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Lobpreis&Anbetung

Berufen zum Lobpreis seines Namens

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27. März
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7 min
Sns 9974 2

In meinem Studium bin ich regelmäßig damit konfrontiert, alltägliche Begriffe definieren zu müssen. Im ersten Moment wirkt das beinahe lächerlich simpel, bis ich dann tatsächlich eine allumfassende und trotzdem konkrete Definition aufstellen soll – nach dem ,,klar, das bedeutet doch…‘‘ komme ich meist ins Stocken. Oft sind genau die Begriffe, die wir jeden Tag selbstverständlich verwenden, dabei die Schwierigsten!

Ich habe direkt zu Anfang eine kleine Challenge für dich: Nimm dir mal zwei Minuten Zeit, um das Wort ,,Lobpreis‘‘ für dich zu definieren!

Gar nicht so einfach, oder? Mein erster Impuls war ,,Musik‘‘ – aber Lobpreis ist viel mehr als das! Ich habe mich mal an einer möglichst umfassenden Definition versucht:

Lobpreis ist die logische Konsequenz der Erkenntnis von Gottes Wesen; die unausweichliche Antwort auf seine ewige und souveräne Größe, in der wir alles, was wir aus seiner Gnade empfangen haben, zu seiner Ehre hingeben.

Das Wort ,,Lobpreis‘‘ taucht in der Bibel im exakten Wortlaut tatsächlich überhaupt nicht auf – trotzdem ist es ein essentieller Bestandteil von Gottes Wort und auch von unserem Leben. Eine 100% richtige Definition gibt es nicht, aber einen Kern, der nicht verändert werden darf:

  1. Es geht nicht um dich! Lobpreis kann uns guttun, Gemeinschaft stärken und uns ermutigen. Dennoch geht es dabei nicht um deine Gefühle, Stimmungen oder Bedürfnisse. Lobpreis dient allein zur Ehre Gottes! Mehr dazu im Teaching zur persönlichen Motivation.
  2. Lobpreis kommt nicht von dir! Lobpreis ist eine Antwort auf Gottes Gnade in unserem Leben. Wir danken und lobpreisen ihn für sein Wesen und seine Taten für uns, nicht weil wir es können, sondern weil wir nicht anders können.
  3. Lobpreis ist mehr als Musik! Lobpreis oder Anbetung ist nicht nur Musik auf einer Bühne. Alles, was zur Ehre Gottes geschieht, ist Lobpreis – vom Technikdienst in der Gemeinde oder dem Ausräumen der Spülmaschine bis hin zu deinem ganzen Leben.

Lobpreis als Berufung der Schöpfung

Du hast das Gefühl, deine Berufung noch nicht zu kennen? Das ändert sich gleich! Wikipedia beschreibt ,,Berufung‘‘ als das ,,Vernehmen einer inneren Stimme, die zu einer bestimmten Lebensaufgabe drängt‘‘.

Spätestens nach der ersten Bio-Stunde oder Naturdoku wird uns klar, dass alles, was existiert, wohl überlegt, ausgeklügelt und mit einer bestimmten Aufgabe geschaffen ist – wieso sollte das bei uns Menschen anders sein? Du bist von Gott geschaffen, also hast du auch einen Sinn und mindestens eine Aufgabe! In seinem Wort beruft er dich immer wieder, Lobpreiser zu sein – diese Berufung durchzieht unser ganzes Leben, von deiner Geburt bis weit nach deinem Tod in der Ewigkeit!

 Der Anfang – Du wurdest geschaffen zur Anbetung, sie ist Teil deiner Identität.

  • Gott erschafft uns ,,nach seinem Ebenbild‘‘ und als Spiegel seiner Herrlichkeit
  • Gott erschafft uns, damit wir ihn lobpreisen > Jesaja 43, 19-21
  • Dir wurde Atem eingehaucht, damit du loben kannst! > Psalm 150

Hier & Jetzt – Lobpreis ist die logische Konsequenz aus deiner Beziehung zu Gott.

  •  ,,Wovon das Herz voll ist, davon fließt der Mund über!‘‘ Paulus beschreibt Lobpreis als ,,Ausdruck des Wortes, das in uns wohnt‘‘ > Kolosser 3,16
  •  Unsere Aufgabe ist es, Gottes Herrlichkeit, die wir sehen durften, für andere sichtbar zu machen!

Das Ende – Im Himmel werden wir lobpreisen! Das ist das Ziel & unsere Heimat!

  • Jedes Knie wird sich beugen und jeder Mensch wird Gott irgendwann ehren. Nicht nur wir, sondern die ganze Schöpfung, ohne Ausnahme > Philipper 2, 9-11
  • Selbst die Engel und Ältesten beten Gott an > Offenbarung 4,8-11

 

Könige und Priester

Damit endet unsere Berufung allerdings noch nicht. 1 Petrus 2 ist wahrscheinlich die Bekannteste von vielen Bibelstellen, in denen steht, dass wir alle als ,,königliche Priesterschaft‘‘ berufen sind!

 Um diese Berufung wirklich zu verstehen, müssen wir uns anschauen, welche Stellung und welche Aufgaben ein Priester im Volk Israel zur Zeit des alten Testaments innehatte. Priester gehörten zum Stamm der Leviten. Das war einer der 12 Stämme, in die Israel unterteilt wurde. Sie waren aktiv von Gott berufen und fungierten als Bindeglied zwischen Gott und seinem Volk. Sie kümmerten sich um den Tempel als Ort der Begegnung mit Gott, führten diverse Opfer durch, unterwiesen das Volk, segneten in Gottes Namen und hatten nicht zuletzt eine maßgebliche Vorbildfunktion. Aus ihren Reihen kam auch der Hohepriester, der das religiöse Oberhaupt seiner Zeit war und ein Mal im Jahr das Allerheiligste betreten und damit direkt in Kontakt mit Gott treten durfte, um Vergebung für die Schuld des Volkes zu erbeten.

Besonders die Opfer waren zur Zeit des alten Bundes ein wichtiges Ritual für die Juden. Durch Opfer konnte man Gott verehren, im Dank ausdrücken, um Vergebung seiner Schuld bitten, usw. Diese Opfer wurden entweder direkt von einem Priester oder in seinem Beisein vorgenommen.

 Durch das Kommen von Jesus und durch seinen Tod am Kreuz als ultimatives Opferlamm sind diese Schlacht- und Brandopfer für uns nicht länger nötig. Wir müssen unsere Schuld nicht mehr mit dem Blut von Tieren zudecken, weil das Blut von Jesus uns endgültig reinwäscht! Wir haben Anteil an der königlichen Priesterschaft und damit am Sieg über den Tod und an der Königsherrschaft in Jesus Christus. Außerdem bedeutet es, dass wir direkt zu Gott kommen dürfen – wir brauchen keinen menschlichen Mittler mehr, sondern sind durch Jesus direkt mit Gott verbunden!

 Ich gehe davon aus, dass du das hier liest, weil du in irgendeiner Art und Weise Lobpreismusik machst, lass uns das Ganze also praktisch machen! Wenn wir uns die Aufgaben der Priester im AT noch einmal anschauen, finden wir viele Parallelen zu unserer heutigen Kultur. Der Inhalt der Aufgabe ist gleichgeblieben, nur die Form hat sich verändert. 

Die Priester früher…

Du als Lobpreiser und königlicher Priester heute…

…haben sich um den Tempel gekümmert, also den Ort, wo das Volk Gott begegnen konnte

…vereinfachst es anderen durch angeleiteten Lobpreis, aktiv vor Gott zu treten und ihn durch Musik anzubeten

…unterwiesen und lehrten das Volk in der Thora, also dem Wort Gottes

…prägst den theologischen Inhalt und damit die Lehre eines Gottesdienstes aktiv mit – Lobpreissongs sind (im besten Fall) biblische Wahrheiten!

…segneten das Volk – segnen bedeutet das Aussprechen von Gottes Versprechen oder Aussagen über eine andere Person.

…segnest Menschen durch die Songs, die du auswählst, singst oder spielst. Lobpreissongs enthalten teilweise direkte Worte Gottes über uns, die gemeinsam ausgesungen werden. ,,The Blessing‘‘ ist also nicht der einzige Song, bei dem wir einander im Lobpreis segnen!

…waren Vorbilder für alle im Volk. Die Menschen schauten sich bei ihnen ab, wie ein Leben nach Gottes Wort aussehen sollte.

…bist ein Vorbild und hast Verantwortung für die Menschen, die du im Lobpreis anleitest. Das bezieht sich sowohl auf die Songs, die du spielst, als auch deine Herzenseinstellung innerhalb und vor Allem außerhalb der Lobpreiszeiten!

 

Du leitest Lobpreis!

Wenn du auf der Bühne stehst und Lobpreis machst, bei dem Menschen mitsingen, dann leitest du Lobpreis! Dafür ist es völlig egal, ob du singst, Schlagzeug, Klavier oder Triangel spielst. Es geht dabei aber nicht um den Titel – sondern um die Verantwortung.

Stell dir ein öffentliches Gebäude vor. Jeder kann es jederzeit betreten. Dennoch gehört es zur guten Sitte, anderen die Tür aufzuhalten – nicht, weil sie es nicht selbst könnten, sondern um ihnen den Zugang zu erleichtern und sie bewusst hereinzubitten. Wer eine Tür aufhält, bleibt dabei nicht im Türrahmen stehen, sondern tritt zur Seite, damit die andere Person auch eintreten kann.

Beim Lobpreis ist es das Gleiche. Das Gebäude steht sinnbildlich für den Thronsaal Gottes, also seine Gegenwart. Jeder Mensch hat durch Jesus Christus jederzeit Zugang zu Gott – ohne Musik, ohne Methode, ohne dich als Leiter. Und doch hältst du durch den Lobpreis, den du anleitest, anderen die Tür auf: Du lädst sie aktiv ein, vor Gott zu treten, und machst diesen Weg leichter. Sobald du jedoch etwas anderes in den Mittelpunkt rückst als das Lob Gottes, stehst du nicht mehr hinter der Tür, sondern mitten im Türrahmen. Du hältst die Tür zwar vermeintlich auf, eigentlich stehst du aber nur im Weg.

Ich möchte dich noch einmal an den Anfang dieses Teachings zurückerinnern: Lobpreis kommt nicht von dir. Wir lobpreisen nicht, weil wir es können, sondern weil wir nicht anders können! Dass du lebst, atmest, durch Jesus befreit und musikalisch begabt ist, kommt allein aus Gottes Gnade, nichts davon hast du dir selbst zu verdanken! Deswegen gebührt auch Gott allein Lob und Ehre dafür. Die Band, mit der ich unterwegs bin, heißt deshalb GraceToGlory – NUR aus seiner Gnade und NUR zu seiner Ehre. Daran will ich mich immer wieder erinnern und nur das soll Grundlage meines Lobpreises sein. 

 

Fazit – Sing Hallelujah!

Lukas 19, 36-40 (NGÜ)

36 Während er nun so seinen Weg fortsetzte, breiteten die Leute ihre Mäntel auf der Straße aus. 37 Als er das Wegstück erreichte, das vom Ölberg zur Stadt hinunterführt, brach die ganze Schar der Jünger in Freudenrufe aus; mit lauter Stimme priesen sie Gott für all die Wunder, die sie miterlebt hatten. 38 »›Gesegnet sei er, der König, der im Namen des Herrn kommt!‹ « riefen sie. »Frieden bei dem, der im Himmel ist, Ehre dem, der droben in der Höhe wohnt!« 39 Einige Pharisäer aus der Menge erhoben Einspruch. »Meister«, sagten sie zu Jesus, »verbiete es deinen Jüngern, so zu reden!« 40 Doch Jesus gab ihnen zur Antwort: »Ich sage euch: Wenn sie schweigen, werden die Steine schreien!«  

Gott verdient unser Lob. Und er bekommt es. Die ganze Schöpfung zeugt durch seine bloße Existenz von der Herrlichkeit des Schöpfers (Psalm 19,2) und auch wir sind geschaffen zum Lobpreis seines Namens. Was für ein Privileg, dass wir Gott unseren Lobpreis sogar aktiv bringen dürfen! Musik ist wunderschön und ein unglaubliches Geschenk, das es uns ermöglicht, Gott auf diese Art zu preisen!