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Abendmahl

Der Sederabend

Jesus feiert dieses Fest mit den Jüngern, bevor sein Leiden beginnt. Auch wenn wir Christen das Passahfest nicht regelmäßig feiern, ist dieses Fest mit vielen Hinweisen auf Jesus Christus gefüllt, das wahre Opferlamm. So lohnt es sich einen besonderen Abend zu gestalten und gemeinsam Seder zu feiern.

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4. Juni 2014
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7 min

Ziel

Am Gründonnerstag feierte Jesus mit seinen Jüngern den „Sederabend“, den Auftakt des Passahfestes. Es war ihr letztes gemeinsames Abendmahl, ehe sein Leidensweg begann. Als Christen feiern wir das Passahfest nicht regelmäßig, weil es mit dem Alten Bund erfüllt ist. Die Elemente der Sederfeier können uns helfen, uns in die Atmosphäre zwischen Henkersmahlzeit und Befreiungsmahl hineinzuversetzen. Die einzelnen Elemente dieses Abends können uns aber helfen, uns in die Atmosphäre des Gründonnerstages zwischen Henkersmahlzeit und Befreiungsmahl hineinzuversetzen. Zudem gibt der Ablauf des Festes viele Parallelen und Hinweise auf das eine, wahre Opferlamm Gottes, auf Jesus selbst. Diese Anleitung soll helfen, eine christliche Seder-Feier zu gestalten und durchzuführen.

Vorbereitung

Im Vorfeld der Feier sollte eine festlich geschmückte Tafel bereitet werden. Die später erwähnten Zutaten sind dabei bereitzustellen. Zu Beginn ist es wichtig, die Gäste inhaltlich abzuholen. Dafür kann man beispielsweise mit Gebet und einigen ruhigen Anbetungsliedern beginnen. Nun ist es wichtig, die ursprüngliche Bedeutung des Passahfestes zu erklären. Mit diesem Fest feiern die Juden den Auszug aus der Knechtschaft in Ägypten. Gott führte sein Volk durch Mose in die Freiheit. Für uns als Christen gibt es hierbei einige Parallelen zum österlichen Erlösungswerk Jesu zu entdecken:

  • Die Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde
  • Die Befreiung aus Bindungen und Not
  • Die Rettung vom ewigen Tod

Die Sederplatte

Nach dieser Erklärung werden die Feiernden in die Situation Jesu und seiner Junger mit hineingenommen, die damals im Jahre 33 wie so viele andere Juden den Seder-Abend des Passahfestes begingen. Dazu eignet sich am besten die Lesung von Lukas 22,7-14. Hier wird der Auftakt des Passahfestes, der sogenannte „Sederabend“, beschrieben. Seder bedeutet „Ordnung/festgelegter Ablauf“.

Zu diesem gehören diverse, symbolische Speisen und Getränke auf der Sederplatte. Durch sie soll man Gottes Botschaft der Befreiung hören, sehen, schmecken und dadurch besser verstehen. Die einzelnen Gegenstände werden kurz erklärt und anschließend von allen gemeinsam verzehrt:

Petersilie:

„Karpas“ (das Grüne). Bevor wir „das Grüne“ essen, tauchen wir es in Salzwasser. Die Petersilie repräsentiert dabei das Leben und das Salzwasser die Tränen des Lebens, denn wahrlich: Ein unerlöstes Leben ist mit Tränen durchtränkt. (Alle tauchen ein Stück Petersilie ins Salzwasser und essen es.)

Meerrettich:

„Hazeret“. Der Meerrettich erinnert uns daran, dass das Leben unter der Herrschaft der Sünde mit Schmerzen verbunden ist. Und so war auch das Leben der Israeliten in Ägypten. (Alle essen eine Messerspitze vom Meerrettich.)

Löwenzahnblätter:

„Maror“. Wenn wir von diesem Kraut essen, werden wir erneut daran erinnert, wie bitter das Leben ohne Erlösung ist. (Alle essen von den Löwenzahnblättern.)

Apfel, Honig, Nussmischung:

„Charoset“. Das erinnert uns an den Lehm, mit dem die Israeliten die Mauersteine für den Pharao machten. Warum sollte eine so süße Mischung bittere Sklavenarbeit repräsentieren? Weil sogar die bitterste Arbeit versüßt wird durch das Versprechen der Erlösung. (Alle essen ein Stück Charoset auf einem Mazzen-Stück.)

Ein braunes Ei:

„Hagiga“. Das ist der Name des einst täglichen Tempelopfers im alten Jerusalem. Man nahm ein braunes Ei zur Erinnerung an die täglichen Opfer, die auf dem Altar des Herrn verbrannt wurden. Das Hagiga bedeutete aber auch den Kummer des jüdischen Volkes und seinen Schmerz über die Zerstörung des Tempels und darum tauchen wir es ins Salzwasser, bevor wir es essen. Es verdeutlicht die Tränen des Lebens. (Alle tauchen ein Stück Ei ins Salzwasser und essen es.)

Der Knochen des Lammes:

„Zeroa“. Das Passah ist auch bekannt als das Fest des „Passah Lammes“. In Ägypten rettete das Blut des geschlachteten Lammes jeden, der es auf seine Türpfosten strich. Wir sind gerettet durch das Blut Jesu, des wahren „Gotteslammes“, wenn wir sein Erlösungswerk im Glauben annehmen.
Zur Vereinfachung empfiehlt es sich hier, ein Osterlamm aus Schokolade oder Hefeteig zu nehmen und zu verteilen.

Der Sederabend

Jesu Der Sederabend Jesu stand unter besonderer Anspannung. Jesus sah voraus, was in Zukunft geschehen würde und er ahnte auch, dass die Jünger nicht alles verstehen würden. Daher nahm er sich viel Zeit, um seinen Jüngern zu erklären, was sehr bald geschehen musste und gab ihnen sein geistliches Vermächtnis mit auf den Weg.

Es folgen nun Schriftlesungen aus Johannes 13- 17, den sogenannten „Abschiedsreden“ Jesu. Am besten schreibt man die einzelnen Texte samt einer Reihenfolge der Textstellen auf kleine Zettel, die im Vorfeld verteilt werden. Jeder liest den angegebenen Textabschnitt vor. Zwischen den Lesungen gibt der Leiter kurze Erklärungen dazu ab.

  • Fußwaschung Johannes 13,14–17: Jesus fordert seine Jünger zur Demut und zum Dienst auf. Er selbst gibt ihnen das beste Beispiel hierfür, indem er ihnen die Füße wäscht. Noch deutlicher aber wird er diese Art des Umgangs miteinander zeigen, indem er stellvertretend für die Jünger und alle Menschen stirbt.
  • Ein neues Gebot Johannes 13,34-35: Die Liebe ist das „Markenzeichen“ der Jünger Jesu. Sie sollen sich lieben, wie er sie geliebt hat. Diese Liebe wird er einige Stunden später am Kreuz zeigen.
  • Jesus, der Weg zum Vater Johannes 14,1-6: Jesus verspricht uns eine ewige Zukunft bei Gott. Durch seinen Tod macht er den Weg dazu für alle frei, die an ihn glauben.
  • Verheißung des Heiligen Geistes Johannes 14,22-26: Jesus bereitet seine Jünger auf sein Weggehen vor. Aber sie werden nicht auf sich selbst gestellt sein, sondern durch den Heiligen Geist aus seinen Worten leben.
  • Der wahre Weinstock Johannes 15,5–8: Jesus macht seinen Jüngern klar, dass es nur auf die Beziehung zu ihm, das „Bleiben am Weinstock“, ankommt. So können sie auch künftig aus Gottes Macht heraus handeln.
  • Das Hohepriesterliche Gebet Johannes 17,11.15–22: Jesus bittet für seine Jünger um Bewahrung – und um Einheit. Nur im gemeinsamen Aufblick auf ihn und seine Herrlichkeit, im „Bleiben am Weinstock“, werden wir zur wahren Einheit gelangen.

Um gerade diesen so wichtigen Gedanken aufzunehmen, empfiehlt es sich, das Lied „Vater, mach uns eins“ gemeinsam zu singen.

Das „Mazzah Tosh“ und das Abendmahl

Nun erfolgt die Überleitung zum sogenannten „Mazzah Tosh“. Dieser ist einer der rätselhaftesten Gegenstände auf der Sederplatte. Hier wird die Vorausschau auf Jesus am deutlichsten. Es handelt sich bei Mazzah Tosh um ein dreilagiges Bündel aus Tüchern. Das Mazzah Tosh ist ein Symbol für Jesus: Es wird gebrochen, eingeritzt und durchlöchert, so wie Jesus es wurde.Darin verborgen sind drei aufeinandergestapelte Scheiben ungesäuerten Brotes, die alle durch ein Stück des Tuches voneinander getrennt sind. Dieses Mazzah Tosh ist ein Symbol für die Dreieinigkeit Gottes in Vater, Sohn und Heiligem Geist. Die mittlere dieser drei Mazzen nennt man „Afikoman“ („Ich bin gekommen“). Es ist ein Symbol für Jesus. Der Afikoman wird zerbrochen, so wie Jesu Leib gebrochen wurde. Anschließend wird er mit einem Messer geritzt und mit der Hand durchlöchert, so wie Jesu Leib durch die Peitschenhiebe verwundet und durch die Nägel durchbohrt wurde. Und so, wie dieser Afikoman ohne Sauerteig gebacken wurde, war Jesus ohne Sünde.

Nach diesem wird der Afikoman in ein weißes Tuch gehüllt und versteckt (uns reicht es, ihn bei Seite zu legen). Dies erinnert daran, wie Jesu Leib in weißes Leinen gehüllt und in ein Grab gelegt wurde. Anschließend kann der Afikoman gesucht (oder einfach hervorgeholt) und dann von allen am Tisch gegessen werden, als Erinnerung an das „Passah Lamm“. An dieser Stelle setzte Jesus ein, als er die Jünger im Abendmahl auf das wahre Lamm Gottes hinweisen wollte.

Als Überleitung zum nun folgenden Abendmahl liest der Leiter Lukas 22,15-20. Jesus feierte mit seinen Jüngern diesen Seder-Abend. Allerdings taten sie das einen Tag zu früh, denn der Festtag begann erst mit dem Abend des Karfreitags. Beim Seder gibt es mehrere Kelche, unter anderem zum Auftakt und nach dem Mahl, direkt nach dem Essen des Afikoman. Diese Elemente greift Jesus hier auf und deutet sie auf seinen Leib und sein Blut, das er hingeben würde für die Schuld der Menschen. Damit setzt er das Abendmahl ein und gibt damit dem ganzen Fest einen neuen Sinn. Noch in der Nacht wurde er verhaftet und am Morgen verurteilt. Als dann am Nachmittag des Karfreitags in Jerusalem die tausenden Passah-Lämmer geschlachtet wurden, hing draußen vor der Stadt das wahre Lamm Gottes und schrie:

Es ist vollbracht!

Anschließend wird für Brot und Wein gedankt und das Mahl gefeiert.

Den traditionellen Abschluss des Passahfestes bildet der Lobgesang der Psalmen 116 – 118, die nun gelesen werden. Falls passende Lieder dazu bekannt sind, kann man sie natürlich auch singen.
Der Abend kann dann mit Gebet ausklingen.

Materialien

  • Petersilie
  • Glas mit Salzwasser

Honig-Nuss-Apfel-Mischung

Zutaten

  • 2 Äpfel
  • gehackte Nüsse
  • eine Handvoll Rosinen
  • gemahlener Zimt
  • gemahlener Kardamom
  • gemahlene Gewürznelken
  • 2 EL Honig
  • 1 EL Orangensaft

Zubereitung

Zuerst eine Handvoll Rosinen in einem Gemisch aus Honig und Orangensaft etwa 15 Minuten einweichen. Währenddessen die Äpfel gut waschen und dann mit Schale reiben. Die geriebenen Äpfel mit dem Rosinen – Honig – Orangensaft – Gemisch vermengen und die gehackten Nüsse dazugeben. Das Tüpfelchen auf dem „i“ sind die Gewürze. Man braucht viel Zimt, eine große Prise Gewürznelken, aber nicht allzu viel Kardamom.

  • Löwenzahnblätter
  • Meerrettich
  • hartgekochte braune Eier
  • Messer zum Zerteilen der Eier
  • Kelch mit Rotwein/Traubensaft

Mazzen

Zutaten

  • 400 g Weizenmehl
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 – 1 L Wasser

Zubereitung

Weizenmehl, Salz und Wasser zu einem geschmeidigen Teig verrühren und kneten. Zu einem Fladen auswalken.
Backofen: Auf 200 °C vorheizen. Fladenbrot darin ca. 15 Min. backen bis es goldgelb geworden.

  • 1 Mazza-Tosh (enthält drei Mazzen)
  • Lamm (Schokolade/Hefeteig)

Gedeck pro Person:

Papierserviette, Teelöffel, Glasschälchen (für Salzwasser), Unterteller (für Eier)