Aus dem Alltag zurück zu Gottes Auftrag
Die Geschichte zeigt: auch wir dürfen uns immer wieder neu von Jesus berufen lassen, sodass wir raus aus dem Alltag seinen persönlichen Auftrag für uns erfüllen.
Überblick
Petrus hat Unglaubliches erlebt und doch geht er nach Jesus Auferstehung in sein altes Leben zurück. Aber dann taucht Jesus auf, er erlebt nochmals ganz drastisch seine Macht und wird dann von Jesus aufgefordert, ihm ganz zu gehören, ihm zu folgen und seinen Auftrag zu erfüllen.
Ziel
Wir brauchen immer wieder Ermutigung, weil wir sehr schnell in alte Gewohnheiten rutschen und denken, wir hätten selbst unser Leben, unseren Alltag in der Hand, anstatt Gott die Kontrolle abzugeben und wirklich in der Bestimmung zu leben, die er für uns hat. Am Beispiel von Petrus nach der Auferstehung wird deutlich, wie sehr wir die liebevolle aber direkte Aufforderung von Jesus brauchen, ihm ganz nachzufolgen und ihn von ganzem Herzen in Demut zu lieben.
Einstieg
Geht es dir auch manchmal so? Du hast etwas mit Gott erlebt, vielleicht auf einer Freizeit… es war mega krass und du bist voller Eindrücke und guter Vorsätze wieder nach Hause gekommen und dann:
Puff… alles vorbei, du erinnerst dich sogar gar nicht mehr richtig daran, was passiert ist, wie es sich angefühlt hat. Du bist wieder voll im Alltagstrott, machst dein Ding und vergisst, welche Kraft und welche Aufgabe du eigentlich von Jesus bekommen hast.
Genauso ging es einem der Jünger von Jesus. Wir wollen die Geschichte gemeinsam lesen.
Johannes 21 lesen - der Fokus der Bibelarbeit liegt auf der Beziehung zwischen Jesus und Petrus
Erarbeitung und Anwendung
Zurück im Alltag (V.1-3)
Nach der Auferstehung gehen Petrus (und die anderen Jünger) zurück in ihren Alltag. Petrus ist hier der Leader, der Initiator. Sie machen das, was sie wissen, was sie können… eigentlich… nur sind sie dabei komplett erfolglos…
Siehst du eine Parallele zu deinem Leben?
Ich ertappe mich oft dabei, einfach mein Ding zu machen, was ich denke, was ich beherrsche… aber ohne Gott schaffen auch wir den Alltag nicht. Wir brauchen seine Kraft und dürfen ihm vertrauen und dürfen in Abhängigkeit von ihm leben. Wir dürfen ihn auch für Kleinigkeiten um seine Hilfe bitten.
Überraschung am Strand… (V.4-14)
Jesus taucht plötzlich auf und ruft seine Jünger. Er nennt sie dabei wörtlich „Kinder“ und fragt nach ihrem Fang. Als er sie auffordert das Netz auf der rechten Seite auszuwerfen, müsste es bei Petrus eigentlich klingeln: diese Situation hatte er doch schonmal ganz ähnlich erlebt, als Jesus ihn auch zum Auswerfen des Netzes aufforderte und er eine große Menge an Fischen fing, um danach vor Jesus niederzufallen und ihm von dort an zu folgen (vgl. Lk. 5,1-11).
Aber Petrus erkennt Jesus erst als Johannes ihm sagt, dass es der Herr ist. Voller Tatendrang (wie man Petrus so kennt) schwimmt er ihm entgegen, will dann die Fische zum Frühstücken bringen und dann? Überraschung, die braucht Jesus gar nicht, er hat schon welche auf dem Grill…
Was denkt ihr - es muss Petrus bestimmt beschämt haben, dass er erst Jesus nicht erkennt und dann denkt, er kann ihm Fische bringen und feststellt: er kann gar nichts bringen…
Wir denken auch oft, wir könnten etwas für Jesus tun, dabei hat er schon alles vorbereitet!
Wir brauchen ihm nur zu vertrauen (das bedeutet nicht, dass wir inaktiv werden, die Jünger haben sich ja auch nicht zurückgelehnt, sondern sie haben die Netze ausgeworfen. Aber es soll aus der Motivation der Liebe heraus geschehen und nicht aus unserer eigenen Kraft). Das erinnert mich an das Bild, was Jesus in Joh. 15,5 gibt: Er ist der Weinstock, wir die Reben. Wir können nur gute Frucht bringen, wenn wir in ihm bleiben.
Wahre Liebe hat Konsequenzen (V.15-17)
Als die Jünger fertig gefrühstückt haben, nimmt Jesus Petrus beiseite. Er wird gefragt, ob er Jesus liebt. Und das drei mal… seine Liebe wird infrage gestellt, um zu prüfen, ob es wirklich eine wahre Liebe ist. Und dann ist damit immer direkt ein Auftrag verbunden: seine Schafe weiden.
Wie ist sich Petrus wohl vorgekommen? Gerade noch hatte er Jesus verleugnet (und das ebenfalls genau drei mal…), und nun gibt er ihm voller Liebe einen so großen Auftrag?
Jesus hat es nicht vergessen, aber er vergibt Petrus. Er hilft ihm, zu heilen und neu anzufangen (auch durch den „alten Namen“ Simon, den er hier verwendet, wie früher, als er ihn zum ersten mal aufforderte, ihm nachzufolgen).
Wir dürfen Fehler machen, aber Jesus will uns erneuern. Das ist echt ermutigend!
Bei den drei Fragen von Jesus werden zwei unterschiedliche „liebe“-Wörter benutzt (im griech. Fileo und agapo), sie haben aber wahrscheinlich eine weniger große Bedeutung, als das eingeschobene „mehr als diese?“ in der ersten Frage von Jesus, worauf Petrus nicht mit „Ja, Jesus, du weißt, dass ich dich mehr liebe als die anderen“ antwortet, sondern nur mit einem „Ja, Jesus, du weißt, dass ich dich liebe“.
Petrus hatte sich in der Vergangenheit oft vor die anderen Jünger gestellt und sich vielleicht auch als etwas Besseres gefühlt, aber jetzt versteht er durch die Frage, dass er nicht mehr liebt als die anderen. Wir brauchen uns nicht zu vergleichen, wir dürfen uns auf unseren persönlichen Auftrag von Jesus für uns konzentrieren. Petrus versteht, dass wahre Liebe Demut heißt und dass es Folgen haben muss:
Lämmer weiden und Jesus Liebe weitergeben.
Wir brauchen keine Pastoren (griech. „Hirte“) sein um das zu tun, jeder Einzelne kann das im Alltag machen!
Fokus: Nachfolge (V.18-25)
Jesus sagt noch prophetisch etwas über Petrus (und später auch Johannes) Zukunft aus. Petrus hatte sich vielleicht gedacht, er könne selbst entscheiden, wie er Jesus Auftrag erfüllt, was er tut, wo er hingeht etc., aber das sollte nicht sein Ziel sein, und es ist gut, wenn er das jetzt schon versteht. Denn eines Tages wird Petrus die Kontrolle abgeben müssen. Wie oft denken wir, wir entscheiden selbst, dabei sollten wir vielmehr lernen, von Gott abhängig zu sein und uns von ihm leiten zu lassen.
Davon abgesehen, dass Jesus ihm hier ankündigt, dass echte Nachfolge nicht bequem für Petrus sein wird, sagt er ihm hier nochmal: Folge mir.
Genau die Worte wie am Anfang, als er sein Jünger wurde, nach dem ersten wundersamen Fischfang.
Wir brauchen auch immer wieder solche Neuanfänge, wo wir uns ganz bewusst von Jesus einladen lassen, ihm zu folgen. Mit allen Konsequenzen, die das mit sich bringt…
Ergebnissicherung: Persönliche Fragen
(zum Ausdrucken und mitgeben, entweder in Kleingruppen oder alleine bearbeiten lassen)
- Wann war meine erste Begegnung des „Folge mir nach“ mit Jesus?
- Was ist seitdem passiert, wo befinde ich mich gerade? Beim Fischen oder im Auftrag Gottes? Ist mir auch so etwas wie Petrus passiert, wofür ich mich jetzt schäme?
- Was sind Punkte, wo ich in meinem Leben versuche, selber Dinge zu erledigen, ohne dabei mit Gottes Hilfe zu rechnen oder wo ich denke, das schaffe ich alleine? In der Schule bei Prüfungen, oder in der Freizeit, wenn ich mich mit Freunden treffe? Wo versuche ich, selbst die Kontrolle zu behalten?
- Was bedeutet für mich praktisch „Lämmer weiden“? Wie sieht das konkret aus, wie begegne ich den Menschen um mich herum?
- Wem möchte ich folgen? Meinen eigenen Plänen, denen von Anderen oder Gottes Plänen? Was kann ich tun, um seine Liebe besser zu verstehen und ihm nachzufolgen?