
Vielleicht ist der Mensch, vor dem du Angst hast, genau derjenige, durch den Gott dir etwas schenken möchte.